Online-Bezahldienst nur der Anfang

Online-Bezahldienst nur der Anfang

Paydirekt, der Paypal-Konkurrent der deutschen Banken, will bald mehr sein als reine Online-Bezahlplattform. Händler wie die Metro Group verhandeln derzeit mit den Geldinstituten.

MSMarion SchalkRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Dies sagte Thomas Ullrich, Vorstand bei der DZ Bank bei einem Pressegespräch an diesem Freitag in Frankfurt am Main. Die DZ Bank ist das Zentralinstitut der genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken. Auch andere Teilnehmer aus der Finanzbranche sollen die Plattform künftig nutzen: "Alles rund um den Zahlungsverkehr ist denkbar, Versicherer, Zahlungsverkehrdienstleister. Da gibt es keine Zielvorgaben", sagte Ullrich.

Paydirekt nicht nur in Deutschland

Zudem soll sich Paydirekt nach der Vorstellung Ullrichs perspektivisch nicht nur auf Deutschland konzentrieren, sondern auch bei Händlern im Ausland etablieren, da man im Internet nicht lokal, regional oder national denke. "Ich bin davon überzeugt, dass das einer der nächsten Schritte sein wird." Banken wie die italienische Unicredit "haben eventuell den Wunsch, in ihre Mutterländer zu gehen und dort die Plattform anzubieten", glaubt Ullrich.

Händler müssen Konditionen mit Banken einzeln verhandeln

Ohnehin befindet sich Paydirekt noch in der Testphase. Derzeit läuft ein Pilotprojekt der Unicredit mit einem Möbelhändler. Geplant sind weitere Pilotprojekte mit wenigen Banken und einigen Pilothändlern: "Wir wollen keinen Big Bang, wir wollen sukzessive über den Pilotbetrieb das Geschäft langsam hochfahren bis zum Weihnachtsgeschäft 2015", sagte Ullrich über die Planung der Volks- und Raiffeisenbankgruppe. Die meisten Privatbanken wollen ihre Kunden ebenfalls bis zum Weihnachtsgeschäft den Anschluss anbieten, die Sparkassen folgen zum Ostergeschäft 2016.

Verhandeln müssen Händler die Konditionen mit den einzelnen Banken, "das ist kartellrechtlich so gewollt", sagte Ullrich. Die Behörde habe "den Kampf um das Konto des jeweiligen Kunden" vorgegeben: Die Paydirekt-Banken konkurrieren um die Einzelhandelskunden - und um die Händler. Die Preisstruktur hänge davon ab, welche Geschäftsverbindungen der Händler noch mit der Bank habe. "Ich glaube nicht, dass es letztlich der Preis sein wird, der über den Abschluss entscheidet", sagte der DZ-Vorstand.

Sicherheit sei das Alleinstellungsmerkmal

Das bestätigte Robert Herzig, der bei der Metro Group (Kaufhof, Real, Media-Saturn) für Customer Payments & Finance verantwortlich zeichnet. Das Alleinstellungsmerkmal von Paydirekt sei die Sicherheit, und Sicherheit heiße der Schutz vor Ausfall, Revision und Hackerangriffen. Schnell und einfach solle der Zahlungsverkehr im Internet zudem ablaufen, für Händler und Kunden.

Datenschutz spiele ebenfalls eine Rolle, auch aus Umsatzperspektive: Im Vergleich zu Paypal erhalte der Kunde nach Abwicklung der Bezahlung auch nicht-personalisierte Werbungen von der Konkurrenz zu Produkten, die es auch im eigenen Onlineshop gebe. "Wir sind sehr interessiert an Paydirekt", sagt Herzig. Natürlich ist auch der Preis ein entscheidendes Kriterium.

Die Metro Group befindet sich laut Herzig derzeit in Preisverhandlungen mit den Banken, diese könnten sich aber in die Länge ziehen. Derzeit führe man mit drei von acht Konzentratoren Gespräche. "Die nach der Regulierung geltende Kreditkartengebühr ist die Benchmark und nicht die von Paypal aufgerufenen Preise", sagte Herzig. Er hoffe, dass die Verhandlungen bis zum Weihnachtsgeschäft 2015 abgeschlossen seien.

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Geschrieben vonMarion Schalk

Redakteurin

Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de

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