Rewe-Chef Caparros sinniert über die Zeit nach Karstadt

Rewe-Chef Caparros sinniert über die Zeit nach Karstadt

Alain Caparros hat einige Vorschläge für die Bewirtschaftung von Kaufhäusern parat. Er sorgt sich vor allem um die 50 Supermärkte, die Rewe mit Karstadt betreibt.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Caparros sagte, er sei „traurig" über das Schicksal der Warenhäuser - und auch darüber, dass „niemand uns nach Lösungen gefragt hat". Rewe hätte Interesse daran, sich mit weiteren Handelsunternehmen zusammenzutun, um die Existenz der innenstädtischen Standorte zu sichern. „Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten", sagte der Manager.

Alternativmieter gesucht

Dieser Satz verführte einige Medien dazu, ein mögliches Interesse der Rewe an der „Übernahme von Teilen von Karstadt" zu vermelden. Dabei zielt Caparros lediglich darauf, die Kundenfrequenz in den innenstädtischen Standorten durch Alternativmieter zu sichern.

Das würde gelingen, wenn sich Rewe „zum Beispiel mit dem Schuhfilialisten Deichmann oder mit dem dm-Drogeriemarkt zusammentun würde", so Caparros. Die Karstadt-Standorte in der City seien für Supermärkte „sehr attraktiv".

Joint Venture mit Karstadt

Dies zeige sich bereits in jenen 50 Karstadt-Häusern, in denen ein Perfetto-Lebensmittelmarkt besteht. Diese Supermärkte werden als Joint Venture von Rewe (25 Prozent der Anteile) und Karstadt (75 Prozent) betrieben, meistens im Souterrain. „Wer soll in das Untergeschoss hinuntergehen, wenn im Erdgeschoss nichts los ist?", fragte sich Caparros.

Nach seinen Angaben laufen die Perfetto-Supermärkte gut und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund 350 Millionen Euro. Dieser Umsatz sei nun akut gefährdet.

Beteiligung nachträglich verringert

Die Verträge zur Joint Venture mit Karstadt waren noch unter dem ehemaligen Rewe-Chef Hans Reischl unterschrieben worden. Die ursprüngliche 50-Prozent-Beteiligung von Rewe sei später auf 25 Prozent begrenzt worden, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Darüber sei der heutige Vorstand „keineswegs traurig", bemerkte ein Insider ironisch.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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