3D-Illustration zu Zoll, Retouren, Cybersicherheit und Amazon-Regulierung im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Wettbewerbszentrale + Amazon, Zoll + Asos, Ebay, Frasers, Liketik, Retouren USA, KI + Behörden, Cyberangriffe, In-App-Käufe

Aktuelle E-Commerce-News: Wettbewerbszentrale + Amazon, Zoll + Asos, Ebay, Frasers, Liketik, Retouren USA, KI + Behörden und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

„Kundenzufriedenheit steigern durch digitales Filialmanagement per App“
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HANDEL NATIONAL

Wettbewerbszentrale wiederholt Anklage gegen Amazon
Die Wettbewerbszentrale verklagt Amazon erneut vor dem Landgericht Frankfurt, berichtet Diebewertung.de. Der Vorwurf: Drittanbieter hätten Produkte mit irreführenden Angaben beworben – etwa Leuchtmittel mit veralteter Energieeffizienzklasse oder fälschlich als wasserdicht deklarierte Geräte. Zwar entferne Amazon gemeldete Angebote, doch tauchten vergleichbare Verstöße später erneut auf. Die Wettbewerbszentrale pocht auf das „Notice and Stay Down“-Prinzip: Plattformen müssten nicht nur konkrete Angebote löschen, sondern künftige gleichartige Rechtsverstöße aktiv verhindern. Eine höchstrichterliche Entscheidung stehe noch aus.

Bevh kritisiert DHL-Preispolitik
In einer Medienmitteilung kritisiert der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel die Preispolitik von DHL scharf. Die Partnerschaft leide unter mangelnder Verlässlichkeit, vereinbarte Preise würden mehrfach jährlich erhöht und Leistungen gekürzt. Die Peak-Zuschläge träfen alle Händler, unabhängig von den tatsächlichen Ausliefermengen. Besonders irritierend: DHL stelle Effizienzgewinne als Mehraufwand dar – Investitionen in kostensparende Packstationen dienten nun als Begründung für Preiserhöhungen, während zeitgleich Zuschläge für die teurere Haustürzustellung angekündigt würden.

Zollbehörden fordern nach: Asos bleibt gelassen
Der britische Online-Modehändler Asos steht wegen mutmaßlich nicht korrekt gezahlter Einfuhrabgaben im Fokus deutscher Zollbehörden, wie Retail-News.de unter Berufung auf die Financial Times berichtet. Im Rechtsstreit um Zollanmeldungen seien über 95 Prozent der relevanten Vorgänge bereits geprüft. Externe Berater schätzten die zusätzliche Steuerlast auf rund 500.000 Euro – eine Summe, die das Unternehmen im Verhältnis zu seiner Größe als unwesentlich einstufe. Man befinde sich in laufenden Gesprächen und juristischen Verfahren mit den Behörden und rechne mit einem positiven Abschluss.

Ebay scheint Auszahlungsfristen zu verlängern
Wie deutsche Händler schon im Juli beobachteten, scheint Ebay Verkaufserlöse zunehmend erst drei Tage nach Zustellung auszuzahlen, wie Onlinehaendler-News.de berichtet. Die Verzögerung belaste verständlicherweise besonders kleinere Unternehmen durch verschärften Cashflow-Druck. Ebay habe offiziell von Einzelfällen gesprochen, die mit ungewöhnlichen Verkaufsmustern begründet waren. Nun habe ein US-Händler den Kundendienst mit der Aussage zitiert, es handle sich um eine neue, seit 22. September geltende Richtlinie für alle Seller, was die Diskussion wieder aufflammen lasse.


HANDEL INTERNATIONAL

Frasers Group startet Verkauf via ChatGPT und Gemini
Die britische Frasers Group wird als erster großer Händler in Europa das agentische Handelssystem von Commercetools integrieren, berichtet das Unternehmen. Kunden von Sports Direct, Flannels und Frasers könnten künftig direkt über KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity einkaufen – inklusive Bezahlung direkt im Chat. Die exklusive Partnerschaft nutze AI Hub und Agent Gateway über das Agentic Commerce Protocol. CEO Andrew Burton von Commercetools warne, viele Händler unterschätzten die Geschwindigkeit, mit der sich agentisches Einkaufen etablieren werde.

Marktplätze dominieren Europas grenzüberschreitenden E-Commerce
Online-Marktplätze erwirtschafteten im Geschäftsjahr zwischen 2024 und 2025 rund 247,5 Mrd. Euro im europäischen grenzüberschreitenden E-Commerce, berichtet Ecommercenews.eu unter Berufung auf Cross-Border Commerce Europe. Dies entspreche 70 Prozent des Gesamtumsatzes von 358,7 Mrd. Euro. Amazon und Temu führten das europaweite Ranking an, gefolgt von Ebay, Aliexpress, Etsy, Vinted, OLX, Zalando, Decathlon und Shein. Die Top-100-Plattformen hätten ihren Umsatz um zehn Prozent auf 216,8 Mrd. Euro gesteigert. Für 2026 erwarte man einen stabilen Marktplatz-Anteil bei weiter wachsendem Gesamtvolumen.

