Nun auch Neckermann-Gelände verkauft

Nun auch Neckermann-Gelände verkauft

Eine türkische Investorengruppe übernimmt das ehemalige Neckermann-Areal zum Schnäppchenpreis. Dort soll ein neues Handelszentrum entstehen.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Der bisherige Eigentümer des Geländes war die britische Segro-Group, die 2007 für das Neckermann-Areal noch 197 Millionen Euro bezahlt haben soll. Der neue Eigentümer bezahlte nur noch knapp ein Viertel der Summe: Die Segro-Group bestätigte der "Frankfurter Rundschau" einen Kaufpreis von 46 Millionen Euro.

Türkisch-deutsches Handelszentrum

Die neuen Investoren wollen auf dem Gelände, von dem 313.000 Quadratmeter bebaut sind, offenbar ein großes türkisch-deutsches Handelszentrum errichten, auf dem türkische wie deutsche Firmen ihre Produkte verkaufen sollen.

Ertürk erklärte gegenüber der türkischen Tageszeitung "Sabah", dass die Investoren auf dem Grundstück und in den Gebäuden eine Anlage für verschiedene Großhändler und Ausstellungsräume planen: "Zum Beispiel könnte auf einer Etage auf dem recht großen Gebäude ein Großhändler für Auto-Ersatzteile zusammengebracht werden", zitiert die Zeitung auf ihrem deutschsprachigen Internetportal den Anwalt. "Auf einer anderen Etage können Unternehmen Hotelbedarf verkaufen. Diese Firmen können ihre Waren in unseren Depots unterbringen."

Seit 2013 hat das Bremer Logistik-Unternehmen BLG Logistic Group Teile des brachliegenden Areals und zwei Hochregallager und mehrere Hallen des insolventen Versandhändlers angemietet. "Wir sind kräftig am Wachsen und bleiben auf jeden Fall auf dem Gelände", sagte BLG-Sprecher Andreas Hoetzel laut "Frankfurter Rundschau". Daran ändere der Besitzerwechsel nichts.

Gruppe auf Einkaufstour in Deutschland

Die türkische Investorengruppe ist schon seit geraumer Zeit in Deutschland auf Einkaufstour und hat unter anderem das Schloss Schaumburg im rheinland-pfälzischen Balduinstein, das Gut Gentzrode im brandenburgischen Neuruppin und das Schloss Kransberg im Taunus erworben. Im April 2012 hatte Ertürk zudem Interesse an dem Kauf der Westerwaldkaserne in Montabaur bekundet, um dort ein Handelszentrum zu eröffnen. Daraus wurde aber nichts, die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) wurden eingestellt.

Während die Stadtverantwortlichen in Frankfurt noch nicht so recht wissen, was die türkischen Investoren im Osten der Mainmetropole nun so alles vorhaben und wie sie sie einschätzen sollen, ist eine Sache gewiss: Das verlassene ehemalige Neckermann-Hauptverwaltungsgebäude steht unter Denkmalschutz und darf dementsprechend nicht abgerissen werden. Das 257 Meter lange und 65 Meter breite Haus wurde in den Jahren 1958 bis 1961 nach den Plänen des Architekten Egon Eiermann gebaut.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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