3D-Illustration zu Weihnachtsgeschäft, Rechnungskauf, Social Commerce und Kurzvideos im Handel
© Black Forest Labs / Flux

Weihnachtsgeschäft, Gründen im Handel, Rechnungskauf, Facebook, Instagram, Tiktok, Ebay, Türkei, Kurzvideos, Agentic Commerce

Aktuelle E-Commerce-News: Weihnachtsgeschäft, Gründen im Handel, Rechnungskauf, Facebook, Instagram, Tiktok, Ebay, Türkei und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

Der Einzelhandel steht niemals still: heute Social Commerce, morgen KI-Personalisierung
Käufer erwarten, dass an jedem Kontaktpunkt alles schnell und reibungslos funktioniert. Hinter den Kulissen ist dies jedoch komplex – daher verzichten führende Marken auf schwerfällige Software-Pakete und setzen stattdessen auf einen Composable-Ansatz, der schneller und flexibler ist und auf Veränderungen ausgelegt ist. Der Guide von Contentful zeigt, wie Sie konsistent bleiben, personalisieren, Omnichannel-Lösungen umsetzen und innerhalb weniger Wochen liefern können.
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HANDEL NATIONAL

Weihnachtsgeschäft: Sparsame Kunden, optimistische Händler
Deutsche Verbraucher planen für Weihnachten durchschnittlich nur noch 183 Euro ein – 38 Euro weniger als im Vorjahr, wie eine Shopify-Studie zeigt. Fast die Hälfte setze sich strikte Budgetgrenzen, während sich 77 Prozent der Händler dennoch höhere Umsätze erhofften. Paradox wirke der Umgang mit Technologie: 72 Prozent wollten KI beim Shoppen nutzen, doch 67 Prozent forderten gleichzeitig zwischenmenschliche Interaktion – ein Anstieg von 45 Prozent zum Vorjahr. Jeder Zweite breche Online-Käufe wegen komplizierter Check-outs ab. Zudem beginne ein Viertel der Kunden früher mit dem Shopping, doch nur 14 Prozent der Händler seien darauf vorbereitet.

Gründen im Handel: Wem Banken gerne Geld geben
Trotz schwieriger Zeiten erhalten gründungswillige Händlerinnen und Händler eine Finanzierung, auch mit wenig Eigenkapital. Die Zahlen zeigen: Wer zum Beispiel Bürgschaftsbanken überzeugt, hat gute Chancen auf Erfolg. Etailment.de hat sich umgehört.

Rechnungskauf-Werbung erfordert Bonitäts-Hinweis
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Online-Händler beim Bewerben des Rechnungskaufs auf die Bonitätsprüfung hinweisen müssen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Im Streit zwischen Verbraucherzentrale und Bonprix habe der EuGH bereits im Mai geurteilt, dass Rechnungskauf ein objektiver Vorteil sei, dessen Bedingungen klar anzugeben seien. Der BGH bestätige nun, es handele sich zwar nicht um Irreführung nach Paragraph fünf UWG, aber um eine abmahnfähige Informationspflichtverletzung. Das Oberlandesgericht Hamburg müsse abschließend urteilen.

Fast jeder vierte Online-Shop verlinkt auf tote OS-Plattform
Fast jeder vierte Online-Shop verlinkt weiterhin auf die seit Juli abgeschaltete EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung, berichtet Retail-News.de. Der Händlerbund habe in einer Stichprobe von 788 Shops 23 Prozent mit dem veralteten Link identifiziert. Der obsolete Verweis stelle mittlerweile rechtlich eine Irreführung dar und berge das Risiko kostspieliger Abmahnungen wegen unlauterer Informationspflichtverletzung. Besonders kleinere Händler ohne juristische Begleitung übersähen die Aktualisierung häufig. Der Händlerbund habe betroffene Betreiber proaktiv informiert und empfehle, neben Impressum und AGB auch Bestellbestätigungen sowie E-Mail-Signaturen zeitnah zu bereinigen.

22.12. ist Stichtag für DHL-Weihnachtspakete in Deutschland
DHL hat seine Business-Kunden über die Versandfristen für Weihnachten 2025 informiert. Pakete innerhalb Deutschlands müssten spätestens am 22. Dezember bis zwölf Uhr regulär abgeholt werden, um noch bis Heiligabend zuzustellen. Die Frist gelte ausschließlich für das DHL Paket, nicht für Kleinpakete oder Sperrgut. Für internationale Sendungen staffele der Logistiker die Stichtage nach Zielland: Nachbarländer wie Österreich und die Schweiz könnten bis 19. Dezember beliefert werden, weiter entfernte europäische Länder früher, weltweite Sendungen müssten bereits am 6. Dezember eingeliefert sein. DHL empfehle generell, ein bis drei Tage Puffer einzuplanen.


HANDEL INTERNATIONAL

DSA: Facebook, Instagram und Tiktok unter Verdacht
Die EU-Kommission wirft Facebook, Instagram und Tiktok vor, gegen den Digital Services Act zu verstoßen, berichtet Spiegel.de. Alle drei Plattformen böten laut vorliegenden Ermittlungsergebnissen zu wenig Einblick in ihre Daten, die Wissenschaftlern etwa Studien über Auswirkungen gewaltverherrlichender Inhalte auf Kinder ermöglichen sollten. Meta müsse sich zusätzlich vorhalten lassen, die Meldung illegaler Inhalte durch zu viele Schritte zu erschweren und ein umständliches Beschwerdeverfahren bei Accountsperrungen anzubieten. Die Konzerne könnten noch entlastendes Material vorlegen und Anpassungen vornehmen.

