
Stripe, Hugendubel, Porsche, DHL Gogreen Plus, Temu + Shein, Österreich, Schweiz, ESG-Software, E-Bike-Boom, Bargeld, KI-Crawler
Aktuelle E-Commerce-News: Stripe, Hugendubel, Porsche, DHL Gogreen Plus, Temu + Shein, Österreich, Schweiz, ESG-Software und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Fließende Einkaufserlebnisse – Optimierte Omnichannel-Strategien schaffen Mehrwerte für Kunden und Unternehmen
Mit einer durchdachten Omnichannel-Strategie holen Sie Ihre Kunden dort ab, wo diese einkaufen. Die dafür essenzielle ganzheitliche Sicht auf den Kunden steigert Ihre Wettbewerbsfähigkeit und lässt Sie flexibel auf die Anforderungen und Chancen von heute und morgen reagieren. Lesen Sie hier, wie Sie nahtlose Shopping-Erlebnisse schaffen, die begeistern.
HANDEL NATIONAL
Stripe baut seine Angebot für Online-Händler aus
Stripe erweitert laut Pressemitteilung sein deutsches Angebot bis Jahresende um die Echtzeit-Zahlungsoption Wero, „Pay by Bank“ und 25 weitere Zahlungsmethoden. Mit „Stripe Capital“ böten sich neue Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen sowie die Option ihr Guthaben in mehreren Währungen und Stablecoins halten zu können. Firmen, die bereits Stablecoins akzeptierten, verkauften in doppelt so viele Länder und erzielten dreimal höhere Bestellwerte. Zusätzlich führe Stripe ein KI-Finanzierungsmodell und KI-gestütztes Zahlungsauthorisierungs- und Zahlungsanfechtungsmanagement ein.
Hugendubel startet Hörbuch-Abo mit Besitzgarantie
Hugendubel startet laut Pressemitteilung ein eigenes Hörbuch-Abonnement mit Guthabenmodell. Der Buchhändler positioniere sich bewusst gegen reine Streaming-Dienste, da seine Kunden die Titel dauerhaft besäßen. Das Abo koste 7,95 Euro monatlich für zwei Guthaben, sei monatlich kündbar und über die Tolino-App nutzbar. Über 150.000 deutsch- und fremdsprachige Titel stünden zur Verfügung. Nina Hugendubel betonte, man wolle so „die Vielfalt der Geschichten überall erlebbar und jederzeit zugänglich“ machen.
Porsche: Uhren-Konfiguration mit 3D-Gaming-Power
MHP hat den Onlinekonfigurator für maßgeschneiderte Porsche-Design-Uhren grundlegend überarbeitet, berichtet das Unternehmen. Das seit 2020 verfügbare Online-Angebot ermögliche es betuchten Kunden, Millionen von verschiedenen Zeitmessern zu basteln, die dann farblich exakt zu ihrem Sportwagen passen – inklusive Armband aus echtem Porsche-Leder. Als technisches Fundament diene die Unreal Engine, bekannt aus zahlreichen Games, die über Amazon Web Services fotorealistische 3D-Uhren in Echtzeit rendere. Der Konfigurator stehe in 14 Sprachen bereit und spare nebenbei bis zu 50 Prozent Betriebskosten gegenüber klassischen Produktfotos – Gaming-Power für die Luxus-Zeitnahme.
KI-Boom verscherzt digitales Vertrauen
Der KI-Boom verstärkt das Misstrauen deutscher Internetnutzer gegenüber Unternehmen, zeigt eine neue Usercentrics-Umfrage laut Pressemitteilung. 85 Prozent der Befragten verstünden nicht, wie ihre Daten genutzt würden, über die Hälfte verweigere die Verwendung für KI-Training. Besonders brisant: 57 Prozent fühlten sich, als wären sie selber „zum Produkt geworden“. Während Banken noch 58 Prozent Vertrauen genössen, stürzten soziale Medien auf 28 Prozent ab. Transparenz beim Datenumgang werde zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal für Unternehmen.
DHL Gogreen Plus wird zum Standard-Zuschlag
DHL hat automatisch den kostenpflichtigen Gogreen Plus Service für alle Geschäftskunden-Pakete voreingestellt, berichtet Onlinehaendler-News.de. Der Bonner Logistiker erhebe damit ohne explizite Zustimmung einen Aufpreis für CO2-reduzierten Versand. Betroffene Unternehmen könnten jedoch widersprechen – entweder über eine Widerrufserklärung mit entsprechendem Formular oder durch Anpassung der Einstellungen im Geschäftskundenportal: Die automatische Dauerbuchung lasse sich in den Versandeinstellungen deaktivieren.
HANDEL INTERNATIONAL
USA: Temu und Shein verlieren massiv an Nutzern
Die chinesischen E-Commerce-Plattformen Temu und Shein haben zwischen März und Juni jeden zweiten beziehungsweise jeden achten US-Nutzer verloren, zitiert Koreapost.com einen Artikel der Financial Times. Temu büße 51 Prozent seiner monatlich aktiven Nutzer ein und komme nur noch auf 40,2 Mio., während Sheins Nutzerbasis um zwölf Prozent auf 41,4 Mio. schrumpfe. Auslöser sei die Abschaffung der De-minimis-Regel durch die Trump-Regierung – beide Unternehmen schwenkten daraufhin nach Europa um: Temu verzeichne Zuwächse von 76 Prozent in Frankreich und von 64 Prozent in Deutschland.
