
Print-Mailing, Mittelstand, E-Rechnung, Frasers Group, Meesho, Südkorea, digitale Verstorbene, KI-Lügen, Europol, Climeworks
Aktuelle E-Commerce-News: Print-Mailing, Mittelstand, E-Rechnung, Frasers Group, Meesho, Südkorea, digitale Verstorbene und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“
HANDEL NATIONAL
Mittelstand deutlich optimistischer, der Einzelhandel aber kaum
Der Indexwert des KfW-Ifo-Mittelstandsbarometers ist zum dritten Mal in Folge gestiegen, diesmal deutlich um 5,2 Punkte auf minus 11,3 Zähler, berichtet Lebensmittelzeitung.de. Die 7.500 befragten Unternehmen sind mit ihrer Geschäftslage zufriedener (plus 3,2 Punkte) und blicken optimistischer in die Zukunft (plus 7,1 Punkte). Nur im Einzelhandel ist die Frühlingsstimmung noch nicht angekommen, hier stieg der Index nur um magere 1,3 Zähler auf minus 8,8.
E-Commerce-Herausforderungen in der Modebranche
Die Modebranche steht im E-Commerce vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die von Logistikmanagern und KEP-Dienstleistern gleichermaßen bewältigt werden müssen. Die permanente Verfügbarkeit von Produkten und ein nahtloser Betrieb über verschiedene Vertriebskanäle hinweg sind entscheidend. Der Trend zum Omnichannel, der sowohl den stationären Handel als auch den Direktversand an Endkunden umfasst, verstärkt diese Anforderungen noch. Der Intralogistikexperte SSI Schäfer unterstützt Unternehmen mit skalierbaren und flexiblen Systemen dabei, die Herausforderungen des E-Commerce zu meistern und die Logistikprozesse zu optimieren. Mehr
E-Rechnung erleichtert den Onlinehandel
Ab dem 1. Januar 2025 wird der Empfang und die Verarbeitung von E-Rechnungen auch im E-Commerce verpflichtend, wie Onlinehaendler-News.de berichtet. Wie die digitale Rechnung spart sie natürlich Papier, bietet darüber hinaus aber auch eine Vereinfachung der administrativen Rechnungsbearbeitung und erleichtert den Aufwand in steuerlichen Fragen. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz, der in den Formaten Zugferd oder Xrechnung versendet wird – eine Rechnung als PDF zu versenden, genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht.
HANDEL INTERNATIONAL
E-Commerce USA: Plus sieben Prozent in den ersten vier Monaten
Laut einem Media Alert von Adobe Analytics gaben die US-Konsumenten online in den ersten vier Monaten des Jahres 331,6 Mrd. Dollar aus, ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings hat sich der Markt verändert: In wichtigen Kategorien wie Körperpflege, Elektronik, Bekleidung und Möbel achten die Verbraucher zunehmend auf günstige Preise. Das gilt auch für Lebensmittel, die trotzdem um 15,7 Prozent zulegen konnten. Deutlich gefragter sind BNPL-Lösungen, deren Umsatz Adobe für 2024 auf 81 Mrd. Dollar schätzt. Auch in den USA hat das Smartphone den PC als beliebteste Einkaufsplattform abgelöst, im Weihnachtsgeschäft stammten bereits 51 Prozent der Verkaufserlöse von Mobilgeräten.
Niederländische Lieferdienste bleiben im E-Commerce-Tarif
Für Lieferdienste wie Picnic oder Uber Eats gilt in den Niederlanden nun doch der E-Commerce-Tarifvertrag und nicht wie ursprünglich geplant der für den stationären Lebensmittelhandel, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Letzterer profitiert von einer Besonderheit des niederländischen Rechts, der Staffelung der Tariflöhne nach Alter. So verdienen 15- bis 18-Jährige, die einen Großteil der Beschäftigten in Supermärkten ausmachen, mit 6,64 Euro pro Stunde nur etwa die Hälfte des Mindestlohns von 13,27 Euro. Lieferdienste beschäftigen wegen des erforderlichen Führerscheins nur Mitarbeiter über 18 Jahren und hätten somit einen gravierenden Wettbewerbsnachteil gehabt.
Frasers Group entwickelt eigene digitale Plattform
Laut Textilwirtschaft.de plant die Frasers Group in Zusammenarbeit mit dem Londoner IT-Dienstleister And Digital, der Tech-Agentur Lab Digital und dem Entwicklernetzwerk Valtech eine eigene digitale Plattform in Mach-Architektur für alle ihre Marken. Ziel ist es, das Bestandsmanagement und das Online-Erlebnis der Kunden zu verbessern. Drei Ländergesellschaften von Sports Direct in Frankreich, Deutschland, Dänemark und Spanien werden als erste umgerüstet. Für die Kunden ergeben sich oberflächlich durch die Umstellung keine Änderungen, alle Marken behalten ihre individuellen Websites und Apps.
Meesho mit beinahe 4 Mrd. Dollar bewertet
Das indische E-Commerce-Start-up Meesho hat sich laut Indiatimes.com in einer neuen Finanzierungsrunde weitere 275 Mio. Dollar an Investitionen gesichert und wurde dabei mit 3,9 Mrd. Dollar bewertet. Meesho richtet sich an Kunden mit niedrigem bis mittlerem Einkommen und erreicht mittlerweile 150 Mio. Nutzer, die auf 120 Mio. Artikel von 440.000 Verkäufern zugreifen können. Es wird geschätzt, dass das Unternehmen allein die Hälfte des indischen Third-Party-Logistics-Marktes ausmacht. Auf dem Subkontinent wurde Tiktok bereits 2020 verboten, als die chinesische Plattform bereits 200 Millionen Nutzer hatte.
