Quelle-Erbin fühlt sich missverstanden

Quelle-Erbin fühlt sich missverstanden

Arcandor-Hauptaktionärin Madeleine Schickedanz erntete bissige Kommentare für ein Interview, in dem sie Verarmungsängste äußerte. Unterstützung erhielt sie aber vom Quelle-Betriebsrat.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die fühlt sich inzwischen missverstanden, zeigt sich erschüttert über die öffentlichen Reaktionen auf ihr Interview mit der „Bild am Sonntag" und lehnt jede weitere Äußerung dazu ab, wie es am Dienstag in ihrem Umfeld hieß.

Umstrittene Äußerungen

„Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat. Wir kaufen auch beim Discounter. Gemüse, Obst und Kräuter haben wir im Garten", berichtete sie in dem Interview von ihren persönlichen Einschränkungen seit der Arcandor-Insolvenz.

Der Bayerische Rundfunk startete gar eine Sammelaktion für Madeleine Schickedanz und schwenkte in ihrem Heimatort Hersbruck vor laufender Kamera die Spendenbüchse.

Beim Nürnberger Obdachlosen-Magazin "Straßenkreuzer" lösten die Schickedanz-Äußerungen ratloses Kopfschütteln aus: „Als ich das gehört habe, musste ich erschrocken auflachen", berichtet Chefredakteurin Ilse Weiß.

Schützenhilfe vom Betriebsrat

Der Quelle-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ernst Sindel gibt sich hingegen zurückhaltend. „Ich weiß nur eins: Wenn sich Frau Schickedanz nicht im vergangenen Herbst finanziell engagiert hätte, hätte das Unternehmen den Winter nicht überstanden", sagte er.

Die Mitarbeiter scherten sich um die Äußerungen wenig: „Denen geht es jetzt darum, die Geschäftsprozesse aufrechtzuerhalten und die Quelle-Kunden zufriedenzustellen, damit es mit Quelle weitergeht", betonte der Arbeitnehmervertreter.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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