Regionalwerbung, Großhandelspreise, Otto, Avon, Bonobos, Omega Sports, Best Buy, Amazon, B2B-E-Commerce, Kaufverhalten, Prospekte, Ortovox

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In der vergangenen Woche hat Amazon-CEO Andy Jassy sein jährliches Rundschreiben veröffentlicht. Da haben alle nur zugehört. Zur Wort kommen die Aktionäre am 24. Mai bei der Jahreshauptversammlung. Sie haben 18 Anträge gestellt, ein neuer Rekord, im vergangenen Jahr waren es 15. Es geht unter anderem um eine Änderung der Vergütung des Managements, über die Sicherheit der Arbeitsplätze in den Lagerhäusern und einen Bericht über das Lohngefälle nach Hautfarbe und Geschlecht. Die Aktionäre benöt...

WMWolfram MarxRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Verbraucher erwarten zweifelsfreie Regionalwerbung
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat sich in einem Gerichtsverfahren bezüglich Werbung mit Regionalität durchgesetzt. So wurden in Stuttgart Fleischprodukte mit dem Hinweis "von regionalen Höfen" angeboten, das Fleisch stammte aber aus Sachsen-Anhalt. Dies wurde nur auf einem kleinen Etikett angezeigt. Das OLG Oldenburg entschied, dass die beanstandete Werbeaussage wegen Irreführung zu unterlassen sei. Das Unternehmen hat Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH eingelegt.

Leichter Anstieg der Großhandelspreise
Die Preise im Großhandel sind im März gegenüber dem Vorjahresmonat um zwei Prozent angestiegen. Damit war die Rate den sechsten Monat in Folge rückläufig und auf dem niedrigsten Wert seit Januar 2021, meldet das Statistische Bundesamt. Im Februar hatte sie noch bei 8,9 Prozent gelegen, im Januar bei 10,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar ging es um 0,2 Prozent nach oben. Als Hauptgrund für den Anstieg nennen die Statistiker die höheren Preise bei Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren.

Otto sieht Höhepunkt der Warenhäuser vor Jahrzehnten
Nach Einschätzung von Michael Otto, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Otto Group, ist der Online-Handel nicht entscheidend für den Niedergang der Warenhäuser. Einer der Hauptgründe ist für ihn die Monotonie der Innenstädte. Der Höhepunkt der Warenhäuser lag schon vor Jahrzehnten, stellt Otto in einem Interview mit dem Handelsblatt fest. Die Warenhäuser hätten die Entwicklung des Online-Handels nicht erkannt. Der stationäre Handel müsse sich mit dem E-Commerce verbinden, dann hätte er große Chancen. Durch die Digitalisierung in den Läden sei zusätzlicher Umsatz möglich, die vorgestellten Produkte könnten dann direkt aus dem Zentrallager versendet werden.


HANDEL INTERNATIONAL

Avon springt auf den britischen Amazon-Marktplatz
Avon baut den digitalen Vertrieb aus und bietet seine Produkte in Großbritannien nun auch bei Amazon an. Der Kosmetikhersteller will laut Channel X seine Omnichannel-Strategie erweitern und zusätzliche Kunden gewinnen. Das Angebot umfasse über 300 Produkte, weitere sollen im Laufe des Jahres folgen. Der Schritt gehöre zu dem in diesem Jahr gestarteten neuen Auftritt und der Positionierung der Marke unter "Embrace your Power".

Walmart verkauft Bonobos
Walmart hat sich mit WHP Global und Express Inc. auf den Verkauf der Marke für Männermode Bonobos geeinigt. Der Kaufpreis verteilt sich auf 50 Millionen US-Dollar für WHP Global, Express Inc. übernimmt für 25 Millionen US-Dollar das Betriebsvermögen und die Verbindlichkeiten, meldet Retail Dive. Die beiden Käufer, die seit kurzem kooperieren, wollten die weitere Entwicklung von Bonobos auf ihrer Stärke im Online-Handel aufbauen. Dazu gehöre auch die Erfahrung im Omnichannel-Handel auf Seiten von Express. Bonobos habe zuletzt zweistellige Zuwachsraten im Online-Handel erreicht. Walmart hatte Bonobos 2017 für rund 310 Millionen US-Dollar übernommen.

Omega Sports stellt den Betrieb ein
Der US-amerikanische Händler von Sportausrüstung Omega Sports schließt die Ladengeschäfte und beendet den E-Commerce. Die Geschäftsleitung nennt auf der Webseite die Folgen von Corona, die Lieferkettenprobleme, Inflation und die wirtschaftliche Unsicherheit als Gründe für den Schritt. Die Entscheidung sei nach Beratungen mit Finanz- und Rechtsberatern erfolgt. Die Umsetzung solle nun bis Sommeranfang in einem laufenden Prozess erfolgen. In den nächsten Wochen werde es Informationen über den Umgang mit Gutscheinen sowie Online-Bestellungen und -Lieferungen geben.

