
Konversion-Optimierung: Es kommt nicht auf die Größe an (beim Button)
„Sie hören die Schreie ihrer Kunden nicht“ mahnt der deutsche Konversions-Papst André Morys in der zweiten Folge von "OR" – dem etailment Podcast. Er sagt, warum Konversionsoptimierung oft eine Alibiveranstaltung ist und wie man es richtig angehen muss.
Eine gute Konversionsrate hat viel zu tun mit der Kunst gut zu verkaufen. Und ein großer Künstler auf dem Gebiet ist André Morys. Seine Agentur, die Web Arts AG, gilt als eine der, wenn nicht die führende Agentur für Conversion-Optimierung in Deutschland, sein Blog konversionskraft.de ist Pflichtlektüre.
Viel zu viele Entscheider spielen Gott
Morys spart im Podcast nicht mit Kritik an den Unternehmen: “85 Prozent aller Versandhändler und digital getriebenen Unternehmen haben überhaupt keine Strategie, wie sie richtig verkaufen sollen.“ Stattdessen würde orakelt, ob man Amazon kopieren müsse. Hinzu komme, dass viel zu viele Entscheider Gott spielen wollten, und damit an der Kundenrealität vorbei agierten. Die Schreie ihrer Kunden aber würden sie nicht hören.
Morys plädiert denn auch immer wieder für eine größere Kundenzentrierung. Erst die Verbindung von qualitativen und quantitativen Erkenntnissen könne ein Aha-Erlebnis auslösen und helfen, die Kundenrealität besser zu verstehen.
Erfolge kämen nämlich im ersten Schritt eben nicht mit den Tools und Feature, sondern mit dem Verständnis des Kunden. Jeder CEO eines Versandhändlers, rät Morys, sollte daher einmal in den Verkauf auf der Fläche gehen. Von guten Verkäufern könnten nämlich auch Onliner noch einiges lernen.Viel zu viel Energie gehe dabei verloren, die Größe eines Buttons zu testen oder hippen neuen Ideen nachzurennen. Bei der Konversionsoptimierung gehe es aber vor allem um psychologische Erkenntnisse, um Neuromarketing, um den Umgang mit dem Unterbewusstsein und natürlich um das richtigen Bewusstsein für die Kunden und die eigenen Probleme im Unternehmen.
Unternehmen brauchen Psychologen
Unternehmen bräuchten deshalb nicht nur Daten-Experten, sondern auch Psychologen im Team, die helfen den Kunden besser zu verstehen. Booking.com mache das beispielsweise vor. Die Folge: Das Reiseportal nutzt quasi fast schon überbordend alles aus, was Neuromarketing und kognitive Psychologie hergeben.Nicht verpassen: In der nächsten Folge treffen wir einen DER deutschen SEO-Experten. Abonnieren Sie den Podcast per RSS oder am besten gleich den etailment-Newsletter. Und liken Sie uns bei Soundcloud, wenn ihnen die Folge gefallen hat und empfehlen Sie uns weiter. Bis in 14 Tagen.
Shownotes:
[2:22] Warum Daten auch nicht alles können
[6:32] 85 Prozent aller Versandhändler und digital getriebenen Unternehmen haben überhaupt keine Strategie, wie sie richtig verkaufen sollen
[10:27] Fokusgruppen helfen auch nicht immer
[14:52] Die Suche nach validen Ideen
[15:19] Die Realität der Kunden verstehen[20:09] Der Mechanismus, der Amazon so schnell wachsen lässt
[22:33] Das Unterbewusstsein und was man von Booking.com lernen kann
[29:25] Das Phänomen der Alibi-Optimierung
[32:12] Alexa? Nicht alles was hip ist, ist auch relevant
[35:25] Wieso der erste Schritt so wichtig ist
[37:31] Wo die besten Erkenntnisse entstehen
[38:30] Platons Höhlengleichnis und der Datenschatten des Konsumenten
Links und Bücher zu dieser Folge:
David Ogilvy (Werber-Ikone) – We sell or else (Video)
David Ogilvy - Ogilvy on Advertising
Platons Höhlengleichnis (Animation mit Knetfiguren) – (Video)
André Morys - Conversion-Optimierung - Praxismethoden für mehr Markterfolg im Web
Hier finden Sie alle bisherigen Folgen von "OR" - dem etailment-Podcast. Intro-Sound / Credits: Kevin Macleod - The Drive https://incompetech.com/
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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