Nach Praktiker-Pleite: Auch Max Bahr zahlungsunfähig

Nach Praktiker-Pleite: Auch Max Bahr zahlungsunfähig

Erst die Mutter, jetzt die Tochter: Die Baumarktkette Max Bahr ist ebenfalls insolvent. Hintergrund ist der Rückzug eines Warenkreditversicherers. Für Verdi ist das ein Skandal. (aktualisiert)

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die Geschäftsführer der Max-Bahr-Gesellschaften werden daher kurzfristig beim zuständigen Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragen. Es ist derzeit beabsichtigt, ein Insolvenzplanverfahren durchzuführen.

Von den Insolvenzverfahren betroffen sind die folgenden Gesellschaften des Praktiker-Konzerns: Baumarkt Max Bahr Geschäftsführungs GmbH, Baumarkt Max Bahr GmbH & Co. KG, Baumarkt Max Bahr Warenhandels GmbH, Baumarkt MB Vertriebs GmbH. Das internationale Geschäft des Praktiker-Konzerns bleibt von den Insolvenzverfahren hingegen unberührt.

Unter der Marke Max Bahr wurden zuletzt 132 Märkte betrieben. Viele ehemalige Praktikermärkte wurden zuletzt auf diese Marke umgeflaggt, wovon sich die Konzernmutter eine Verbesserung der Geschäftslage im Gesamtunternehmen erhoffte.

"Eine Zerschlagung des Konzerns muss verhindert werden"

Die Gewerkschaft Verdi hat schon eine erste Forderung formuliert. "Eine Zerschlagung des Konzerns muss unbedingt verhindert werden", sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag. "Auch Warenkreditversicherer, Banken, Lieferanten und Vermieter müssen Verantwortung für die Arbeitsplätze und Existenzen der rund 15.000 Beschäftigten bei Max Bahr und Praktiker übernehmen."

Es sei skandalös, dass ein einzelner Warenkreditversicherer aus kurzfristigem Profitinteresse die Fortführung des Unternehmens gefährde. "Wer über Jahre gute Geschäfte mit Praktiker und Max Bahr gemacht hat, muss jetzt auch aktiv daran mitwirken, den Beschäftigten und ihrem Unternehmen eine Perspektive zu eröffnen", betonte Nutzenberger. Vorrang müsse jetzt die Warenbelieferung der Märkte und Filialen haben. "Die Beschäftigten sind trotz der großen Unsicherheit um ihre berufliche und persönliche Zukunft weiterhin engagiert und bereit, sich für ihr Unternehmen einzusetzen. Damit das Geschäft aber weiterlaufen kann, muss ausreichend Ware in die Regale und Lager."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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