Entlassungen bei Best Buy
Best Buy will den stationären Handel in den USA neu strukturieren und kündigt die Entlassung von mehreren hundert Mitarbeitern an. Für die Elektronikhandelskette spielen die Bewegung der Verbraucher zum E-Commerce und die schwächeren Verkaufszahlen in der Elektronikbranche die entscheidende Rolle. Eine genaue Zahl der Kündigungen will das Unternehmen lauf Cnbc nicht nennen. Der Anteil des Online-Handels habe im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende Januar bei rund einem Drittel gelegen. Drei Jahre zuvor seien es 19 Prozent gewesen. Über 40 Prozent der Online-Einkäufe würden aber nach Unternehmensangaben in den rund 900 Ladengeschäften abgeholt.


Amazon startet eine Plattform für Künstliche Intelligenz
Unter dem Namen Bedrock steigt auch Amazon mit einer eigenen Plattform in den Wettbewerb um Lösungen mit Künstlicher Intelligenz ein. Der neue Service besteht aus einer Cloud-Lösung, erstellt wurde sie von Amazon Web Services. Die Leistungen umfasst die Erstellung von Chatbots, Texten und Bildern sowie das Design von Produkten, berichtet Onlinemarketing.de. So könnten bei der Eingabe der Daten für eine Werbekampagne die passenden Einträge in die sozialen Medien, Display-Anzeigen oder Webkopien für die Produkte aufgebaut werden. Die Nutzer können Machine Learning Modelle und Basismodelle (Foundation Models) einsetzen, so Business Insider. Die KI-Modelle stammten von Amazon und Start-ups.

Vielfältige Gründe für den B2B-E-Commerce
Die Gründe für den Einstieg in den Online-Handel im B2B-Sektor sind nach den Ergebnissen einer neuer Studie von Ibi Research, Ecube und Big Commerce vielfältig. 75 Prozent der befragten Unternehmen gaben eine Umsatzsteigerung an, für 43 Prozent gehe es primär um die Erschließung neuer Kundengruppen. Für 29 Prozent seien eine Kostenersparnis in Vertrieb und Verkauf ein wesentliches Element. Dabei setzten nur 37 Prozent eine Cloud-Lösung ein, ein Drittel entwickele den Online-Shop im eigenen Haus. 56 Prozent nutzten externe und interne Expertise, für 63 Prozent liege das jährliche Ausgabenlimit bei 100.000 Euro.

Kunden suchen Bequemlichkeit und günstige Preise
Bequemlichkeit ist einer maßgeblichen Gründe für den Einkauf am heimischen Computer oder am Smartphone. Nach den Zahlen des neuen Retail X Global Elite Top 1.000 von Internet Retailing nennen 72 Prozent der Befragten dies als den entscheidenden Faktor, für 73 Prozent sind es möglichst günstige Preise. Für 64 Prozent spielt die Auswahl eine große Rolle, verschiedene Liefermöglichkeiten nennen 47 Prozent. Nach Einschätzung der Marktforscher sollten die Händler Möglichkeiten für einen schnellen Einkauf und einfache Bezahlverfahren bieten. Darüber hinaus sollten die Kunden Lieferort und -zeit festlegen können, schreibt Channel X. Wichtig sei der Umgang mit den Kundendaten, um die Verbraucher gezielt ansprechen zu können und Kampagnen angepasst an das Kundenumfeld zu entwickeln.


NACHHALTIGKEIT

Analysten stellen bessere Nachhaltigkeitsbilanz für Printprospekte vor
Im vergangenen Jahr haben Unternehmen nicht zuletzt aus Gründen der Nachhaltigkeit den Umstieg von Printprospekten auf Online-Werbung oder eine zweigleisige Strategie angekündigt. Nun meldet die IFH Köln für die gedruckte Werbung eine bessere Nachhaltigkeitsbilanz als gemeinhin angenommen. Die Analysten von IFH Media Analytics sprechen von fehlenden Informationen für die Verbraucher über Produktion und Recycling der gedruckten Werbeprospekte. 61 Prozent der für die Studie Befragten beklagten einen zu hohen Wasserverbrauch. Nach einer Aufschlüsselung von Wasser- und CO₂-Verbrauch, so würden 93 Prozent des Wassers gesäubert zurückgeführt, sinke dieser Anteil auf 29 Prozent. Nach Einschätzung der Forscher bilde der Printprospekt den Wegweiser.

Ortovox öffnet Online-Shop für gebrauchte Ware
Bergsportler können nun bei Ortovox im neuen Online-Shop "2nd Life" auf die Suche nach gebrauchter Ware gehen. Zur Wahl stehen dort aufbereitete Ware und B-Produkte, die Überprüfung und Reparatur der Produkte übernimmt der Bergsportspezialist. Kleine Mängel könnten schnell behoben werden. Mit dem neuen Angebot will Ortovox die Nutzungsdauer der Produkte verlängern, es ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie Prot Act 2024. Ziel ist eine Verringerung des Ressourcenverbrauchs und eine Senkung des CO₂-Fußabdrucks, berichtet Soq.de. Es gehe darum, die Kunden dazu zu bewegen, dass ein Neukauf nicht immer erforderlich sei, so das Unternehmen.

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WM
Geschrieben vonWolfram Marx

Redakteur

Wolfram Marx ist Journalist und schreibt für etailment unter anderem das Morning Briefing mit den täglichen Nachrichten aus Handel und E-Commerce. Seine Beiträge erschienen zudem in weiteren Fachtiteln der dfv Mediengruppe wie TextilWirtschaft, ahgz und Food Service sowie in der Rheinischen Post und im Reisefachmedium Travel ONE.

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