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Aktuelle E-Commerce-News: Tarifkonflikt, Lyto, Kundenservice, Knuspr, Zalando, Amazon, Digitec Galaxus, Axa + Newhome und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Verdi weist Kritik Baden-Württembergs zurück
Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer hat in einem Brief auf die Kritik der Großen Tarifkommission der Gewerkschaft in Baden-Württemberg reagiert, die ein schnelles Ende des neunmonatigen Tarifkonflikts gefordert hatte. Nach Informationen von Lebensmittelzeitung.net heißt es in dem Antwortschreiben: „Diese Tarifrunde ist nicht nur eine der längsten und härtesten Tarifrunden, wir sind in dieser Tarifrunde auch so stark wie nie zuvor. Noch nie haben sich bundesweit so viele Betriebe und Beschäftigte an unserer Streikbewegung beteiligt.“ Heute werden die Tarifverhandlungen in Nordrhein-Westfalen in der neunten Verhandlungsrunde fortgesetzt.
D2C-Start-up Lyto: Produkte mit Erinnerungswert
Das junge Düsseldorfer Unternehmen Lyto hat sich auf personalisierte Geschenke und individuelle Wohndeko spezialisiert. Die Produkte werden KI-gestützt entworfen und hergestellt und unter den E-Commerce-Marken „My Babyposter“, „Famwalls“ und „Hey Balu“ vertrieben. Im Etailment-Interview spricht Mitgründer Niklas Mallmann, darüber, mit wem er gerne noch ins Geschäft kommen würde.
Deep Dive: Wertschöpfungsstufen im E-Commerce: So funktioniert guter Kundenservice
Der Kundenservice im E-Commerce muss besser sein als im stationären Handel – nicht nur, um das fehlende Persönliche wettzumachen, sondern auch, um zu einem überzeugenden Alleinstellungsmerkmal zu werden. Alexander Graf und Holger Schneider erklären in einem neuen Beitrag unserer Deep Dive-Reihe, wie es geht.
Knuspr verkauft jetzt Fasten
Der Lieferdienst Knuspr bietet seinen Kunden jetzt die Möglichkeit an einer sechstägigen Fastenkur teilzunehmen, deren Startpunkt der 4. Februar sein wird, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Das Konzept der sogenannten „5+1 Fastenformel“ der Münchner Ärztin Dr. med Elke Lorenz wird durch Videos, Live-Online-Abende und eine Rezeptsammlung erklärt. Alle Zutaten der einen Mahlzeit, die für jeden Tag vorgesehen ist, lassen sich mit einem Klick gesammelt auf Knuspr bestellen und sind in drei Stunden vor der Haustür. Dr. Lorenz verspricht durch diese Kur „Zellregeneration, Entgiftung und Entschlackung“.
Zalando überarbeitet seinen Designer-Bereich
Die Modeplattform Zalando hat die Neugestaltung des Designerbereichs ihrer Website vorgestellt. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, soll dieser nun einer Luxusboutique ähneln. Durch dynamische Designelemente können Markenpartner ihre Kollektionen, Kampagnen oder Kollaborationen in dem nun stärker kuratierten Bereich präsentieren. Zudem wird die Musikerin und Schauspielerin Rina Sawayama für ein Jahr als Markenbotschafterin für das Design- und Luxussegment von Zalando tätig sein.
Privatverkäufer von neuem Steuertransparenzgesetz betroffen
Ab Februar tritt das neue Steuertransparenzgesetz für Plattformen in Kraft, das laut T3N.de auch private Verkäufer auf Amazon, Etsy, Ebay, Airbnb oder Wimdu betrifft. Die Plattformen sind dann gegenüber dem Finanzamt auskunftspflichtig, was die Gewinne aus Privatverkäufen betrifft. Überschreiten diese bestimmte Grenzen – mehr als 30 Verkäufe jährlich oder mehr als 2.000 Euro Umsatz pro Plattform – werden Informationen über Namen, Geburtsdaten, Adressen, Steuernummern, Bankverbindungen und Erlöse an die Behörde übermittelt. Das örtliche Finanzamt überprüft dann die korrekte Versteuerung.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon UK: FBA kein Kriterium für die Buy-Box
Amazon hat der britischen Wettbewerbsbehörde mitgeteilt, dass es Verkäufern, die Fulfillment-by-Amazon nutzen, keine Vorteile bei der Platzierung in der Buy-Box der Website gewährt, berichtet Ecommercenews.eu. Die begehrte Buy-Box ist der Bereich, in dem Kunden einen Artikel in den Warenkorb legen können. Bei mehreren Verkäufern wird derjenige hervorgehoben, der nach Ansicht von Amazon das beste Angebot macht. Dies basiere auf einer Reihe von Faktoren wie dem Preis, der aktuellen Lieferzeit und der Verkäuferbewertung, so der Konzern. Durch die Einhaltung bestimmter Lieferversprechen würden auch Händler, die nicht auf die Amazon-Logistik zurückgreifen, die gleichen Chancen erhalten.
Digitec Galaxus hatte 2023 vier Mio. Kunden
Im vergangenen Jahr kauften 4,09 Millionen Kunden bei Digitec Galaxus ein, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt. Im Heimmarkt Schweiz wurden 3,06 Millionen Verbraucher erreicht, was einem Plus von 12 Prozent entspricht. In Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Belgien und den Niederlanden kauften mehr als eine Mio. Konsumenten ein, was einem Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Unter den angebotenen Warengruppen verzeichneten Schönheit und Gesundheit einen Zuwachs von 50 Prozent, Lebensmittel sogar von 70 Prozent. Im vergangenen Jahr kauften erstmals mehr Kunden über mobile Endgeräte als über den Desktop ein.
