
Polizei durchsucht Media-Saturn
Die Zentrale der Media-Saturn-Gruppe in Ingolstadt soll von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden sein, um Beweise gegen bestechliche Manager zu finden. Offenbar hatten interne Prüfer die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Vorwurf der Bestechung und Bestechlichkeit
Zu den Verdachtsmomenten äußerte sich die zuständige Staatsanwaltschaft in Augsburg den Berichten zufolge zurückhaltend. Der Vorwurf laute "Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr" sowie Beihilfe zu diesem Straftatbestand, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Süddeutschen Zeitung auf Anfrage mit.
Festnahmen habe es bislang jedoch noch nicht gegeben, meldet unterdessen die "Augsburger Allgemeine". Mehr Details wollten die Behörden aufgrund der noch laufenden Ermittlungen nicht bekannt geben.
Untersuchung selbst angestoßen
Während die Süddeutsche Zeitung von unsauberen Geschäften und dubiosen Auftragsvergaben mit Zulieferern und Dienstleistern berichtet, will die Augsburger Allgemeine erfahren haben, dass es um Schmiergeld in Millionenhöhe gehen soll. Welche anderen Unternehmen in die Vorgänge verwickelt sind, ist unklar. Die Financial Times Deutschland (FTD) will erfahren haben, dass es um Schmiergelder des Promotiondienstleisters Marketing Vision geht.
Die Razzia soll die Media-Saturn-Gruppe selbst angestoßen haben: Der Süddeutschen Zeitung zufolge hätten interne Prüfer vor einiger Zeit Unregelmäßigkeiten festgestellt und diese mit der Bitte um Prüfung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Handelsgruppe wolle dementsprechend "vollumfänglich" mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, wie ein Unternehmenssprecher am Donnerstag am Firmensitz in Ingolstadt erklärte. Die FTD meldet unterdessen, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg einen anonymen Hinweis erhalten und daraufhin Ermittlungen eingeleitet hatte.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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