
Quelle-Hausbank in der Kritik
Ein Bericht des TV-Magazins "Report Mainz" rückt die Valovis-Bank, den Factoringgeber des insolventen Versenders Quelle, in ein schlechtes Licht. Der Vorstand weist die Kritik zurück.
David WöllensteinRedakteurBank beteuert, bestehende Verträge eingehalten zu haben
Der Vorstandsvorsitzende der Valovis-Bank, Robert Gogarten, wies die Anschuldigung mit der Begründung zurück, das Geldinstitut habe sich an bestehende Verträge gehalten. Die Bank hatte über Jahre hinweg das Factoring für Quelle übernommen.
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen gegenüber den Kunden an einen Finanzdienstleister.
Gegen Zahlung einer Provision finanziert der Factoringgeber die offenen Beträge vor und übernimmt im Rahmen eines vereinbarten Limits das Risiko, dass ein Kunde nicht zahlt. Der Händler bekommt sein Geld auf diese Weise sofort und in voller Höhe.
Verdopplung der Gebühren durch Valovis
Auch die Bedingungen der Valovis-Bank für eine Wiederaufnahme des Factorings sorgen für Kritik. Demnach soll die Bank laut Insolvenzverwaltung die Gebühren verdoppelt haben. Quelle-Betriebsratschef Ernst Sindel erklärte "Report Mainz": "Die Bank hat die Situation schlichtweg ausgenutzt. Das ist, wie wenn sie einen Häuslebauer haben, der in großen Schwierigkeiten ist und die Bank sagt, du kannst das Haus behalten, aber ich erhöhe deine Zinsen im zweistelligen Bereich. Dann kann man sich ungefähr ausmalen, was da passiert."

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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