
The Platform Group, Chip, Fressnapf, Otto, Singles Day, Tiktok Shop, Newegg + Shein, Airbnb + Instagram, Gumtree + Evri, KI-Betrug
Aktuelle E-Commerce-News zu The Platform Group, Chip, Fressnapf, Otto, Singles Day, Tiktok Shop, Newegg + Shein und weiteren Themen des Tages im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Kundenzufriedenheit steigern durch digitales Filialmanagement per App
Administrative Aufgaben, aufwendige Warenprozesse oder manuelle Bestandssuchen kosten Store-Mitarbeitende wertvolle Zeit, die für Kundenberatung fehlt. Abhilfe schafft die Mobile Store Management App, die sämtliche Filialprozesse digitalisiert und relevante Daten auf der Fläche bereitstellt. Wie das funktioniert, zeigt das REMIRA-Webinar am 24.11. um 10 Uhr. Jetzt kostenfrei anmelden
HANDEL NATIONAL
The Platform Group plant Verdoppelung auf drei Mrd. Euro Umsatz
The Platform Group hat ihre Langfristplanung „Vision 2030“ vorgestellt, meldet Finanzen.ch. Das Unternehmen strebe bis dahin einen Umsatz von über drei Mrd. Euro und ein Handelsvolumen von mehr als 4,5 Mrd. Euro an. Die Partnerzahl solle von derzeit 15.900 auf über 40.000 wachsen, während die Marge erstmals in den zweistelligen Bereich steigen solle – momentan liege sie bei acht Prozent. Durch ein AI-First-Programm würden über 60 Prozent der internen Prozesse automatisiert, was jährliche Einsparungen von 8 bis 15 Mio. Euro ermögliche. Das Portfolio solle von 28 auf über 50 Branchen erweitert werden. Zudem plane TPG für das nächste Jahr den Eintritt in den amerikanischen Markt.
Ihr Leitfaden für Amazon Ads während der Haupt-Shopping-Saison
Die Feiertags-Shopping-Saison rückt näher und Amazon Ads bietet Lösungen an, die dazu beitragen können, dass deutsche Unternehmen aller Größen zu diesen Haupt-Shopping-Zeiten Kunden erreichen. Shopping-Events in der Feiertagssaison wie Black Friday und Cyber Monday eröffnen Werbetreibenden wertvolle Chancen, Kunden zu erreichen, die aktiv einkaufen und bereit sind, neue Marken zu entdecken. Mehr
Chip ist jetzt auch ein Online-Shop
Das etablierte Technikmagazin Chip launcht einen eigenen Online-Shop, wie Retail-News.de berichtet. Der Verlag Burdaforward verwandle das bisherige Testprojekt „Dasprodukt.de“ in den offiziellen Chip Store. Das Sortiment umfasse sowohl geprüfte Markenprodukte als auch eigens entwickelte Technik, die im Münchner Testcenter dieselben Qualitätskontrollen durchlaufe wie externe Artikel. Die Plattform verknüpfe hierfür redaktionelle Testexpertise mit direktem Verkauf – aus der klassischen Testinstanz werde so eine Verbrauchermarke, die Information und Einkauf miteinander verbinde.
Handelsverband kritisiert Widerrufspflicht als überflüssig
Der Handelsverband Deutschland kritisierte laut Pressemitteilung in einer Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages die geplante Verpflichtung zur Widerrufsfunktion als überflüssig. Das Widerrufsrecht werde im Online-Handel bereits umfangreich genutzt und funktioniere problemlos, erklärte HDE-Abteilungsleiter Georg Grünhoff. Der Verband fordere mehr Flexibilität: Bei Bestellungen mit Kundenkonto solle die Widerrufsfunktion dort platziert werden dürfen, bei Bestellungen ohne Konto sollten Händler statt fehleranfälliger Freitextfelder auch Links nutzen können.
Fressnapf verkürzt Lieferkette durch Büro in Hongkong
Fressnapf eröffnet ein neues Beschaffungsbüro in Hongkong, wie das Unternehmen mitteilt. Die neue Gesellschaft „Fressnapf Asia Limited“ solle den Omnichannel-Händler für Heimtierbedarf näher an asiatische Lieferanten bringen und Markteinführungszeiten verkürzen. Durch direkte Zusammenarbeit mit lokalen Herstellern wolle man die Produktentwicklung beschleunigen und die Qualitätssicherung verbessern. Das Büro werde eine hybride Struktur aus zentralem Standort und regionalen Teams aufbauen und sei bis Ende 2026 vollständig operativ.
Nur 60 Prozent der Online-Shops transparent bei Kundenbewertungen
Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Bundesverband haben laut Pressemitteilung zwischen April und Juli 462 Webseiten von Online-Händlern und Dienstleistern geprüft und dabei 122 Anbieter abgemahnt. Etwa jedes vierte Unternehmen habe nicht oder unzureichend offengelegt, ob und wie es die Echtheit von Kundenbewertungen überprüfe. Nur knapp 60 Prozent der geprüften Anbieter hätten rechtskonform gehandelt. Unternehmen müssten ihre Prüfverfahren deutlich sichtbar anzeigen – etwa auf der Startseite oder direkt bei den Produkten. Hinweise im Kleingedruckten oder auf Unterseiten reichten nicht aus, betont Stefan Brandt, Sprecher der Gemeinschaftsaktion.
BLACK FRIDAY
Otto startet Black Friday am 14. November
Otto weitet seine Black-Friday-Phase auf zweieinhalb Wochen aus und startet bereits am 14. November, berichtet der Hamburger Online-Händler. Der Singles Day habe die Bestellwerte gegenüber einem ohnehin starken Vorjahr gesteigert – bei Spielekonsolen z. B. um 89 Prozent, wie CEO Marc Opelt mitteilt. Ab dem 18. November würden über 40.000 Deals ausgerollt. Die Rückgabefrist für November-Käufe verlängere sich bis Ende Januar. Bestellungen bis zum 22. Dezember würden noch pünktlich unter dem Weihnachtsbaum landen.
