Online schauen, offline kaufen

Online schauen, offline kaufen

Vier von zehn Internetnutzer recherchieren im Netz, bevor sie dann stationär einkaufen. Bei den Modebewussten sind es sogar noch mehr: Dort informieren sich 63 Prozent im Internet, aber nur 15 kaufen auch online ein.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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ROPO ist die Abkürzung für "Research Online, Purchase Offline, auf deutsch in etwa: Im Netz  informieren, stationär kaufen. Immerhin betreiben auch vier von zehn aller Offline-Käufer demnach im Vorfeld Onlinerecherchen. "Die Entscheidung für oder gegen einen Kauf fällt damit bereits im Internet", heißt es in der Pressemitteilung.

Informationsbeschaffung im Internet

Egal ob der Kauf online oder offline erfolgt: Die "ROPO-Käufer" seien fast genauso aktiv wie die Onlinekäufer, wenn es um die Informationsbeschaffung im Internet geht. Der Rechercheprozess dauert demnach im Durchschnitt erstaunlicherweise lang zwischen 35 und 37 Tagen.

Die Kunden besuchten zwischen drei und vier verschiedene Websites und führen sieben bis neun Suchanfragen aus. 40 Prozent der ROPO-Käufer nutzen dabei Google als Suchmaschine.

Onlinerecherche bei Finanzprodukten, Mobilfunk und DSL

Die Zahlen variieren dabei je nach Branche. Mit 65 Prozent recherchiert ein Großteil der Nutzer online, wenn es um Finanzprodukte geht, gefolgt von den Bereichen Mobilfunk (61 Prozent) und DSL (60 Prozent). Mit 53 Prozent informieren sich rund die Hälfte der Nutzer online zu Mode, 43 Prozent zu Versicherungen.

Im Mode- und im Finanzbereich sei hingegen der "ROPO-Effekt" besonders groß: Nur 15 Prozent der Nutzer kauften Mode online, aber insgesamt 63 Prozent informierten sich im Internet über Kleidung. Im Finanzbereich liegt diese Zahl bei 11 Prozent von insgesamt 60 Prozent.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Internet bei der Planung von Marketingaktivitäten entsprechend bewertet werden sollte, um seiner Rolle sowohl als direkter Vertriebskanal als auch als wichtige Informationsquelle für Offlinekäufer gerecht zu werden.

Google will künftig anders abrechnen

Daran will der amerikanische Internetgigant natürlich teilhaben: Für Googles so genannte Displaywerbung, also grafische Reklame auf Internetseiten wie Banner oder Videos, ist bislang der Klick auf die Anzeige das zentrale Abrechnungselement. Das werde aber in den Hintergrund treten und von anderen Erfolgsfaktoren abgelöst, prognostizierte der Google-Manager Barry Salzman im Herbst 2010 auf der "Interactive Advertising Bureau's MIXX Conference" in New York: Es werden demnach neue Messmethoden ausgetüftelt.
 
Stark zunehmen solle zudem beispielsweise die Werbung per "Realtime-Bidding": Das ist die passende Werbeeinblendung in der Sekunde, die zwischen dem Eintippen einer Internetadresse und dem Erscheinen der Seite auf dem Bildschirm vergeht.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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