Wegen Überwachung: 32 Mio. Euro Bußgeld für Amazon Frankreich
Die französische Datenschutzbehörde hat Amazon zu einer Geldstrafe von 32 Mio. Euro verurteilt, weil das Unternehmen in seinen Lagerhallen eine übermäßige Überwachung durchführt, wie Handelszeitung.ch berichtet. Beanstandet wurde vor allem ein Scannersystem, das jede Unterbrechung zwischen zwei Arbeitsschritten aufzeichnet und diese Daten 31 Tage lang speichert, so dass sich Beschäftigte potenziell für jede Pause oder Unterbrechung rechtfertigen müssen. Außerdem wurde bemängelt, dass weder Besucher noch Mitarbeiter ausreichend über die Videoüberwachung in den Lagerhallen informiert wurden.
Axa steigt mit 20 Prozent bei Newhome ein
Der französische Versicherer Axa steigt laut Versicherungswirtschaft-heute.de bei der Schweizer Immobilienplattform Newhome ein. Deren Kapital soll durch die Ausgabe neuer Aktien erhöht werden. 20 Prozent würden bei Genehmigung durch die Finanzaufsicht Finma an Axa gehen, 50 Prozent an die 19 beteiligten Kantonalbanken und 30 Prozent an die ebenfalls beteiligten 500 Akteure der Immobilienbranche. Newhome ist die Nummer drei unter den Immobilienplattformen in der Schweiz und nur halb so gross wie die Konkurrenten Homegate und Immoscout24, die zudem beide der Swiss Marketplace Group gehören.
Wander versteigert Retouren
Das Start-up Wander aus Spokane im US-Bundesstaat Washington will laut Geekwire.com aus den Retouren des US-Einzelhandels ein neues Geschäftsmodell machen. Im Jahr 2022 beliefen sich die durch Rücksendungen verursachten Kosten in den USA auf 817 Mrd. Dollar, wovon gut ein Viertel auf Onlinekäufe entfiel. Wander will ein Netz von Lagern aufbauen, zurückgeschickte Ware palettenweise von Händlern und Marken aufkaufen und die Produkte einzeln auf seiner Website versteigern – ein Mindestgebot ist nicht vorgesehen. Die Käufer können ihre Schnäppchen dann vor Ort abholen. Da es sich um Einzelauktionen handelt, tauchen die Produkte auch nicht in den Suchergebnissen von Amazon auf, so dass Marken nicht befürchten müssen, sich selber Konkurrenz zu machen oder Imageschaden zu erleiden.
TRENDS & TECH
Qdrant sammelt 26 Mio. Euro ein
Das Datenbank-Start-Up Qdrant aus Berlin hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 26 Mio. Euro Kapital einsammeln können, ausschließlich von Kapitalgebern aus den USA, berichtet Businessinsider.de. Das Unternehmen hat eine Datenbank entwickelt, die – ähnlich wie die Large-Language-Modelle hinter Chatbots – nicht auf Daten basiert, sondern auf Vektoren. Darum ist sie speziell für die Entwicklung und Verbesserung künstlicher Intelligenz geeignet, um zum Beispiel das Problem der Halluzinationen in den Griff zu bekommen oder eine Art von Langzeitgedächtnis aufzubauen. Vektordatenbanken sind zwar nicht neu und finden beispielsweise bei den Suchalgorithmen auf Amazon schon Verwendung, aber die der Berliner sei besonders performant.
NACHHALTIGKEIT
Die amerikanische Post weiht erste Ladestation ein
Der US-Postdienst USPS hat in Atlanta, Georgia, seine erste neue Ladestation für Elektro-Lieferwagen eingeweiht, berichtet Theverge.com. Das Unternehmen arbeitet daran, noch in diesem Jahr 400 Standorte in Sortier- und Zustellzentren umzuwandeln, die zu Drehscheiben für den Einsatz von Elektrofahrzeugen werden sollen. Drei Unternehmen – Siemens, Rexel/ChargepPoint und blink – werden die ersten 14.000 Ladegeräte herstellen, und die ersten 9.259 elektrischen Ford Transit wurden bereits gekauft. Bis 2028 sollen 66.000 Elektrofahrzeuge im Einsatz sein, um so schnell wie möglich eine 100-prozentige Elektrifizierung zu erreichen.
Amazon produziert eigenen grünen Wasserstoff
Amazon hat in seinem Logistikzentrum in Aurora, Colorado, einen Elektrolyseur der Firma Plug Power in Betrieb genommen, der vor Ort grünen Wasserstoff für den Antrieb von derzeit 225 und später bis zu 400 Brennstoffzellen-Gabelstaplern produziert. Wie Lebensmittelzeitung.net weiter ausführt, setzt das Unternehmen bereits 17.000 solcher Fahrzeuge in 80 Fulfillment-Centern in Nordamerika ein. Zu den weiteren Kunden von Plug Power zählt Walmart, in Deutschland testet Lidl seit 2022 den Einsatz von Brennstoffzellen des Herstellers.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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