
Schlecker-Pleite wird neu aufgerollt
Die Schlecker-Pleite ist noch lange nicht aufgearbeitet. Insolvenzverwalter Geiwitz kämpft seit Jahren darum, dass die Gläubiger Geld bekommen. Jetzt sind erste Schadenersatzklagen bei ehemaligen Lieferanten eingegangen. Und scheint erst, der Anfang zu sein.
Thomas RehmRedakteurDas Drogerieartikel-Kartell
Im Juli will der Insolvenzverwalter weitere Klagen einreichen. In Mannheim will er den Berichten zufolge gegen das sogenannte Drogerieartikel-Kartell vorgehen. Seine Klage richte sich gegen den Nivea-Hersteller Beiersdorf, Glaxo-Smith-Kline, den Schuhcreme-Produzenten Erdal, den Rasierklingenhersteller Gillette, die Kosmetikfirma L'Oréal, den Parfümhersteller Coty sowie erneut Procter & Gamble. Ging Geiwitz zunächst von einer Schadenersatzsumme in Höhe von 135 Millionen aus, so soll sich diese mittlerweile auf bis zu 185 Millionen Euro erhöht haben.
Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Etwa 25.000 Menschen verloren ihren Job. Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro. Das Handelsunternehmen aus Baden-Württemberg hatte zu seinen Bestzeiten rund 9.000 Märkte im In- und Ausland.
Im April hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen Anton Schlecker erhoben. Er soll sein Vermögen auf illegale Weise vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt haben. Zudem soll Schlecker 2009 und 2010 den Zustand des Konzerns im Konzernabschluss falsch dargestellt und vor dem Insolvenzgericht unrichtige Angaben gemacht haben.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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