
Schlecker-Erinnerungen: "Da ist was für dich drin"
Eine nahezu konspirative Sitzung von Schlecker-Betriebsrätinnen zeigt den ganze Mut der Schleckerfrauen.Eine offizielle Einladung gab es nicht ...
Thomas RehmRedakteurSpäter schilderten sie ihre eigenen Erlebnisse im Unternehmen: Wie sie oft allein im Laden standen, wie sie nicht einmal über ein Telefon im Laden verfügten, wie sie keine Zeit für eine Pinkelpause hatten, wie ihre Betriebsratsarbeit verhindert wurde. Es war kein Gejammer, sondern vielmehr nüchterne Feststellung: Das wollten sie ändern.
Zur Erinnerung hatte Verdi für die Teilnehmer eine Tasse drucken lassen, mit dem Wort "Lecker" im Still des Schlecker-Logos und dem Motto: "Hier ist was drin für dich". So sah Mobilisierung bei der Gewerkschaft damals aus.
Geblieben sind zum einem die Tasse, nun etwas ausgeblichen, die ich immer noch im Schrank habe. Und der Respekt vor einfachen und mutigen Frauen, die bereit waren, für ihre Rechte zu kämpfen.
Marcelo Crescenti
Weitere Schlecker-Erinnerungen:
Danke für das Gespräch: Ein Interview, das nie gedruckt werden durfte - und die starre interne Hierarchie bei Schlecker deutlich machte.
Bruch mit dem Patriarchen: Eine Pressekonferenz, in der Firmengründer Anton Schlecker endgültig entzaubert wurde.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge