Temu, Shein, DeepL, Tarifabschluss, Connox, LVMH + Alibaba, Amazon, Cazoo, Cyberbetrug, Microsoft, Eightball, Fashion CEO Agenda

Temu, Shein, DeepL, Tarifabschluss, Connox, LVMH + Alibaba, Amazon, Cazoo, Cyberbetrug, Microsoft, Eightball, Fashion CEO Agenda

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Temu, Shein, DeepL, Tarifabschluss, Connox, LVMH + Alibaba, Amazon, Cazoo, Cyberbetrug und weiteren Themen des Tages.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“

HANDEL NATIONAL

10 Prozent mehr Deutsche nutzen Temu und Shein
91 Prozent der Deutschen kennen laut einer IFH-Umfrage inzwischen Temu und Shein, 43 Prozent nutzen die Plattformen, 22 Prozent kaufen monatlich dort ein, berichtet Zeit.de. Damit sind Bekanntheit und Nutzung innerhalb eines Jahres um zehn Prozent gestiegen. Allerdings sehen die Online-Shopper auch deutlich die negativen Seiten: Gut zwei Drittel der Befragten wollen nicht bei den beiden chinesischen Online-Händlern einkaufen, weil sie die Qualität für schlecht halten (83 Prozent), Angst vor gefälschten Produkten haben (60 Prozent) und sich manipuliert fühlen (50 Prozent). Nur ein Viertel der Verbraucher teilt diese Bedenken nicht.

E-Commerce-Herausforderungen in der Modebranche
Die Modebranche steht im E-Commerce vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die von Logistikmanagern und KEP-Dienstleistern gleichermaßen bewältigt werden müssen. Die permanente Verfügbarkeit von Produkten und ein nahtloser Betrieb über verschiedene Vertriebskanäle hinweg sind entscheidend. Der Trend zum Omnichannel, der sowohl den stationären Handel als auch den Direktversand an Endkunden umfasst, verstärkt diese Anforderungen noch. Der Intralogistikexperte SSI Schäfer unterstützt Unternehmen mit skalierbaren und flexiblen Systemen dabei, die Herausforderungen des E-Commerce zu meistern und die Logistikprozesse zu optimieren. Mehr

Im Zuge des KI-Booms bekommt DeepL 300 Mio. Dollar
Die Kölner Übersetzungsplattform DeepL hat gestern laut Techcrunch.com bekannt gegeben, dass sie in einer neuen Finanzierungsrunde 300 Mio. Dollar Risikokapital eingesammelt hat und damit auf einen Gesamtwert von zwei Mrd. Dollar kommt. Das Start-up unterstützt mittlerweile 32 Sprachen und hat mit DeepL Write bereits einen KI-gestützten Schreibassistenten im Angebot. Trotzdem zählen erst rund 100.000 Unternehmen und Organisationen zur zahlenden Kundschaft. In der Tech-Branche gilt DeepL noch als Geheimtipp; es wird sich zeigen, ob der Fokus auf die Qualität von Übersetzungen und Texten dauerhaft ausreicht, um sich gegen die gängigen Chatbots durchzusetzen, die diese Dienste scheinbar nebenbei erledigen. Trotzdem sind die Kölner momentan laut Manager-Magazin.de Deutschland wertvollstes KI-Unternehmen.

Drei Bundesländer unterzeichnen Tarifabschluss
Mit Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen haben drei weitere Bundesländer den Tarifabschluss im Einzelhandel unterzeichnet, auf den sich Arbeitgeber und Verdi in Hamburg geeinigt hatten, berichtet Textilwirtschaft.de. Nachdem die Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz den bereits unterschriebenen Abschluss wieder zurückgezogen hatten, war vorgestern sogar ein Wiederaufflammen des Tarifkonflikts befürchtet worden. Die nächsten Verhandlungen sind für den 31. Mai in Schleswig-Holstein und den 6. Juni in Baden-Württemberg geplant.

Connox erwirbt 49 Prozent von Design Bestseller
Der Hannoveraner Wohndesign-Onlinehändler Connox hat sich laut Excitingcommerce.de 49 Prozent der Anteile am direkten Konkurrenten Design Bestseller gesichert. Connox war 2020 nach fünf Jahren erfolgreichen Wachstums Teil des E-Commerce-Angebots von Nine United geworden - ebenso wie der Münchner Onlineshop im gleichen Marktsegment, Ambiente Direct, sowie Flinders aus den Niederlanden.


HANDEL INTERNATIONAL

LVMH vertieft Zusammenarbeit mit Alibaba
Der französische Luxuskonzern LVMH hat laut Fashionunited.com angekündigt, seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba zu vertiefen, um „das Luxus-Einkaufserlebnis in China neu zu definieren“. Konkret wird LVMH neben dem Datentool „Datapin“ und der Lernplattform „PAI“ aus der Alibaba Cloud nun auch die Funktionen des großen Sprachmodells „Qwen“ für die auf dem chinesischen Festland und in Südostasien aktiven Marken des Konzerns nutzen.

Amazon UK investiert in Mikromobilität
Laut Ecommercenews.eu hat Amazon in Großbritannien in ein Netzwerk von „Micromobility Hubs“ (Mikromobilitätsknotenpunkten) investiert, um Elektro-Lastenräder statt Diesel-Transporter auf der letzten Meile der Zustellung einsetzen zu können. Im Prinzip handelt es sich bei den Hubs um Sortierzentren im städtischen Raum, deren Sortiment ständig an die lokalen Bedürfnisse angepasst wird. Sie wurden bisher in Belfast, Glasgow und Manchester sowie in den Londoner Stadtteilen Wembley, Southwark, Croydon und Shoreditch eingerichtet.

