Schrempp: "Es gibt nur eine Wirtschaft"

Schrempp: "Es gibt nur eine Wirtschaft"

Anlässlich der Präsentation der neuen C-Klasse von Mercedes-Benz in Sindelfingen räumte Jürgen E. Schrempp, der Vorstandsvorsitzende von DaimlerChrysler, ein, dass die Aktienmärkte zur Zeit kein positives Bild für Automobilwertpapiere zeichnen würden.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die Investoren seien an den sogenannten "new economy"-Unternehmen interessiert, an Technologie-, Medien- und Telekommunikations-Aktien. Automobilwerte seien nicht gerade "en-vogue".

Der oberste Boss des deutsch-amerikanischen Automobilherstellers hält allerdings nichts von einer Differenzierung zwischen "alter" und "neuer Wirtschaft". Und er glaubt auch nicht, dass diese künstliche Unterscheidung sehr hilfreich sei. DaimlerChrysler jedenfalls sei ganz bestimmt kein Bestandteil der "alten Wirtschaft". Und: Es gebe nur eine Wirtschaft - und die verändere sich ständig. Und es gebe Unternehmen, die sich diesen Veränderungen stellen - und profitabel wachsen, weil sie diese Veränderungen mit gestalten. So wie eben DaimlerChrysler, wie Schrempp selbstbewusst erklärt.

In diesen Zusammenhang rückt Schrempp auch die Kooperation auf Zulieferseite zwischen DaimlerChrysler, Ford und GM, als der größte elektronische Marktplatz der Welt gegründet wurde. Das Volumen betrage rund 230 Mrd. Euro. Industrieexperten halten Einsparungen von 1.000 Euro pro Fahrzeug für realistisch.

Schrempp erwartet, dass das Internet auch das Verhältnis zu den Kunden von DaimlerChrysler neu definieren würde. Und zwar bei neuen Dienstleistungen wie Finanzierung, Versicherung, Service, Wartung, aber auch bei Flottenmanagement und Verkehrsleitsystemen.

In diesen Segmenten sei DaimlerChrysler schon jetzt sehr stark. So hat sich das deutsch-amerikanische Unternehmen an Sirius beteiligt, einem Satellitenradio-Provider in den USA. Damit soll eine exklusive Plattform für zukünftige Dienste im Bereich Telematik und E-Commerce geschaffen werden. Als weiteres Beispiel nennt Schrempp das Flottenmanagment-System "Fleetboard", das DaimlerChrysler-Kunden bei Tourenplanung und Störfall-Management unterstützt.

Vorteile durch die Veränderungen, die das Internet mit sich bringt, würde DaimlerChrysler auch in einem anderen Zusammenhang nutzen. Weil E-Commerce den Bedarf an Dienstleistern erhöhe, die die bestellten Güter bis vor die Haustüre liefern, entstünde auch ein zusätzlicher Bedarf an Transportmitteln. Schrempp erwartet deshalb in diesem Jahr einen zusätzlichen Absatz von 60.000 (!) Transportern.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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