SellerX, Rewe, Bonprix, Ebay, Amazon, Shopee, Tokopedia, Lazada, Salt Life, Bürokratie, Zalando, Datenschutz, Lieferkettengesetz

SellerX, Rewe, Bonprix, Ebay, Amazon, Shopee, Tokopedia, Lazada, Salt Life, Bürokratie, Zalando, Datenschutz, Lieferkettengesetz

Aktuelle E-Commerce-News: SellerX, Rewe, Bonprix, Ebay, Amazon, Shopee, Tokopedia, Lazada, Salt Life, Bürokratie, Zalando und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Deutscher Online-Handel stabil
Der Umsatz der 1.000 größten B2C-Onlineshops in Deutschland sank im Jahr 2023 minimal um 0,2 Prozent auf 77,5 Mrd. Euro. Nach einem Umsatzrückgang von 2,8 Prozent im Jahr 2022 deutet die aktuelle Entwicklung laut EHI Retail Institute auf eine Stabilisierung des Online-Handels hin. Die größten Shops sind Amazon (14,66 Mrd. Euro), Otto (4,20 Mrd. Euro) und Zalando (2,51 Mrd. Euro). Unter den Top 10 konnten neben Amazon auch Shop-Apotheke, Ikea und About You Wachstum verbuchen.

SellerX vor der Übernahme durch Blackrock
Blackrock und Victory Park Capital haben Schulden aus einem 500-Mio.-Euro-Kredit an SellerX in Unternehmensanteile umgewandelt, berichtet Businessinsider.de. Der Berliner Amazon-Aggregator kündigt eine Neuausrichtung zum „House of Brands“ an, so dass künftig keine weiteren Amazon-Händler aufgekauft, sondern bestehende Marken weiterentwickelt werden sollen. Da beide Investoren auch am Konkurrenten Razor Group beteiligt sind, wurde eine Kartellprüfung beantragt.

Rewe: Handzettel-Aus pusht KI-Einsatz
„Wir sind im Einsatz von KI richtig gut geworden, weil wir die gedruckten Handzettel abgeschafft haben.“ Das sagte Clemens Bauer, Director E-Commerce der Rewe, gestern während der Konferenz EHI Connect in Düsseldorf. Rewe sei gezwungen worden, die Kundenansprache zu ändern, „und das hat wunderbar geklappt“. Als Beispiel nannte Bauer den „virtuellen Weinfreund“, ein Beratungstool auf Weinfreunde.de. Bauer habe eine Flasche Champagner ausgelobt für den, der ihm eine unsinnige Antwort des Tools nachweise. Er habe die Flasche noch.

Bonprix erwägt gezieltes Hochfahren von Print
Der Modespezialist Bonprix überlegt, im Unterschied zur Rewe, den Einsatz von Print-Katalogen wieder hochzufahren. Das berichtete Bonprix-CTO Matthias Wlaka ebenfalls auf der EHI Connect. „Wir drucken noch Kataloge und haben Kunden, die Print nicht ganz verkehrt finden“, sagte er. „Und die asiatischen Wettbewerber nutzen definitiv kein Print.“ Es sei zu überlegen, ob es Segmente gebe, in denen sich gedruckte Kataloge noch klug nutzen lassen.

Klarna mit 14 Mrd. Dollar bewertet
US-Vermögensverwalter Blackrock bewertet Klarna mit 14 Mrd. Dollar, was einer Verdopplung gegenüber der vorherigen Einschätzung entspricht, berichtet Handelsblatt.com. Damit übertrifft das schwedische Fintech den börsennotierten US-Konkurrenten Affirm (knapp 13 Mrd. Dollar), bleibt jedoch hinter Paypal (etwa 80 Mrd. Dollar) zurück. Klarna, bekannt für seine BNPL-Dienste und ein deutsches Girokonto-Angebot, plant seinen Börsengang innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Richtigstellung: Das Futterhaus Anfang 2025 online
Das Futterhaus startet seinen neuen Online-Shop nicht im Oktober diesen Jahres, wie fälschlicherweise im Morning Briefing berichtet, sondern erst Anfang 2025. Wir bitten, diese Ungenauigkeit zu entschuldigen.


HANDEL INTERNATIONAL

Ebay UK schafft Verkaufsgebühren ab
Britische Privatverkäufer auf Ebay zahlen jetzt in allen Kategorien außer Kraftfahrzeugen keine Verkaufsgebühren mehr, müssen aber weiterhin für optionale Dienste wie Werbung oder internationale Verkäufe aufkommen, berichtet Channelx.world. Die Anregung kam aus Deutschland: Nach der Einführung kostenloser Verkäufe verzeichnete Ebay hier mehr als 250.000 neue Händler, die auch zu Käufern wurden und selber doppelt so viel kauften wie normale Nicht-Händler.

Amazon gewinnt teilweise gegen FTC
Der US-Bundesrichter in Seattle hat laut Businessinsider.com die Klage der Federal Trade Commission gegen Amazon wegen angeblich illegaler Monopolpraktiken teilweise abgewiesen. Die Plattform wurde beschuldigt, den Wettbewerb zu behindern, indem sie Händler dazu zwang, Amazons Fulfillment-Service zu nutzen und Produkte nicht zu niedrigeren Preisen auf konkurrierenden Plattformen anzubieten. Amazon argumentierte, dass seine Praktiken branchenüblich seien und die FTC keinen Schaden für die Verbraucher nachgewiesen habe. Die Behörde kann jedoch die nicht abgewiesenen Klagepunkte weiter verfolgen.

