Wie der Mittelstand mit Amazon und Zalando kuschelt, Daimler steigt bei Carwow ein, DocMorris, P&G, Wayfair, eBay, Wish

Wie der Mittelstand mit Amazon und Zalando kuschelt, Daimler steigt bei Carwow ein, DocMorris, P&G, Wayfair, eBay, Wish

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn die alten Paläste trotz aller Löscharbeiten abbrennen, sollte man sich lieber rechtzeitig nach einer neuen Bleibe umsehen. Attraktive Optionen gibt es. Der mittelständische Handel hat das allmählich begriffen.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL


Daimler investiert in Autokauf-Website Daimler führt eine 28 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde beim aufstrebenden Start-up Carwow an. Am Namen liegt es nicht. Eher daran, dass es sich bei Carwow um eine Autokauf-Website handelt, die Kunden nach der Auswahl an Händler in der Nähe weiterleitet. Man kauft sich dringend nötiges Knowhow.
Versandapotheke droht Berlin DocMorris droht mit einer Klage, wenn die Bundesregierung die geplante Apotheken-Reform umsetzt. Laut Gesetz dürften Apotheken aus dem EU-Ausland dann keine Rabatte mehr für verschreibungspflichtige Medikamente anbieten. Das soll die Apotheken vor Ort gegen Internet-Apotheken schützen. DocMorris sieh darin einen Verstoß gegen das EU-Recht.
Wie der Mittelstand mit Amazon, Zalando und Co kuschelt
Intersport ist schon länger auf Kuschelkurs mit Amazon. Nun öffnet man sich laut Handelsblatt sogar massiv Amazon und eBay. Unter dem Label „Budget Sport“ können die Händler jetzt Restposten bei Amazon verkaufen. Mit Hilfe des Wiesbadener Start-ups Sportmarken24 können Händlern zudem mit minimalem Aufwand ihre gesamten Bestände auf den führenden Marktplätzen präsentieren. Auf das Zauberwort "Restposten" als Lockstoff baut auch Zalando. Dort richtet sich nun die Katag, Europas wohl größter Dienstleister für den Modehandel, heimisch ein. Im kommenden Quartal sollen die ersten 50 Läden von Katag-Partnern im Rahmen des stetig wachsenden Connected Retail-Programms Waren an Kunden von Zalando liefern können.

P&G verkauft Rasierer online
Procter & Gamble verkauft die Produkte seiner Marke Gillette nun auch direkt im Webshop. Auch ein Abo ist möglich. Wie immer versucht man, dass dem Handel so zu verkaufen, dass man da ja vor allem Erfahrungen sammeln wolle. Als wenn das noch jemand glaubt.

INTERNATIONAL

Amazon will Digitalsteuer weiterreichen
Während das endgültige weltweite Ende der Dash Buttons, einem Seitenarm der technischen Evolution, die so weder Kunden noch Gerichte wollten, nur Formsache war, und auch der Aktienverkauf von Amazon-Chef Jeff Bezos im Wert von 1,8 Mrd. Dollar (Spritgeld für sein Raumfahrtprojekt), nur ein Fußnote eines Börsentages war, sollte man vor allem auf diese Drohung schauen: In Frankreich will Amazon die geplante dreiprozentige Digitalsteuer an seine Unternehmenskunden weiterreichen. Das könnte noch zu einigen Verwerfungen führen und hierzulande einige auf Ideen bringen.

Wayfair häuft mehr Verluste an
US-Onlinemöbelhändler Wayfair kann zwar den Umsatz im zweiten Quartal um 41,6% auf 2,3 Mrd Dollar steigern, aber bei den Verlusten ging es noch steiler nach oben: plus 80,6% auf -181,9 Mio Dollar. Im Möbelhandel sind Kunden eben noch teurer zu bekommen und zu halten als andernorts. Sonst wäre im Flächengeschäft ja nicht gefühlt irgendwo Dauerschlussverkauf. In dem scheint übrigens auch die Aktie von Home24 zu sein.

eBay bietet kompletten Lager- und Versandservice
Nachdem Testläufe in Deutschland gut angekommen sind, lanciert eBay zunächst in den USA ab kommendem Jahr auf breiter Front seine Antwort auf "Fullfillment by Amazon". "Managed Delivery" bietet Verkäufern einen kostengünstigen Lager- und Versandservice.


Facebook hängt sich an Instagram und WhatsApp Instagram soll künftig “Instagram from Facebook” und WhatsApp “WhatsApp from Facebook” heißen. Wie uncool ist das denn bitte?
Zahl des Tages
Die Shopping App Wish kommt nach einer Finanzierungsrunde auf einen Unternehmenswert von 11,2 Milliarden Dollar. Das Investment wird von der globalen Equity-Gesellschaft General Atlantic angeführt.

Lesetipp des Tages Wie ein Frankfurter Sneaker Dealer ungeliebte Bots hereinlegte und dabei ganz legal auch noch Kasse machte. Großes Kino.
Favorit der Leser
Ein Bürgermeister in Bad Hersfeld zeigt, wie man eine Stadt und seinen Handel digitalisiert. Damit verwirrt er die Traditionalisten vor Ort. Aber das ist ihm egal, denn über der Stadt thront der größte Prozess-Beschleuniger, den es im Handel je gab. Und der ist für den Bürgermeister das Maß der Dinge. Mehr in "Die Woche im Handel".
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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