HANDEL INTERNATIONAL
Chinas Singles Day: Trotz verhaltener Stimmung neuer Rekord
Der Singles Day habe in China einen Rekordumsatz von 1,7 Bio. Yuan (206 Mrd. Euro) erreicht, nach 1,44 Bio. Yuan im Vorjahr, berichtet Reuters.com. Allerdings hätten sich die Rabattaktionen über den bisher längsten Zeitraum erstreckt, sodass die Resonanz insgesamt verhalten ausfalle. Die großen Plattformen, die keine Gesamtumsatzzahlen mehr veröffentlichten, meldeten dennoch Jubelergebnisse: JD.com berichte von 40 Prozent mehr Nutzern und 60 Prozent mehr Bestellungen, Alibaba von 35 Marken mit über 12 Mio. Euro Umsatz in der ersten Stunde. Andere Online-Händler hätten gemischte Ergebnisse gemeldet.
Tiktok Shop wächst schneller als ChatGPT
Tiktok Shop zählt zu den drei am schnellsten wachsenden Marken in den USA, wie Businessinsider.com berichtet. Die Social-Shopping-Plattform sei zwischen dem ersten und dritten Quartal stärker gewachsen als ChatGPT oder Coinbase und habe als einziges Social-Media-Tool die Top 20 erreicht. Was 2023 noch als störend empfunden worden sei, gelte mittlerweile als selbstverständliche Einkaufsalternative zu Shein oder Temu. Die Plattform werde inzwischen als eigenständige Marke wahrgenommen, nicht mehr nur als die Erweiterung einer Video-App.
Newegg verkauft stylishe Gaming-Hardware auf Shein
Der Tech-Händler Newegg hat laut Pressemitteilung einen eigenen Storefront auf Sheins US-Marktplatz eröffnet. Das Sortiment umfasse über 1.000 Technologieprodukte – von Gaming-Laptops über Ultrabooks bis hin zu Kopfhörern. Die Kooperation ziele auf stilbewusste Gamer, die ihre Geräte als Modeaussage verstünden. Eine Euromonitor-Studie aus diesem Jahr belege außerdem, dass 38 Prozent der Online-Shopperinnen mindestens einmal die Woche Games spielen würden. Das Angebot werde künftig saisonal angepasst.
Airbnb füllt die Kühlschränke per Instacart
Airbnb testet einen Service, bei dem Gäste Lebensmittel über Instacart bestellen können, berichtet Engadget.com. Die Besonderheit sei, dass Bestellungen bis zu drei Wochen vor Anreise möglich seien – ideal für geplante Grillabende oder Feiertage. Die Einkäufe einräumen müssten die Gastgeber, aber diese Dienstleistung werde mit einer Pauschale von 25 Dollar entlohnt. Das dreimonatige Pilotprogramm starte am 5. Januar mit ausgewählten Gastgebern in Städten wie Phoenix, Orlando und Los Angeles.
Kleinanzeigenplattform Gumtree kooperiert mit Evri
Die britische Kleinanzeigenplattform Gumtree entwickelt sich zum vollwertigen Marktplatz und kooperiert dafür mit dem Lieferdienst Evri, berichtet Channelx.world. Erstmals integriere die Plattform Zahlung und Lieferung als Komplettservice, zunächst in den Kategorien Mode, Accessoires sowie Baby & Kinder. Der Service mit vollständigem Tracking starte in ausgewählten Bereichen, der komplette Rollout folge 2026. Evri bringe 20.000 Kuriere und 10.000 Parcelshops in die Partnerschaft ein – Gumtree zehn Mio. monatliche Besucher, fast zwei Mio. aktive Anzeigen und einen Zugang zum boomenden Recommerce-Markt.
TRENDS & TECHNOLOGIE
70 Prozent würden Shopping an KI delegieren
Fast alle Käufer planen, für Weihnachten sowohl online als auch im Laden einzukaufen, zeigt eine globale Umfrage von Applause. 41,3 Prozent wollten online mehr ausgeben als im Vorjahr, 35,5 Prozent im stationären Handel. Bemerkenswert sei das wachsende Interesse an KI: Sieben von zehn Befragten würden ihre Weihnachtseinkäufe an KI-Agenten delegieren, knapp die Hälfte der befragten Tech-Unternehmen entwickle bereits entsprechende Tools. 56,5 Prozent planten über soziale Medien zu shoppen: Instagram (67,9 Prozent), Facebook (63,4 Prozent) und Tiktok (52,8 Prozent) seien dabei die beliebtesten Kanäle.
Google warnt vor KI-gestützten Betrugsmaschen
Google warnt vor einer Welle ausgefeilter Betrugsmaschen, die im November verstärkt Jobsuchende, kleine Unternehmen und Weihnachtskäufer ins Visier nehmen, berichtet Mashable.com. Viele der Attacken würden durch KI befeuert: Betrüger täuschten Arbeitgeber vor und forderten Gebühren, erpressten Händler mit gefälschten Negativ-Bewertungen oder lockten mit angeblich kostenlosen KI-Tools, die tatsächlich Schadsoftware installierten. Auch vermeintliche VPN-Apps entpuppten sich als Spyware-Schleudern, während falsche Ermittler Opfern die Rückholung gestohlener Gelder gegen Vorkasse versprächen. Pünktlich zum Black Friday schwemmten zudem Fake-Shops und Phishing-Nachrichten durchs Netz.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge