
Zalando-Chefs kassieren 50 Mio Euro, Amazon drängelt, Monoprix, Lyft, Food-Start-ups
Liebe Leserin, lieber Leser, an einen Satz von Jeff Bezos muss ich in letzter Zeit häufiger denken. Der CEO sagte 2009, Anzeigen seien "der Preis, den man zahlt, wenn das Produkt unscheinbar ist". Inzwischen hat sich die Einstellung geändert. Amazon macht nicht nur immer mehr und immer aggressiver Werbung für eigene Produkte, sondern fällt damit zunehmend unangenehm auf.
Schweiz stoppt In-Car-Delivery Die Schweizer Post, Le Shop und Volvo beenden ihren Test mit der Kofferraumzustellung. Grund: Mangelnde Nachfrage. In der Schweiz kamen überhaupt nur maximal 10.000 Volvo für den Test in Frage und die Teilnehmer mussten außerdem bereits am Vortag den Parkplatz des Autos auf 200 Meter eingrenzen.
INTERNATIONAL
Amazon drängt Nutzern Eigenmarken auf
Amazon treibt das Spiel mit frecher Schmarotzer-Werbung weiter auf die Spitze. Der E-Commerce-Riese experimentierte kürzlich mit mobilen Fenstern, die Eigenmarkenprodukte anbieten, wenn Kunden die Produktseiten nach bestimmten, ähnlichen Artikeln anderer Hersteller durchsuchen. Der Layer legte sich dabei aggressiv über die Produktseite und musste weggeklickt werden. Kann man machen, ist natürlich extrem unhöflich. Auch gegenüber dem Kunden. Unsere Bildergalerie zeigt weitere Beispiele, wie Amazon mehr und mehr zum Handzettel - auch in eigener Sache - verkommt. Die vehemente Art mit der Amazon bei den Kunden für seine Eigenmarken wirbt, könnte auch damit zusammenhängen, dass die Labels zuweilen alles andere als Selbstläufer sind. Bezos Erkenntnis von 2009 könnte also durchaus stimmen.
Monoprix will mit Amazon intensiver zusammenarbeiten
Die Casino-Tochter Monoprix will ihre Zusammenarbeit mit Amazon Prime Now in Paris über die Stadtgrenzen hinweg weiter ausbauen. Casino-CEO Jean-Charles Naouri spricht von einer "exzellenten" Kooperation. Mon dieu, muss man sich da wundern. Denn wenn man hierzulande Partner befragt, dann hat Naouri diese Meinung ziemlich exklusiv. Die Casino-Gruppe will bis Ende 2021 30 Prozent des Umsatzes online machen.
TRENDS & FAKTEN
Lyft hofft auf Milliarden Dollar bei Börsengang
Bereits kommende Woche könnte der Fahrtenvermittler Lyft seinen Börseneinstand geben und will bei seinem IPO zwei Milliarden Dollar Kapital einsammeln. Die Bewertung könnte dabei kräftig auf bis zu 23 Milliarden Dollar steigen, heißt es bei Techcrunch. Viel Geld für ein Start-up, das mit jeder Fahrt Verlust macht. Rivale Uber, der auch jede Menge Verlust vor sich herschiebt, steht im April ebenfalls vor dem Börsengang.
Treffen der Food-Start-ups
Das Food Innovation Camp in Hamburg deckt jetzt wieder den Tisch für Start-ups aus der Lebensmittelszene. Diesmal gibt es nicht nur innovative und leckere Eindrücke aus der jungen deutschen Food-Szene, sondern auch eine Non-Food-Area mit alternativen Verpackungen, Kosmetik und Küchenzubehör. Einmal mehr vergibt das Event in Hamburg den Food Innovation Award für spannende neue Produkte. Für Kopf und Bauch also bitte den 20. Mai notieren.
Lesetipp des Tages
Der Handel ist mit einem allmächtigen Kunden konfrontiert. Um ihn zu erreichen, muss er auf allen Plattformen präsent sein und sich den Zukunftsthemen stellen. Künstliche Intelligenz und Automatisierung, Mobile und Voice Commerce sowie Instagram, Snapchat & Co gehören für Händler gleichermaßen auf die To-do-Liste. Die wichtigsten Trends stellt unser aktuelles Whitepaper "E-Commerce-Trends 2019" vor.
Start-up des Tages
Anprobe nach Maß. Das ist immer noch ein großes Versprechen im Onlinehandel. Das Tech Start-up Fision will das Versprechen einlösen.
Favorit der Leser am Vortag
Mit Kochboxen waren einst viele Hoffnungen für den Online-Verkauf von Lebensmitteln verbunden. Doch das Geschäft bleibt schwierig und teuer. HelloFresh, Marley Spoon und Kochhaus suchen daher online und offline nach Wegen aus der Nische.
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Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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