Shein und Temu treiben Preise für Luftfracht in die Höhe
Der Erfolg von Shein und Temu führte laut Forbes.com zu einem Anstieg der Luftfrachtkosten von 2,32 Dollar pro Kilogramm im Jahr 2019 auf mittlerweile 4,75 Dollar, wobei ein Ende der Teuerung noch nicht abzusehen ist. Das tägliche Warenvolumen der beiden Unternehmen wird weltweit auf 9.000 Tonnen geschätzt, das entspricht 88 Boeing-Frachtern vom Typ 777, die in der Regel leer nach China zurückfliegen müssen. Um möglichst schnell liefern zu können – das „Fast“ in Fast Fashion – kommt der Transport per Schiff nicht in Frage. Frachtschiffe produzieren etwa 10 bis 40 Gramm Kohlendioxid pro Tonnenkilometer, Flugzeuge dagegen 500 Gramm.

Cazoo ist insolvent
Der britische Online-Gebrauchtwagenhändler Cazoo hat laut Theguardian.com Insolvenz angemeldet. Ein Käufer für den Marktplatz und die verbleibenden Vermögenswerte wird gesucht. Cazoo war einst ein Vorzeigeunternehmen des britischen E-Commerce, als es nur zwei Jahre nach seiner Gründung an die New Yorker Börse ging. Im Februar 2021 erreichte die Marktkapitalisierung fast 11 Mrd. Dollar. Im Folgejahr verdoppelte sich der Umsatz auf 333 Mio. Pfund. Da aber auch die Verluste auf 243 Mio. Pfund gestiegen waren, wurde das EU-Geschäft aufgegeben und die Belegschaft um 700 Mitarbeiter reduziert. Im März wurden alle stationären Aktivitäten eingestellt und nochmals über 700 Angestellte entlassen. Trotzdem fand sich kein neuer Investor.



Cyberbetrug wächst schneller als Onlinehandel
Der weltweite Onlinehandel ist im vergangenen Jahr um sieben Prozent gewachsen, die Zahl der Cyberangriffe auf E-Commerce-Transaktionen durch Menschen aber um 59 Prozent, zitiert N-Tv.de aus dem Jahresbericht des Datensicherheitsdienstleisters Lexis Nexis Risk Solutions. Angriffe durch Bots sind dabei nicht berücksichtigt. Zum Vergleich: Bezieht man auch Attacken auf Banktransaktionen oder Computer- und Glücksspielseiten mit ein, beträgt der Anstieg nur 19 Prozent.

Truecaller + Microsoft: Telefonate mit eigener Stimme beantworten
Die skandinavische Telefonanruf-App Truecaller hat sich mit Microsoft zusammengetan und nutzt laut Techcrunch.com Azure AI Speech, um zahlenden Nutzern die Möglichkeit zu geben, Anrufe von einer KI-generierten Kopie ihrer eigenen Stimme beantworten zu lassen. Um das digitale Audio-Double zu erstellen, müssen lediglich einige Zeilen eines vorgefertigten Skripts gesprochen werden. Der KI-Anrufbeantworter kann dann für jeden Anrufer anders antworten und bei Rückfragen sogar individuelle Antworten geben. Das Unternehmen ahnt vielleicht, dass Missbrauch möglich ist, denn in die Audiodaten ist ein KI-Wasserzeichen zur Erkennung implantiert. Hören kann man das aber nicht. Dafür braucht man ein „Detektor-Tool“. Na dann …
Preisgekrönte Studenten wegen ihrer Lern-Software suspendiert
Zwei Studenten der Emory University in Atlanta haben mit „Eightball“ eine Lernsoftware entwickelt, die es ihren Kommilitonen ermöglicht, Vorlesungsunterlagen, Lehrpläne und andere Lernmaterialien hochzuladen, um dann von künstlicher Intelligenz erstellte Übungsaufgaben oder Lernkarten zu erhalten. Eine gute Idee, die laut Golem.de auch mit einem mit 10.000 Dollar dotierten Unternehmerpreis der Universität belohnt wurde. Doch nachdem Eightball an die Softwareplattform der Universität angeschlossen wurde, hatten die Professoren plötzlich Bedenken und suspendierten die beiden allzu klugen Köpfe, weil die Software zum „Schummeln“ benutzt werden könnte, obwohl es dafür keine Beweise gibt. Die KI-Revolution frisst ihre Kinder.


NACHHALTIGKEIT


„Fashion CEO Agenda“ wünscht sich netto-positive Modebranche
Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des Global Fashion Summit wurde eine Sonderausgabe der „Fashion CEO Agenda“ veröffentlicht. Laut Fashionunited.com handelt es sich dabei um einen Leitfaden, der Modeunternehmen helfen soll, bis 2050 netto-positiv zu werden. Dazu sei es notwendig, Nachhaltigkeit messbar zu machen, Wachstum neu zu definieren, Konsumenten für diese Ziele zu aktivieren und das Menschliche an die erste Stelle zu setzen. Führende Unternehmen der Modebranche müssen etablierte Standards in Frage stellen und ihre Bemühungen um Veränderung verstärken. Laut des jüngsten Berichts des Apparel Impact Institute werden die Emissionen der Branche bis 2030 um 40 Prozent zunehmen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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