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Aktuelle E-Commerce-News: Zalando, AWS, Verbraucherstimmung, Selbständige, KI-Shopping, Debenhams, Marryfromhome, Schweiz und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
E-Commerce mit robusten 2,8 Prozent Wachstum
Der deutsche E-Commerce verzeichnete im dritten Quartal ein Plus von 2,8 Prozent auf 17,96 Mrd. Euro Umsatz, wie der Bevh mitteilt. Güter des täglichen Bedarfs seien mit 8,1 Prozent besonders stark gewachsen, allen voran Drogerie- und Parfümerieartikel mit 11,1 Prozent Zuwachs. Asiatische Anbieter hätten ihren Marktanteil auf 4,9 Prozent ausgebaut – ein Indikator für die anhaltende Sparneigung der Verbraucher, erklärt Bevh-Vizegeschäftsführer Martin Groß-Albenhausen. Der Computer- und Softwarebereich habe zeitgleich ein Minus von 7,7 Prozent zu verkraften gehabt.
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Streiks bei Zalando: Verdi will zehn Prozent mehr Lohn
Im Logistikzentrum von Zalando in Erfurt setzen Beschäftigte ihre Streiks fort, berichtet Zeit.de. Die Gewerkschaft Verdi werfe dem Online-Händler fehlende Verhandlungsbereitschaft vor und fordere die Anerkennung der Flächentarifverträge für den Einzel- und Versandhandel. Diese lägen über zehn Prozent oberhalb der aktuellen Zalando-Löhne und böten zusätzlich höhere Zuschläge sowie kürzere Arbeitszeiten. Von den etwa 2.800 Beschäftigten beteiligten sich rund 200 am Ausstand – dem vierten in der Geschichte des Standorts.
AWS investiert Milliarden in Frankfurt und Brandenburg
AWS investiert bis Ende nächsten Jahres 8,8 Mrd. Euro in seine Cloud-Infrastruktur in der Region Frankfurt, berichtet Politico.eu. Die Expansion solle die wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten bedienen und nebenbei jährlich 15.200 Arbeitsplätze in lokalen Unternehmen schaffen. Zwischen 2024 und 2026 werde die Investition voraussichtlich 15,4 Mrd. Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beisteuern. Parallel plane AWS, bis 2040 weitere 7,8 Mrd. Euro in die European Sovereign Cloud zu stecken, die Ende diesen Jahres in Brandenburg an den Start gehen soll.
Konsumlaune steigt zaghaft – Aufschwung bleibt aus
Die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich im Oktober leicht auf, wie das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland zeigt. Der Index lege geringfügig zu, die Anschaffungsneigung steige, während die Sparneigung nahezu konstant bleibe. Ein spürbarer Konsumaufschwung sei jedoch nicht erkennbar – eine Erholung des privaten Konsums werde frühestens im kommenden Jahr erwartet. Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher seien gesunken, da Hoffnungen auf gesamtwirtschaftliches Wachstum unter der neuen Bundesregierung enttäuscht worden seien. Die Einkommenserwartungen stiegen hingegen.
Selbständige kämpfen mit Finanzierung und Zukunftsangst
Der Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex für Selbständige und Kleinstunternehmen rutschte im September auf minus 19,8 Punkte ab, meldet das Ifo-Institut. Viele Soloselbständige spürten deutlichen Gegenwind, während die Skepsis vor einer baldigen Erholung zunehme, erklärt Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. Die Unsicherheit bleibe mit 30,4 Prozent deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft. 45,1 Prozent der Selbständigen klagten über Schwierigkeiten beim Kreditzugang – ein sprunghafter Anstieg gegenüber dem Vorquartal mit 34,9 Prozent.
HANDEL INTERNATIONAL
KI-Shopping wächst zu Weihnachten 520 Prozent
Das US-Weihnachtsgeschäft wird 253,4 Mrd. Dollar Online-Umsatz generieren, ein Plus von 5,3 Prozent, prognostiziert Adobe Analytics laut Techcrunch.com. KI-gestütztes Online-Shopping werde um 520 Prozent zulegen, wobei 53 Prozent der Verbraucher KI für die Produktrecherche und 40 Prozent für Empfehlungen einsetzen werden. 36 Prozent werden mit der Technologie nach Schnäppchen suchen, 30 Prozent nach Geschenkideen und das besonders in den Kategorien Spielzeug, Elektronik, Schmuck und Körperpflege.
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Debenhams bringt fünf Modemarken nach Amerika
Die Debenhams Group expandiert mit fünf Eigenmarken in die USA, berichtet Channelx.world. Coast Fashion, Warehouse Fashions, Oasis Fashion, Nasty Gal und Karen Millen würden künftig über Macy’s, Bloomingdale’s und Nordstrom verkauft. Bemerkenswert sei der Rollenwechsel: In Großbritannien betreibe Debenhams einen Marktplatz, in Amerika agiere das Unternehmen selbst als Marktplatz-Verkäufer über den Partner Refined Networks. Die Strategie bereite möglicherweise einen späteren US-Marktplatz-Launch vor.