Ebay UK kürt Kleinunternehmer des Jahres
Ebay UK hat die Gewinner seiner „Top Seller Awards 2025“ bekanntgegeben, berichtet Channelx.world. Die Auszeichnung würdige kleine Unternehmen und Entrepreneure, die über die Plattform starten, wachsen und exportieren. Die acht prämierten Betriebe stammten aus Branchen wie nachhaltige Mode, Vintage-Sammlerstücke und innovative Start-ups – vom Second-Hand-Elektronikhändler Music Magpie bis zum Pokémon-Karten-Verkäufer Tcgx. Jeder Gewinner erhalte 10.000 Pfund, individuellen Business-Support und eine Einladung zur Award-Verleihung in London.

Türkei lädt zum E-Commerce-Gipfel mit 90-Mrd.-Dollar-Vision
Am 21. und 22. November versammelt die Türkiye E-Commerce Week das digitale Handels-Ökosystem des Landes in Istanbul, berichtet Turkiyetoday.com. Das vom Handelsministerium organisierte Treffen bringe Marktplätze, KMU, Logistiker und Investoren zusammen, um die Zukunft eines 90-Mrd.-Dollar-Markts zu gestalten. Panels beleuchteten KI-transformierten Handel, Verhaltenswissenschaft und Fintech-Innovationen. Start-ups träfen auf Investoren, Workshops simulierten neue Geschäftsmodelle, und ein „Digital Commerce Monolith“ zeige Live-Daten des türkischen Online-Handels.

Britische Händler setzen trotz Kostendruck auf Innovation
Mehr als die Hälfte der britischen Händler will in den kommenden zwölf Monaten verstärkt in Produktinnovation investieren, zeigt laut Channelx.world eine Untersuchung von Alibaba. 91 Prozent sähen Innovation als zentralen Erfolgsfaktor, 43 Prozent wollten bestehende Produkte aufwerten, 34 Prozent auf Kundenwünsche reagieren. Allerdings bremsten hohe Kosten: 59 Prozent empfänden Innovation als zu teuer, 37 Prozent kämen mit dem Veränderungstempo nicht mit. Als Gegenmittel setzten 58 Prozent auf KI-Tools.


41 Mio. Deutsche konsumieren regelmäßig Kurzvideos
41,6 Mio. Menschen ab 14 Jahren in Deutschland schauen regelmäßig Kurzvideos auf Tiktok, Instagram oder Youtube, zitiert Heise.de die Studie „Video Trends 2025“ der Medienanstalten. Reels seien mit 27,7 Mio. Nutzern am beliebtesten, während Tiktok die längste Verweildauer verzeichne – knapp zwei Drittel der Stammnutzer verbrächten dort über eine Stunde täglich. Die Hauptmotive lägen bei Langeweile (61 Prozent), Unterhaltung (58 Prozent) und Entspannung (42 Prozent). Etwa ein Drittel habe sich zur Bundestagswahl gezielt Kurzvideos angeschaut, für jeden Fünften seien diese sogar wahlentscheidend gewesen.

KI flutet Amazon USA mit Heilmittel-Ratgebern
82 Prozent der Ratgeber für pflanzliche Heilmittel auf Amazon USA seien mittlerweile KI-generiert, so laut Golem.de eine Untersuchung von Originality.ai. Das Unternehmen analysierte 558 zwischen Januar und September 2025 veröffentlichte Bücher. Selbst der Kategorien-Bestseller „The Natural Healing Handbook“ weise eine KI-Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent auf. Die vermeintliche Autorin Luna Filby, ihre angebliche Organisation und sämtliche in Rezensionen zitierten Experten existierten nicht. 96 Prozent aller untersuchten Werke enthielten KI-Inhalte, bei 77 Prozent beträfen diese Zusammenfassung, Inhalt und Autorenbeschreibung gleichermaßen.

Agentic Commerce: Algorithmen statt Kunden überzeugen
Autonome KI-Agenten übernehmen künftig Produktsuche, Preisverhandlungen und Kaufabwicklung ohne menschliches Eingreifen, berichtet Retail-News.de unter Berufung auf einen McKinsey-Report. Die Beratung beziffere das weltweite Marktpotenzial bis 2030 auf drei bis fünf Bio. Euro. Unternehmen wie Google, OpenAI, Stripe und Shopify entwickelten bereits die technische Infrastruktur für dieses neue Ökosystem. Visa teste KI-kompatible Karten, Shopify öffne seine Kataloge für Agenten. Online-Händler müssten ihre Produktverzeichnisse agententauglich gestalten, um künftig Algorithmen statt Menschen zu überzeugen.

Große Marken setzen vermehrt auf Anti-KI-Kampagnen
Große Marken wie Polaroid, Heineken und Aerie setzen auf Anti-KI-Werbung, um wachsende Verbrauchermüdigkeit gegenüber der Technologie aufzugreifen, berichtet Businessinsider.de. Polaroid verspotte Tech-Giganten mit Plakaten nahe deren New Yorker Standorten, Aeries Verzicht auf KI in Anzeigen sei der beliebteste Instagram-Post des Unternehmens. Eine Pew-Research-Studie zeige, dass 50 Prozent der Amerikaner besorgt über KI-Nutzung seien, 57 Prozent stuften gesellschaftliche Risiken als hoch ein. KI-generierte Kampagnen von Coca-Cola und Toys „R“ Us seien als seelenlos kritisiert worden. KI-Anzeigen lösten laut Analysen drei Prozent weniger starke positive Emotionen und zwölf Prozent häufiger Misstrauen aus.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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