Kartenzahlung in Südkorea am beliebtesten
Im südkoreanischen E-Commerce, dem drittgrößten Markt im asiatisch-pazifischen Raum, sind Debit- und Kreditkarten mit einem Anteil von 54 Prozent nach wie vor die beliebteste Zahlungsart, berichtet Electronicpaymentsinternational.com unter Berufung auf Daten von Globaldatas „E-Commerce Analytics“. Vor allem Kreditkarten werden wegen zinsfreier Ratenzahlungsoptionen, Prämienprogrammen, Cashback und Sonderrabatten bevorzugt. Der Umsatz im Online-Handel ist in Südkorea im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf über 115 Mrd. US-Dollar gestiegen.
TRENDS & TECH
In China entsteht ein Markt für KI-Avatare von Verstorbenen
Digitale Avatare von Verstorbenen werden in China immer beliebter, berichtet Technologyreview.com. Hinterbliebene können Videodaten, Fotos und Tonaufnahmen von verstorbenen Familienmitgliedern an Unternehmen wie „Super Brain“ oder einen seiner mindestens fünf Konkurrenten schicken und sich dann auf ihren Smartphones oder Tablets mit einer virtuellen KI-Kopie unterhalten. Schätzungen zufolge haben bereits mehrere tausend Chinesen von dieser Technologie Gebrauch gemacht. Sie wird unter den Schlagworten „digitale Unsterblichkeit“ und „Wiederauferstehung“ aggressiv vermarktet, auch wenn Zweifel angebracht sind, ob der Verlust eines geliebten Menschen auf diese Weise bewältigt werden kann.
KI lügt und betrügt auch gegen ihre Anweisungen
Laut einer Studie des MIT sind künstliche Intelligenzen in der Lage zu lügen und zu betrügen, auch wenn Unternehmen behaupten, dies verhindern zu können. Dies zeigt der Fall des von Meta entwickelten Chatbots Cicero, der im Rahmen der Studie gegen Menschen im verhandlungsintensiven Brettspiel „Diplomacy“ antrat. Er landete zwar in der Gruppe der stärksten Spieler, allerdings nur durch Lügen und Betrügen, obwohl er laut Meta darauf trainiert war, „Menschen nicht zu hintergehen“. Die Studie nennt auch Beispiele von Systemen von OpenAI und Google und warnt eindringlich vor einer rasanten Zunahme von Betrugsversuchen mithilfe künstlicher Intelligenz, vor allem online. Technisch, so das MIT, sei das Problem nach derzeitigem Kenntnisstand nicht lösbar.
Plattform von Europol gehackt
Hackern ist es laut Spiegel.de gelungen, die Plattform „Europol for Experts“ der europäischen Polizeibehörde zu kompromittieren und anschließend PDF-Dokumente, Daten von Europol-Mitarbeitern und Dienstsoftware in einem Hacker-Forum zum Kauf anzubieten. Ein Sprecher von Europol versicherte, dass keine Informationen oder Daten über Einsätze entwendet werden konnten. Seit Freitag ist die betroffene Website „wegen Wartungsarbeiten“ nicht mehr erreichbar.
Wein für den Datenschutz
Dan Neidle, Chef des britischen Steuer-Thinktanks Tax Policy Associates, hatte im fünften von acht Absätzen der Datenschutzerklärung seines Firmen-Internetauftritts den Satz versteckt: „Wir schicken dem Ersten, der dies liest, eine gute Flasche Wein“, berichtet BBC.com. Das war im Februar 2023. Erst drei Monate später, nach mehr als 160.000 Website-Besuchen wurde die Flasche, die sich als Spitzen-Bordeaux Château de Sales 2013 von Pomerol entpuppte, tatsächlich angefordert. Der glückliche Gewinner war auf den Satz gestoßen, während er „Inspiration“ für die eigene Datenschutzerklärung suchte. Auch in Großbritannien, nicht nur in der EU, ist jede Website verpflichtet, eine Datenschutzerklärung zu veröffentlichen, die niemand liest.
NACHHALTIGKEIT
Climeworks eröffnet weltgrößte CO2-Filteranlage in Island
Die Schweizer Firma Climeworks hat in Island mit „Mammoth“ die weltweit größte Anlage zur direkten Abscheidung und Speicherung von CO2 eröffnet, berichtet Heise.de. Bei voller Auslastung kann die Anlage jährlich 36.000 Tonnen CO2 aus der Luft filtern und speichern. Mammoth wird mit Erdwärme des isländischen Partnerunternehmens ON Power betrieben. Allerdings wird die Anlage ihren Titel nicht lange tragen: Bereits 2025 soll in Texas eine Anlage in Betrieb gehen, die der Atmosphäre jährlich 500.000 Tonnen CO2 entziehen kann. Zum Vergleich: Der Durchschnittsdeutsche ist für den Ausstoß von 7,98 Tonnen CO2 pro Jahr verantwortlich, Mammoth macht also umgerechnet 4.511 Deutsche klimaneutral.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge