
Selbst Middelhoff geht es ans Einkommen
Der "Zukunftspakt" bei Arcandor zwingt alle Mitarbeiter zu Gehaltseinbußen. Sogar Konzernchef Thomas Middelhoff verliert Geld.
David WöllensteinRedakteurDieser Sparplan gehört zum zwischen Management und Arbeitnehmervertretern ausgehandelten Zukunftspakt, der über drei Jahre läuft und dem Konzern jährliche Einsparungen von 115 Millionen Euro erbringen soll.
Weitgehende Beschäftigungssicherung bis 2011
Bereits nach dem Sanierungstarifvertrag aus dem Krisenjahr 2004
erhalten die Handelsbeschäftigten jetzt für ihre damaligen Zugeständnisse drei Jahre lang Zuzahlungen. "Im Fall der Quelle-Mitarbeiter sind es jährlich 1.473 Euro", sagte Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski.
Bei den neuen Zugeständnissen seien die Fixgehälter weitgehend unberührt geblieben, betonte Koslowski. Abzüge gibt es den Vereinbarungen nach beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld. "Im Gegenzug erhalten wir unter anderem eine weitgehende Beschäftigungssicherung bis 30. September 2011", sagte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer.
Außerdem würden die Gehälter nicht von künftigen Tariferhöhungen im Einzelhandel abgekoppelt und einige Spezialversender der Primondo-Gruppe in die Tarifbindung genommen.
1.800 Stellen gestrichen
Vor Wochenfrist hatte Arcandor bereits mitgeteilt, dass in der Karstadt-Hauptverwaltung - losgelöst vom jetzt ausgehandelten Pakt, der keine Stellenstreichungen beinhaltet - 334 von rund 1.800 Stellen wegfallen. Das Einsparvolumen beträgt in diesem Fall 28 Millionen Euro jährlich.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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