Italien plant Sonderabgabe gegen Ultra-Fast-Fashion
Italien plant eine Sonderabgabe auf Fast-Fashion-Plattformen wie Shein, Temu und Amazon Haul, berichtet Retail-News.de. Industrieminister Adolfo Urso habe das Geschäftsmodell als „Ultra-Fast-Fashion“ bezeichnet, welches italienische Hersteller schädige und die Verbraucher gefährde. Als rechtliche Grundlage diene die EU-Richtlinie zur erweiterten Herstellerverantwortung, wonach Produzenten künftig für Sammlung, Sortierung und Recycling ihrer Produkte zahlen müssten.

Liketik macht Reichweite zu Geld
Das neue Start-Up Liketik will es Content Creators erleichtern, mit KI ihre Reichweite zu monetarisieren, berichtet IT-Boltwise.de. Die Lösung integriere automatisch zu den Videos passende Produkte in die Shops der Creators – ohne jegliche Vorkosten. Das über 20-köpfige Team aus Lüdenscheid wolle Liketik zur führenden Plattform der „Creator Economy“ ausbauen. E-Commerce-Unternehmen erhielten dadurch direkten Zugang zu relevanter Reichweite, ohne hohe Marketingausgaben stemmen zu müssen.

US-Handel rechnet mit Retouren im Wert von 850 Mrd. Dollar
US-Händler erwarten für dieses Jahr Retouren im Wert von fast 850 Mrd. Dollar, berichtet Retail-Insight-Network.com. Die Retourenquote liege bei 15,8 Prozent des Jahresumsatzes, im Online-Handel sogar bei 19,3 Prozent. Kostenlose Retouren seien mittlerweile für 82 Prozent der Konsumenten kaufentscheidend. Händler kämpften mit steigenden Kosten und Retourenbetrug, der neun Prozent aller Rücksendungen ausmache. Drei Viertel der Händler würden bereits künstliche Intelligenz zur Betrugserkennung einsetzen.


Digitalminister will KI in der Behördenverwaltung
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger will künstliche Intelligenz verstärkt in der Verwaltung einsetzen, berichtet Zeit.de. Ein zwölfwöchiger Test bei Wasserstoffinfrastruktur-Genehmigungen habe bereits eine Arbeitserleichterung von 70 Prozent gebracht. Langfristig sei der Einsatz auch bei Hausbauanträgen geplant. Selbst bei Asylgesuchen könne KI mitwirken, allerdings müsse bei sensiblen Entscheidungen ein Mensch die Kontrolle behalten. Die Systeme könnten 80 bis 90 Prozent der Arbeit übernehmen und Sachbearbeitern mehr Zeit für den Kontakt mit Bürgern verschaffen.

Deutschland Lieblingsziel für Cyberangriffe in Europa Deutschland ist das am häufigsten von Cyberattacken betroffene Land in der EU, wie laut Spiegel.de aus dem Microsoft Digital Defense Report hervorgeht. Weltweit betrachtet würden sich 3,3 Prozent aller weltweiten Cyberangriffe im ersten Halbjahr gegen die Bundesrepublik richten – damit rangiere sie hinter den USA, Großbritannien und Israel auf Platz vier. Bei über der Hälfte der Attacken gehe es um Erpressung durch Ransomware, Spionage würde nur vier Prozent ausmachen. Die größten Bedrohungen stammten von Hackergruppen aus Russland, China, Nordkorea und Iran.

33.000 Euro: Vater haftet für In-App-Käufe des Sohnes
Ein Vater muss 33.000 Euro für In-App-Käufe seines siebenjährigen Sohnes zahlen, entschied das Landgericht Karlsruhe laut Golem.de. Der Junge habe über 20 Monate hinweg in einem Spiel mehr als 1.200 Transaktionen durchgeführt – bezahlt über das Google-Play-Konto des Vaters. Dieser habe seinem Sohn das Tablet ohne Kindersicherung oder PIN-Abfrage überlassen und damit eine sogenannte Anscheinsvollmacht geschaffen. Die Vielzahl der Käufe hätte ihm auffallen müssen, so das Gericht. Das Urteil gelte als deutliches Signal: Wer Kindern Geräte mit hinterlegtem Zahlungsmittel überlasse, müsse entsprechende Schutzmaßnahmen einrichten.


NACHHALTIGKEIT

Scamp & Dude: Neue Second-Hand-Plattform mit Belohnung
Die britische Damenmodemarke Scamp & Dude lanciert einen Second-Hand-Marktplatz ausschließlich für Mitglieder ihres Treueprogramms, berichtet Drapersonline.com. Die Plattform „Pre-Loved“ ermögliche es Kunden und Kundinnen, gebrauchte Scamp & Dude-Artikel innerhalb der Community zu verkaufen. Verkäuferinnen erhielten 110 Prozent des Verkaufswerts als Guthaben für den Online-Shop. CEO Jo Tutchener Sharp erkläre, man wolle Lieblingsstücken ein zweites Leben schenken und so ihre „Superkräfte“ bewahren.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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