Österreich mit erstem Handelsüberschuss seit 17 Jahren
Österreichs Außenhandel verzeichnete 2024 erstmals seit 2007 wieder einen Überschuss von 2,19 Mrd. Euro zitiert Meinbezirk.at Statistik Austria. Die Exporte seien zwar um 4,8 Prozent auf 191,18 Mrd. Euro gesunken, doch die Importe um 6,8 Prozent auf 188,99 Mrd. Euro gefallen. Den höchsten Überschuss in Höhe von 8,51 Mrd. Euro erzielte Österreich mit den USA, während China mit einem Defizit von 10,16 Mrd. Euro und Deutschland mit 4,09 Mrd. Euro am anderen Ende der Skala stehen würden.
Einzelhandel Schweiz: Weniger Essen, mehr Technik
Der Schweizer Einzelhandel verzeichnete laut Handelszeitung.ch im Mai einen nominalen Umsatzrückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Real bleibe die Entwicklung jedoch stabil, teile das Bundesamt für Statistik mit. Während Verbraucher weniger Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren einkauften, griffen sie verstärkt zu IT- und Kommunikationstechnik. Nach dem leichten Wachstum im April markiere der Mai damit eine Trendwende.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Nachhaltigkeits-Report auf Knopfdruck
Das EU-Lieferkettengesetz, aber auch die Entwaldungsverordnung erfordern, dass Unternehmen Transparenz in ihre Beschaffung bringen. Die Auswahl der richtigen ESG-Software dafür stärkt nicht nur die Resilienz gegen Krisen – sie vereinfacht auch das Reporting. Etailment.de hat recherchiert, wie Händler die passenden Tools finden.
E-Bike-Boom dank Online-Strategien
E-Bike-Hersteller in den USA setzen verstärkt auf Direct-to-Consumer-Strategien und umgehen traditionelle Fahrradläden, berichtet Webpronews.com. Die Branche nutze Online-Plattformen, Influencer-Marketing und digitale Vertriebswege, um das Wachstum anzutreiben. Statt Hochglanz-Werbung setzten Marken auf authentische Youtuber und Tiktok-Creators, die E-Bikes in Alltagssituationen präsentierten. D2C-Modelle ermöglichten vollständige Kontrolle über Customer Journey und Margen – Angebote wie Probefahrten zu Hause machten den Online-Kauf attraktiver als der Besuch eines Fahrradladens.
Südafrika: Online-Shopping mit Bargeldzahlung
Mukuru und Payfast revolutionieren laut Htxt.co.za den südafrikanischen E-Commerce mit bargeldbasiertem Online-Shopping. Das „MPay-System“ generiere beim Checkout einen 36 Stunden lang gültigen Code, mit dem Kunden an über 11.000 Standorten großer Einzelhändler wie Spar oder Pick‘n‘Pay zahlen könnten. Die Innovation ziele auf bargeldorientierte Verbraucher in ländlichen Gebieten und Townships ab, denen traditionelle Bankdienstleistungen oft verwehrt blieben. Online-Händler könnten sich so bislang unerreichbare Zielgruppen erschließen, das Fintech-Duo übernehme das Bargeldrisiko.
Website-Besitzer können KI-Crawler künftig zur Kasse bitten
Cloudflare startet den experimentellen Marktplatz „Pay per Crawl“, der es Website-Besitzern ermöglicht, KI-Bots nur gegen Micropayments Zugang zu gewähren, berichtet Techcrunch.com. Publisher könnten damit erstmals systematisch von KI-Crawling profitieren; reguläre neue Cloudflare-Websites würden standardmäßig alle KI-Bots blockieren. Große Verlage wie Time und Associated Press würden das System bereits unterstützen. Die Dringlichkeit zeige sich in drastischen Zahlen: OpenAI „scrape“ (durchsuche) Websites 17.000-mal pro weitergeleiteten Besucher, Anthropic sogar 73.000-mal.
NACHHALTIGKEIT
Nachhaltigkeit scheitert am Geldbeutel
Die Ibi-Partnerstudie zeigt laut Retail-News.de ein gespaltenes Konsumverhalten zwischen Generationen und Idealen. Nachhaltigkeit stelle sich paradox dar: Obwohl als wichtig empfunden, fänden 60 Prozent entsprechende Produkte zu teuer. Die Zahlungsbereitschaft für grüne Alternativen liege nur zwischen 37 und 58 Prozent – am höchsten bei der Generation Z. Besonders deutlich zeigten sich Generationenkonflikte bei ausländischen Online-Plattformen: Während 66 Prozent der Babyboomer Anbieter wie Temu sofort verbieten würden, seien nur 42 Prozent der Jüngeren dafür – diese würden ihre Onlinekäufe schon zu 67 Prozent über soziale Medien abwickeln.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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