
Otto wächst vor allem mit Möbeln, Milliarden-Deal - Amazon kauft arabischen Marktplatz, MyToys, STEG, Ford, Starbucks
Guten Morgen etailment-Leserinnen und Leser! Über Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung sind viele dicke Bücher geschrieben worden. Ein aktuelles Zahlbeispiel dazu: Über 50 Prozent der Händler glauben, dass sie dem Kunden ein personalisiertes Einkaufserlebnis bieten. Auf Kundenseite ist nur jeder Vierte dieser Meinung. Auch mit Blick auf den Start von Amazon Fresh gibt es parallel existierende Meinungswelten.
Otto wächst vor allem mit Möbeln:
Es läuft bei Otto, aber langsam und eher gediegen. Der Versender Otto hat seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um 6 Prozent auf 2,72 Milliarden Euro gesteigert. Das ist unter dem Branchenschnitt und unter dem 10-Prozent-Zuwachs des Vorjahres. Auch die Rendite blieb unter dem Zielkorridor von 3 bis 5 Prozent. Interessant ist, dass Otto in einigen digitalen Wachstumsbereichen, in denen andere Onliner sich mit gereckten Mäusepfötchen gerne als Marktführer feiern, gewaltige Zahlen vorweisen kann. Mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen macht Otto beispielsweise 911 Millionen Euro Umsatz und schafft ein zweistelliges Wachstum. Wer weiter wachsen will, der braucht aber auch mehr Leute. Rund 300 Stellen, besonders in den Bereichen IT, E-Commerce und Business Intelligence, will Otto in diesem Jahr besetzen. Angesichts des "War for Talents" in der Branche keine ganz leichte AufgabeAmazon Fresh und die Reaktionen:
Die Welt ist manchmal eine seltsame. Längst ist klar, dass Amazon Fresh im Frühjahr in Deutschland starten wird. Aber erst als nun das Handelsblatt meldet, dass es im April zusammen mit DHL in Berlin losgeht, beherrscht Panik die Schlagzeilen. Natürlich nicht bei allen. DPA zitiert einen frustrierten Stephan-Thomas Klose von der Drogeriemarktkette Rossmann, der meint: "Die Kunden kaufen tatsächlich fast nur Katzenstreu, Hundefutter und Klopapier im Netz, weil sie den Kram nicht durch die Fußgängerzonen schleppen wollen.“ Damit lasse sich kein Geld verdienen. Auch bei Aldi ist man laut "SZ" überzeugt, dass sich der Onlinehandel mit Obst und Gemüse nicht rechnet. Warum sich das Geschäft für Amazon doch lohnt (Stichwort: Mischkalkulation) und die Panik im Handel berechtigt ist, sagt meiner einer im Interview mit dem WDR.MyToys steigert sich:
Die Mytoys-Gruppe steigerte sich 2016 um 10 Prozent auf 556 Millionen Euro. Der Mobile-Anteil am Gesamtumsatz lag bei rund 45 Prozent. Insgesamt wurden circa 70 Prozent des Traffics über Smartphones und Tablets generiert. Zur Gruppe gehören die Shopping-Angebote von myToys, ambellis, mirapodo, yomonda und limango.Schweizer Elektronikhändler liefert am Sonntag:
Nach der Einführung der STEG Express 3 Stunden-Lieferung im November 2016 erweitert der Schweizer Elektronikhändler seinen Service mit der STEG Wunschtermin-Lieferung. Damit sind auch Zustellungen neu an Samstagen und Sonntagen möglich.INTERNATIONAL
Amazon kauft Souq:
Amazon kauft sich mit souq.com den größten Marktplatz des Mittleren Ostens und legt dafür laut Reuters rund eine Milliarde Dollar auf den Tisch. Viel Geld, aber im arabischen Markt ist reichlich Kaufkraft und Wachstum.TRENDS & FAKTEN
Blick in den Amazon-Buchladen in der Nachbarschaft:
Business Insider hat sich im Nachbarschafts-Buchladen von Amazon in Chicago umgesehen und wundert sich in dem kleinen Video vor allem darüber, dass es dort nur Bücher mit einer "Sterne"-Bewertung ab 4,5 gibt.Kaffee bestellen im Ford:
Ich weiß ja nicht, wie dringend Ihr Bedürfnis ist, aus dem Auto heraus ihren Starbucks-Kaffee zu bestellen. Aber bei Ford können Sie das in den USA via Amazon Alexa tun, weiß Geekwire.Zahl des Tages:
Die Marktplatzhändler bei Amazon wachsen deutlich schneller als eBay-Powerseller. Amazon-Händler steigern sich durchschnittlich um 21,4 Prozent, eBay-Händler nur um 9 Prozent, haben Afterbuy und Plentymarkets ausgerechnet. Das kann man bei Shopanbieter nachlesen.Beliebtester Beitrag am Vortag:
Gerade in den Shops von kleineren Unternehmen kommt ein Grundbestandteil des guten Shopping-Erlebnisses einfach zu kurz: Den Kunden mit tollen Produkten zu verführen. Ein Aufruf.Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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