Marryfromhome: Heiraten vom Sofa aus
Die Plattform Marryfromhome.com ermöglicht rechtsgültige Eheschließungen vollständig online, berichtet das Unternehmen. Gründer Daniel Oz habe den Service 2020 für seine Schwester entwickelt, die während der Pandemie nicht habe heiraten können. Mittlerweile nutzen Tausende Paare jährlich die Plattform. Der Prozess umfasse Lizenz, Zeremonie und Zertifikat – alles vom Sofa aus. Das Angebot richte sich explizit auch an LGBTQ+ und interreligiöse Paare und sei international verfügbar. Die Ehen seien nach US-Recht anerkannt und würden in allen Ländern, die dem Haager Apostille-Übereinkommen von 1961 beigetreten sind, als rechtsgültig gelten.
Europas Einzelhandel mit dem kleinstmöglichen Plus
Der Einzelhandel in der Eurozone legte im August saisonbereinigt um 0,1 Prozent zu, während das Volumen in der EU stabil blieb, so Eurostat. Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze um 1,0 respektive 1,1 Prozent. Lebensmittel und Kraftstoff hätten zugelegt, Non-Food-Produkte seien leicht zurückgegangen. Zypern und Malta verzeichneten mit jeweils über neun Prozent die stärksten Jahreszuwächse, Rumänien büße hingegen 3,8 Prozent ein.
Schweizer Handel setzt bei der KI auf Bedacht
Die Schweizer Einzelhändler halten sich beim KI-Einsatz zurück, berichtet Handelszeitung.ch. An der GDI-Handelstagung werde die Vorsicht deutlich: Die Migros prüfe gezielt KI-Integration und lege dabei besonderen Wert auf interne Systeme zum Datenschutz; Coop nutze KI hauptsächlich für Warenflusssteuerung und Verkaufsprozesse, mache aber keine Angaben zu erzielten Einsparungen. Expertin Uta Jüttner von der Hochschule Luzern schätze die Einsparpotenziale auf fünf bis 15 Prozent bei der Beschaffung, abhängig von der Datenqualität. Jennifer De Capitani von der Berner Fachhochschule bezweifle, dass KI Fachkenntnisse ersetzen könne – besonders in der öffentlichen Beschaffung blieben Transparenz und Gleichbehandlung zentral.
Online-Drohungen zwingen Tiktok zur Büroschließung
Tiktok schloss seine Büros in Los Angeles nach einer Serie von Online-Drohungen gegen Mitarbeiter, berichtet Businessinsider.com. Die Polizei in Culver City habe am Freitag einen Verdächtigen festgenommen. Die Drohungen seien auf X und Rumble veröffentlicht worden und hätten sich gezielt gegen die E-Commerce-Abteilung Tiktok Shop gerichtet. Der Account des Nutzers sei wegen Verstoßes gegen die Richtlinien zu hasserfüllten Inhalten gesperrt worden. Die Sicherheitskräfte evakuierten den Standort vorsorglich, die Situation sei friedlich beigelegt worden.
TRENDS & TECHNOLOGIE
E-Commerce im Reality-Check
Der deutsche E-Commerce durchlebt nach Jahren steilen Wachstums momentan einen Reality-Check, konstatiert Absatzwirtschaft.de. Von 140.000 Online-Händlern mit 650 Mrd. Euro Umsatz profitierten zuletzt nur noch die Marktplätze, während klassische Online-Shops das Nachsehen hätten. Asiatische Discounter wie Temu und Shein seien binnen zwei Jahren von unter einem Prozent auf 6,4 Prozent aller Transaktionen gewachsen – Nachfrage, die den etablierten Händlern nun fehle. Die Künstliche Intelligenz biete spezialisierten Online-Händlern jedoch eine neue Chance: Sie könne Googles Traffic-Monopol aufbrechen und die Anbieter belohnen, die über hohe Datentiefe verfügten und ihre Zielgruppe genau verstehen würden.
ChatGPT wird für Tipps, Texte und Infos genutzt
ChatGPT erreicht mittlerweile 700 Mio. wöchentliche Nutzer, wie T3N.de eine neue OpenAI-Studie zitiert. Fast die Hälfte der Unterhaltungen würden 18- bis 25-Jährige führen, 52 Prozent der Nutzer seien weiblich – eine deutliche Verschiebung gegenüber den anfänglich 80 Prozent männlicher Anwender. Am häufigsten werde der Chatbot für praktische Tipps (28,3 Prozent) und zur Texterstellung (28,1 Prozent) genutzt. Mit 21,3 Prozent folge die Informationssuche, wobei 2,1 Prozent bereits Produktrecherchen beträfen – eine wachsende Konkurrenz für Googles 55-Mrd.-Dollar-Geschäft mit Suchanzeigen. Romantische Unterhaltungen machten bislang nur 1,9 Prozent aus.
Messenger rebellieren gegen EU-Pläne zur Chatkontrolle
Whatsapp-Chef Will Cathcart warnt vor einem EU-Gesetz zur automatischen Durchsuchung von Messenger-Nachrichten nach Kindesmissbrauch, berichtet Spiegel.de. Der Vorschlag untergrabe die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und gefährde Privatsphäre sowie Sicherheit aller Bürger. Auch Threema verurteile die Pläne als Massenüberwachung, Signal habe bereits mit Marktaustritt gedroht. Die dänische Ratspräsidentschaft treibe den Gesetzentwurf voran, während digitalpolitische Organisationen wie D64 und der CCC in der Kampagne „Chatkontrolle stoppen“ dagegen mobilisieren. Die Bundesregierung habe bisher keine klare Position bezogen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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