Putin im Supermarkt: "Die Würste sind zu teuer"

Putin im Supermarkt: "Die Würste sind zu teuer"

Wehe, wenn ein Regierungschef zum Einkaufen kommt: Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin informierte sich in einem Supermarkt über Lebensmittelpreise. Das war unangenehm für den Marktleiter.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
2 Min.· Aktualisiert am
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Dort musste Putin feststellen, dass die Lebenshaltungskosten für viele Russen zu hoch sind. Der Regierungschef wollte von der Marktleitung wissen, warum die Ladenpreise derart über den Herstellerpreisen liegen. 

52 Prozent Aufschlag

"Warum kosten diese Würste 240 Rubel (5,50 Euro)? Ist das normal?", fragte Putin beispielsweise. Der verduzte Geschäftsführer der Supermarktkette versuchte sich mit dem Argument aus der Affäre zu ziehen, dass es sich hier um Qualitätswürste handelte - und verwies auf eine günstigere Variante. "Sehen Sie, diese kosten nur 49 Rubel."

Doch die Preise der billigeren Würste konnten Putin nicht überzeugen: "Zu teuer." Streng rechnete er dem Supermarktmanager vor, wie hoch der jeweilig Preisaufschlag ausfällt. "Sehen Sie diese Wurstsorte, ihr Aufschlag beträgt 52 Prozent." Vor einem Regal mit Schweinefleisch schimpfte der Regierungschef, der Supermarkt habe die Preise mehr als verdoppelt. "Ist das normal? Das ist sehr viel."

Preissenkung versprochen

Später soll Putin vor Kabinettskollegen gewettert haben, dass Preisaufschläge von bis zu 70 Prozent sich für ein entwickeltes Land nicht gehören würde. In der russischen Regierung wird derzeit ein neues Handelsgesetz diskutiert.
   
Freilich war dieser Auftritt Putins auch eine Inszenierung für die Medien. Doch für die Kunden dürfte dieser harte Preisvergleich trotzdem ein Erfolg gewesen sein. Denn der Supermarkt-Manager versprach, schon am an diesem Freitag die Preise zu senken.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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