
"Operation mit Schmerzen"
Für Arcandor gibt es keine Zukunft. Bei Primondo sollen ein Drittel der Jobs wegfallen. Bei Karstadt stehen 19 Häuser auf dem Prüfstand, so der Insolvenzverwalter.
David WöllensteinRedakteurDie defizitären 109 Quelle Technik-Center sollen in Kürze geschlossen werden. Die Zahl der Quelle-Shops werde von 1.450 auf rund 1.000 reduziert. Quelle soll aber fortgeführt werden.
Personalanpassungen unumgänglich, Karstadt sanierungsfähig
Das Unternehmen habe realistische Möglichkeiten, sich durch eine Sanierung im Insolvenzverfahren als europäischer Marktführer im Homeshopping aufzustellen, erklärte Görg.
Für die Sanierung von Karstadt strebt Görg ein Insolvenzplanverfahren an. "Diese Operation wird Schmerzen bereiten", erklärte er. Ziel sei es, so viele Warenhäuser wie möglich zu erhalten. 19 der insgesamt 126 Waren- und Sporthäuser müssten nochmals überprüft werden.
Die Liefersituation für das laufende Geschäftsjahr sei aber stabil, das Weihnachtsgeschäft gesichert. Welchen Stellenabbau bei Karstadt die Sanierung nach sich ziehen wird, konnte Görg nicht sagen. Personalanpassungen seien aber unumgänglich.
Ohnmacht und Verunsicherung
Bei den Mitarbeitern herrsche tiefe Ohnmacht und eine große Verunsicherung, schilderte der Ver.di-Funktionär Johann Rösch nach einer Mitarbeiterversammlung mit dem Insolvenzverwalter.
Die Entwicklung sei besonders dramatisch, weil Quelle eigentlich auf einem guten Weg gewesen sei und dieser Prozess durch die Insolvenz der Mutter Arcandor nun abrupt unterbrochen wurde, sagte der Gewerkschafter.
Primondo ist die Dachgesellschaft aller Versandhandelsmarken des insolventen Handels- und Touristikkonzerns Arcandor. Die Suche nach einem Investor für das Unternehmen will der Arcandor-Vorstand in zwei Tagen einstellen.
dpa, DH

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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