
SinnLeffers: halbiert, saniert, verkauft
SinnLeffers wird vom Wettbewerber Wöhrl übernommen. Der Modefilialist aus Hagen hat eine wechselvolle Geschichte voller Höhen und Tiefen hinter sich. Eine Unternehmenschronik.
Björn BöerChefredakteurDas Insolvenzverfahren über das Vermögen der SinnLeffers GmbH wird im November 2008 eröffnet. Das Management erhält dadurch eigene Entscheidungskompetenzen zurück.


Stichwort: Was ist eigentlich ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung?
Die Gläubiger der finanziell angeschlagenen Textilkette SinnLeffers bestätigen im Januar 2009 den Sanierungskurs und sprechen sich für den Unternehmenserhalt aus.
Februar 2009: SinnLeffers macht im Rahmen des Sanierungskonzeptes zahlreiche Läden dicht.
Die Gläubigerversammlung von SinnLeffers stimmt dem Insolvenzplan des Unternehmens im März 2009 zu. Damit sind rund 2.500 Arbeitsplätze zunächst gesichert.

Abram Nette übernimmt im April 2009 den Vorsitz der Geschäftsführung von SinnLeffers. Die Sanierung der ehemaligen Arcandor-Tochter sei nun abgeschlossen, heißt es aus dem Unternehmen.
Neuer Ladenbau, neue Marken: Die runderneuerte Filiale im Bochumer Ruhr-Park ist ein Symbol für den Neustart von SinnLeffers. Die einst angeschlagene Modekette hegt im Mai 2011 wieder große Pläne.
Bei SinnLeffers geht es voran, heißt es im August 2011. Die Textilkette will sich verstärkt als gehobenes Modehaus für Mittelstädte präsentieren.

Der Wettbewerber Wöhrl will SinnLeffers vom Eigentümer DIH übernehmen, berichtet die Tageszeitung Die Welt am 3. Januar 2013. Auf Anfrage von derhandel.de sagt eine Wöhrl-Sprecherin, dazu gäbe es eine Pressekonferenz. Das kommt einer Bestätigung gleich, denn eingeladen hat ausschließlich SinnLeffers.
Am 4. Januar 2013 wird die Übernahme von SinnLeffers durch Wöhrl offiziell bekannt gegeben. Beide Marken bleiben zunächst erhalten.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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