Shopee, Tokopedia und Lazada erhöhen ihre Gebühren
Die größten E-Commerce-Plattformen Südostasiens, darunter Shopee, Tokopedia und Lazada, erhöhen ihre Händlerprovisionen, um die Rentabilität zu steigern, berichtet Globalcosmeticsnews.com. Shopees Provision liegt nun zwischen 4,25 und acht Prozent und Tokopedias Gebühren betragen bis zu zehn Prozent. Auch andere Plattformen wie Lazada und Tiktok Shop wollen ihre Gebührenstrukturen anpassen.

Salt Life ist nur noch online ein Shop
Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft Delta Apparel und der Übernahme durch Iconix und Hilco schließt Salt Life alle physischen Läden und stellt auf ein Großhandels- und E-Commerce-Modell um, berichtet Wfla.com. Trotz der Ladenschließungen will Salt Life seine Marke durch Surfshops, Kaufhäuser, Sportgeschäfte und Online-Verkäufe weiter ausbauen. Salt Life ist eine Lifestyle-Marke, die Bekleidung, Accessoires und Ausrüstung für Angel-, Tauch- und Surfbegeisterte anbietet.


Bürokratie: Wenn der E-Commerce mehr Anwälte als Entwickler braucht
Immer mehr Pflichten und Vorgaben: Die Komplexität im E-Commerce hat auf der juristischen Seite deutlich zugenommen. Ohne eine Verschlankung der gesetzlichen Vorgaben wird es für kleinere Händler immer schwerer im Wettbewerb zu bestehen, sagt Etailment-Experte Dr. Christian Maaß. Was die Politik nun dringend tun müsste, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, sagt er in seinem neuen Beitrag.

Zalando Assistant ab jetzt mehrsprachig
Der KI-gestützte „Zalando Assistant“ ist nun in allen 25 Märkten des Unternehmens in lokalen Sprachen verfügbar. Er basiert auf eigenen und OpenAI-Modellen, bietet personalisierte Modeberatung und erleichtert die Navigation durch das Sortiment, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Zugleich erweitert Zalando seinen „Trend Spotter“ um Amsterdam, London, Warschau und Zürich, sodass Kunden jetzt wöchentliche Modetrends aus zehn Metropolen einsehen können.

Wirtschaft erwartet Produktivitätssteigerung durch KI
Laut eines Aufsatzes im Ifo Schnelldienst erwarten 70 Prozent der deutschen Unternehmen Produktivitätssteigerungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Firmen rechnen innerhalb der nächsten fünf Jahre mit einer durchschnittlichen Produktivitätssteigerung von 8 bis 16 Prozent, wobei Dienstleister (10,2 bis 20,9 Prozent) und der Handel (9,1 bis 23 Prozent) die höchsten Erwartungen haben. Die große Bandbreite illustriert jedoch die Unsicherheit der Unternehmen über die genauen Auswirkungen von KI.

70 Prozent der Unternehmen sehen Datenschutz als Problem
94 Prozent der deutschen Unternehmen beklagen einen hohen Aufwand für den Datenschutz, der bei 63 Prozent im vergangenen Jahr sogar noch gestiegen ist, so eine Umfrage des Bitkom. 70 Prozent sehen im Datenschutz ein Hemmnis für die Digitalisierung in Deutschland und in 63 Prozent der Unternehmen sind innovative Projekte an Datenschutzvorgaben gescheitert oder gar nicht erst in Angriff genommen worden.

World Wide Web Foundation schließt
Sir Tim Berners-Lee, der „Erfinder" des World Wide Web, kündigt die Schließung der World Wide Web Foundation an, berichtet Techradar.com. Die Stiftung habe ihr ursprüngliches Ziel, ein sichereres und zugänglicheres Internet zu fördern, in den vergangenen 15 Jahren weitgehend erreicht, stehe nun aber vor neuen Herausforderungen. Berners-Lee will sich künftig auf die Entwicklung dezentraler Technologien wie das „Solid Protocol“ konzentrieren, um der zunehmenden Kommerzialisierung von Nutzerdaten und der Machtkonzentration im Web 2.0 entgegenzuwirken.


NACHHALTIGKEIT

Lieferkettengesetz führt nicht zu mehr Nachhaltigkeit
Auch nach Einführung des Lieferkettengesetzes wählen Unternehmen ihre Lieferanten in erster Linie nach Preis und Produkteigenschaften aus, Nachhaltigkeitskriterien rangieren an letzter Stelle, zitiert Manager-Magazin.de eine Umfrage des German Business Panel. Allerdings achten Unternehmen mit Nachhaltigkeitsstrategie bei der Lieferantenauswahl stärker auf nichtfinanzielle Kennzahlen, beklagen aber auch häufiger den hohen Aufwand und fehlendes Know-how bei der Umsetzung.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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