Schlecker-Nachfolger Dayli lässt auf sich warten

Schlecker-Nachfolger Dayli lässt auf sich warten

Mit einem neuen Konzept will eine österreichische Gruppe hunderte frühere Schlecker-Filialen wiederbeleben. Doch nun verschiebt sich der Start. Gerüchte über Finanzprobleme dementiert der Investor.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Ursprünglich war der Start der Testphase für Mai geplant gewesen. Die Standorte müssten noch festgelegt werden, sagte Haberleitner. Sein Kollege Peter Krammer sagte den "Stuttgarter Nachrichten": "Wir müssen uns zuerst noch um andere Themen kümmern."

Vor dem Beginn in Deutschland habe das Geschäftsmodell in Österreich voll funktionsfähig sein müssen, sagte Haberleitner der dpa. Seinen Angaben nach sollen die Läden keine bloßen Drogeriemärkte sein, sondern unter anderem Bistros und Backstuben enthalten. Weiter sieht das Konzept vor, Elektroartikel und Bekleidung anzubieten.

"Finanzprobleme? Das ist Blödsinn."

Berichte über finanzielle Probleme wies Haberleitner zurück. "Das ist Blödsinn. Wir haben keine Bankschulden."  Auch sei der Investor Novomatic nicht ausgestiegen, sagte der Chef. "Ich habe nur meine Shares zurückgekauft, um neuen Investoren Platz zu machen." Darunter sei auch ein Interessent aus Deutschland, sagte er - ohne Namen zu nennen.

Medienberichten zufolge hatte Dayli auch Lieferanten um Zahlungsaufschub gebeten. Dabei sei es um zwei Monate gegangen, sagte Haberleitner. "Das haben 90 Prozent unterstützt."

400 ehemalige Schlecker-Filialen sollen nach früheren Angaben noch 2013 in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz wiedereröffnet werden. 300 Mietverträge seien unterzeichnet, hatte Haberleitner im April erklärt. Verhandelt werde auch mit Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Haberleitner könnte sich demnach vorstellen, Teile der Firmenzentrale und des Regionallagers in Ehingen anzumieten.

Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenzantrag gestellt und im Juni die letzten Filialen geschlossen. 25 000 Beschäftigte in Deutschland verloren ihren Job.

Läden in fünf Ländern

In Österreich will Haberleitner nach früherer Planung bis Ende des Jahres alle vorhandenen 885 Schlecker-Läden zu Dayli umbauen. Sein Kampf für die Sonntagsöffnung für all seine Filialen war auf heftige Kritik gestoßen.

Die TAP dayli Vertriebs GmbH mit Sitz in Pucking hat nach eigenen Angaben 883 Standorte in Österreich. Hinzu kommen 480 Filialen in Belgien, Italien, Luxemburg und Polen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 5.500 Menschen.

Obwohl Dayli mit seiner Ankündigung Schlagzeilen gemacht hatte, scheint das Konzept hierzulande wenig Eindruck zu hinterlassen. "Salopp gesagt habe ich davor überhaupt keine Angst", hatte jüngst Dirk Roßmann von Deutschlands zweitgrößter Drogeriekette Rossmann gesagt.

Er wolle niemanden unterschätzen, sagte Rossmann damals. "Aber die Krux im Handel ist: Jeder braucht sehr hohe Umsätze, um relativ niedrige Kosten zu haben. Und daran ist auch Schlecker gescheitert."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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