
Wie Rock'n Shop mit Social Commerce den Umsatz hochtreibt
Social Commerce, das ist aus Sicht vieler Händler eher ein Steckenpferd. Kann man machen, muss man nicht. Die Umsätze seien zu überschaubar. Ganz anders Rene Otto. Der Macher des Merchandising-Shops Rock'n Shop ist ein echter Fan. Der Onlinehändler verkauft T-Shirts und Co für Kunden, die eher Freunde lauter Musik sind und versammelt bei Facebook über 20.000 Fans. Und die sorgen auch mächtig für Umsatz.
Auf mittlerweile elf Prozent taxiert Otto den Umsatzanteil, der über Facebook-Fans und Social Commerce erreicht wird.
Das hat einiges zu tun mit einer extremst authentischen Tonalität und passenden Inhalten bei Facbeook zu tun - Produkte werden zudem eher zurückhaltend promoted - mit der unter anderem die Zielgruppe der St.Pauli-Fans versorgt wird. Das hat aber vor allem viel mit einer cleveren Mechanik zu tun. Sie stellte Otto auf dem E-Commerce-Tag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) vor.
So bietet Rock'n Shop auf der Fanpage ein an sich nicht weiter aufregendes Bundesliga-Tippspiel, bei dem es auch etwas zu gewinnen gibt. Doch dabei machen regelmäßig einge tausend Leute mit. Wer seinen Tipp abgibt, der kann, muss aber nicht, auch einen Katalog bekommen.
Pro Tippspiel aber gibt es dennoch hunderte Kataloganforderungen. "Die Konversionsrate dieser Kunden ist sehr gut", sagt Otto. Der Warenkorb liege rund ein Drittel über dem anderer Kunden. Wohl auch, weil hier anders als bei Kunden die über Google hereinkommen, Konsumenten für eine breitere Bedarfsbedeckung gewonnen werden können. Ziel sei es nun 20 Prozent des Umsatzes mit Social-Commerce-Kunden zu erreichen.
Welches Gewicht Rene Otto Facebook bemisst, erkennt man auch daran, dass man sich im Webshop mit seinem Facebook-Account einloggen kann. Facebook Connect in der deutschen Onlineshopping-Landschaft, das hat noch Seltenheitswert.
Natürlich werden die Facebook-Kunden in der Folge auch mit einer streng limitierten Zahl an Newslettern auf dem Laufenden gehalten.
Deutlicher Ausdruck des dialogorientierten Marketings ist bei Rock'n Shop auch die auf der Startseite prominent platzierte Benotung durch die Kunden. Das machen andere auch. Was Rock'n Shop aber perfekt beherscht, ist schnell (binnen 24 Stunden) und locker selbst auf negative Kritik zu reagieren. Locker selbst dann, wenn es eine 6 (Ungenügend) einmal aus Versehen gibt. Die bleibt drin. Der Notschnitt liegt eh bei 1,22. Noch besser, eine glatte 1 womöglich, würde wohl eher wie bestellt und unglaubwürdig wirken.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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