
Preisvergleichsportale: Google erhöht den Druck in einem umkämpften Markt
Der Bericht der "Süddeutschen", nach dem Google ein Preisvergleichsportal in Deutschland plant, hat für einiges Aufsehen im Internet gesorgt. "Verdrängt Google Vergleichsportale?", fragt Gründerszene, und dürfte damit den zahlreichen auf dem Markt vertretenen Anbietern aus der Seele sprechen. Diese waren bereits im letzten Jahr von entsprechenden Gerüchten aufgeschreckt worden. Vor allem die Perspektive, dass es nach dem für September geplanten Portal für Autoversicherungen auch Angebote für ...
Hingewiesen wird auch immer wieder auf die Intransparenz der Angebote: Häufig sei für Verbraucher nicht zu erkennen, ob die Angebote aktuell seien und nach welchen Kriterien die Auswahl der getesten Angebote erfolgt. Auch die Tatsache, dass die Portalanbieter sich über die getesten Shops finanzieren, führt immer wieder zu Irritationen, weil Partner-Shops besser in Szene gesetzt werden, wie das Beispiel Media-Markt und Idealo zu Jahresbeginn zeigte.
Besucherzahlen: Die großen Anbieter vermelden kein Wachstum mehr, eher im Gegenteil. Dies kann am nachlassenden Interesse der Nutzer, aber auch an der steigenden Zahl von Anbietern liegen. Die am heutigen Montag veröffentlichten IVW-Zahlen zeigen: Im Mai 2013 konnte Marktführer Check24 die Zahl der Page-Impressions auf nun 29 Millionen steigern - im Vorjahresmonat waren es noch 27,6 Millionen. Das Gros der Konkurrenten (Guenstiger.de, Billiger.de, Verivox und Preissuchmaschine) muss aber im Vorjahresvergleich Verluste hinnehmen. Lediglich Preisvergleich.de verbesserte sich von 6,6 Millionen auf nun 7,4 Millionen Page-Impressions.
Beide Probleme, oder nennen wir es: Herausforderungen, stellen sich für Google nicht besonders groß dar. Als mehr oder weniger "amtliche" Suchmaschine unterstellt man Google mehr Objektivität und damit Qualität als den bestehenden Vergleichsportalen. Und Traffic ist für Google das kleinste Problem: Fast alle Produktsuchen beginnen erst einmal mit einer Google-Suchworteingabe. Und danach lässt Google den Suchenden dann eben nicht mehr los. Der Google-Angriff dürfte sehr, sehr unangenehm werden.
Redakteur
Klaus Janke ist freier Autor und Journalist mit dem Schwerpunkt Marketing und Medien. Daneben betreut er Corporate-Publishing-Projekte. Von 2000 bis 2008 arbeitete er für HORIZONT, zunächst als Ressortleiter Internet, dann als Ressortleiter Marketing. Davor war er unter anderem für die „WAZ“, für „Prinz“, seine eigene PR-Agentur und als Chefredakteur für das „Journal Frankfurt“ aktiv. Klaus Janke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und bloggt unregelmäßig auch hier: www.jankesbuntewelt.com.
Alle Beiträge