
Schwere Vorwürfe gegen H&M-Fabrik in Bangladesch
Schläge und Erniedrigungen: Das Magazin Report Mainz berichtet über unsägliche Arbeitsbedingungen bei einem asiatischen Lieferanten von H&M. Die Modekette räumte Probleme in der Fabrik ein.
Thomas RehmRedakteurDie Textilfabrik in der Hauptstadt Dhaka produziere seit langem für den schwedischen Modekonzern H&M.
H&M spricht von Verbesserungen
In einer Stellungnahme an Report Mainz räumte H&M Deutschland "weitreichende Probleme und Schwierigkeiten" bei der Umsetzung eines Verhaltenskodex ein, was bei mehreren Besichtigungen der Fabrik beobachtet worden sei.
Ein Unternehmenssprecher: "Hierbei mussten wir weit reichende Probleme und Schwierigkeiten mit der Umsetzung des Verhaltenskodex von H&M feststellen, die trotz verschiedener Maßnahmen anfangs keine Besserung erkennen ließen."
H&M habe daraufhin vor etwa einem Jahr durchgesetzt, dass die Firma ihr Management auswechselte. "Dieser Wechsel und die starken Interventionen von H&M führten zu viel versprechenden Verbesserungen in den letzten Monaten", teilte Das Unternehmen in Hamburg Report Mainz mit. "So hat beispielsweise ein Worker's Welfare Committee seine Arbeit aufgenommen, ein neuer 'Welfare Officer' wurde eingestellt und ein funktionierendes Beschwerdesystem eingerichtet."
Überstunden das Hauptproblem
Der "übermäßige Einsatz von Überstunden" sei aber nach wie vor ein Problem. H&M habe dennoch entschieden, die Zusammenarbeit mit "House of Sunshine" fortzusetzen.
In der Fabrik arbeiten nach den Angaben etwa 1.700 Menschen. Die Arbeiter würden zudem zu Überstunden gezwungen, die die gesetzliche Höchstgrenze regelmäßig überschritten.
Oft müsse sieben Tage in der Woche gearbeitet werden. Pro Monat würden nur zwei freie Tage gewährt. Die berichteten Zustände verstoßen nach den Angaben gegen geltende Rechtsvorschriften, internationale Standards und auch den
H&M-Verhaltenskodex für Lieferanten.
Wohnen in Slums
Report Mainz berichtet, dass die Reporter die Arbeiter und Näherinnen in Slums angetroffen habe. Viele von ihnen würden dicht gedrängt in einfachsten Behausungen ohne fließendes Wasser wohnen. Die sanitären Anlagen seien absolut unzureichend.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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