Die Prognose war schon nicht gut, die Realität ist entsprechend: Hugo Boss büßt aufgrund der Konjunkturschwäche auf europäischen Märkten ein. Der eigene Einzelhandel bleibt jedoch das Erfolgsmodell des Modekonzerns.
Vom Nahen Osten bis nach China
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verbesserte sich im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 591 Millionen Euro. Vor Steuern verdiente Hugo Boss mit 437 Millionen Euro nur ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. Schuld daran waren Sonderkosten, die durch die Vertragsauflösung mit einem Handelsagenten im Nahen Osten sowie den geplanten Abbau von Produktionsstandorten anfielen.
Die Schwaben übernehmen seit geraumer Zeit bislang von Partnern betriebene Läden. Ab März werde nun auch das Geschäft in Südkorea in Eigenregie geführt, wie Hugo Boss mitteilte. Den chinesischen Markt beackert Hugo Boss ab April ebenfalls komplett selbst. Im Nahen Osten baut Hugo Boss 2015 zudem eine eigene Vertriebsgesellschaft auf.
Aktie büßt ein
Der Konzern glaubt, auf diese Weise die Marke besser präsentieren und die Wachstumspotenziale der jeweiligen Märkte ausschöpfen zu können. Über die Kaufpreise bei den Übernahmen sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Einfluss auf Umsatz und Ergebnis werde allerdings im laufenden Jahr positiv sein. Die ausführlichen Zahlen für 2014 und den Dividendenvorschlag will der Konzern am 11. März bekanntgeben.
An der Börse sackte die im MDax notierte Hugo-Boss-Aktie am Mittwoch zunächst um rund 2,5 Prozent ab. Allerdings hatte das Papier zuletzt auch enorm an Wert gewonnen. Das Unternehmen wird von dem Finanzinvestor Permira kontrolliert, der seine Beteiligung schrittweise abbaut. Aktuell hält Permira noch 32 Prozent, am Markt wird aber mit weiteren Verkäufen gerechnet.
