
Kaufen als Gruppenerlebnis: Der finale Brückenschlag zwischen Online und Offline
Künstliche Intelligenz, das Retailverse und Social-Commerce-Apps werden den Einzelhandel maßgeblich verändern. Die Zukunft des Handels liegt aber nicht allein im Digitalen, sagt Fabian Mischler, CEO von Ooblee. In einem Gastbeitrag erklärt er, wie z.B. Gruppenaktionen den Social Commerce ankurbeln und wie auch stationäre Händler ihre Reichweite damit erhöhen können.
Der Kauf wird zum Gemeinschaftserlebnis
Beim Social Commerce verwandelt die Kombination von Digitalisierung und sozialen Interaktionen das traditionelle Online-Shopping-Erlebnis in ein gemeinschaftliches Abenteuer. Social-Commerce-Apps bieten eine Vielzahl von Funktionen, die das Einkaufserlebnis durch die Interaktion zwischen allen Nutzerebenen - Kunde, Händler, Influencer, Community - bereichern.
Nutzer haben die Möglichkeit, Gruppen selbst zu bilden oder bestehenden Gruppen beizutreten. Durch das Sammeln von Mitgliedern können gemeinsame Aktionen wie der Erhalt von Rabatten oder spezielle Events ausgelöst werden. Ein spannendes Detail ist dabei der oftmals begrenzte zeitliche Rahmen zur Gruppenbildung, wie etwa 24 Stunden, in welchen die Angebote freigeschaltet werden können.Gefällt einem Nutzer beispielsweise ein Lederrucksack zum Preis von 299 Euro und hat der Händler seine Produkte für eine Online-Shopping-Aktion mit seinen Freunden freigegeben, dann kann der Nutzer ein sogenanntes Gruppenevent starten, um den Rucksack kostenlos zu erhalten.
Dazu müssen z. B. fünf bis acht seiner Kontakte dem Event beitreten und ebenfalls Produkte nach Wahl erwerben. Zur Aktivierung der Kontakte gibt es eine Zeitbegrenzung von beispielsweise 24 Stunden. Ist die Gruppe gebildet, gibt es den Rucksack kostenlos und alle beigetretenen Kontakte bekommen, neben den jeweils erworbenen Produkten, zusätzliche Vergünstigungen für ihren nächsten Einkauf.
Die App als täglicher Begleiter
Ziel ist es, die Händler-Apps als tägliche Begleiter des Nutzers zu etablieren. Sie versorgen Kunden nicht nur mit Kaufmöglichkeiten, sondern auch mit relevantem Content und Mehrwertdiensten. Hierdurch verschwimmen die Grenzen zwischen Shopping, Social Media und SaaS zunehmend. Dies manifestiert sich beispielsweise in geteilten sogenannten Wishlists, die Freunden und Familie das Austauschen von Shopping-Wünschen oder Event-Planungen und das gemeinsame Entdecken von Trends ermöglichen.
Das immersive Erlebnis wird durch Livestreaming-Events, die die Welt von Showrooms, Pop-up-Stores, Modenschauen u.v.m. direkt auf das Endgerät bringen, bereits heute erweitert. Hierbei spielen Influencer und Content-Ersteller eine bedeutende Rolle: Ihre Produktbewertungen, Tutorials und Empfehlungen werden oft zum entscheidenden Kaufanstoß.
Eines wird deutlich: Das moderne Online-Shopping wird ein vernetztes Erlebnis sein. Mit Unterstützung von Social-Commerce-Apps wird es zu einem gemeinschaftlichen Event, das sowohl den digitalen Raum als auch den stationären Handel umfänglich verknüpft.
Kooperation statt Koexistenz
Die digitale Transformation und die Integration von Social-Commerce-Apps stehen nicht im Widerspruch zum stationären Handel. Im Gegenteil: Sie bieten Händlern innovative Wege, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und neue Kundenkreise zu erreichen.
Erfolgreiche Händler, die den Mut haben, sich auf diese digitalen Möglichkeiten einzulassen, finden Synergien, die ihren Gesamtauftritt bereichern. Dieser Mut ist dabei vorwiegend operativ und kaum monetär gefordert. So sind Social-Commerce-Apps ein Paradebeispiel dafür, wie lokale Anbieter in digitalen Produkten vernetzt auftreten, um dem Konsumenten eine breite, maßgeschneiderte Produktpalette, ansprechende Services und ein Maximum an Komfort zu bieten.
Durch solche "Plattformen" wird nicht nur die Reichweite erhöht, sondern auch das lokale Geschäft gestärkt. Wenn Händler zudem Technologien wie KI nutzen, um ihr Angebot zu personalisieren und zu optimieren, wird eine Win-Win-Win-Situation für Kunde, Anbieter und Community geschaffen.
Fazit
Angesichts der Entwicklungen rund um KI, Retailverse und Social-Commerce-Apps wird deutlich: Die Zukunft des Handels liegt nicht allein im Digitalen. Vielmehr bereichert die fortschreitende Digitalisierung das traditionelle Einkaufserlebnis. Online und Offline verweben sich zu einem nahtlosen Gesamterlebnis für den Konsumenten. Es zählt nicht nur das Produkt, sondern der gesamte Prozess, von Identifikation über Kommunikation und Erleben bis hin zum finalen Konsum – von virtuellen Entdeckungstouren bis zum tatsächlichen Kauf im Ladengeschäft.
Gastautor
Fabian Mischler ist CEO von Ooblee, der stark wachsenden Social-Commerce-App zur Stärkung des lokalen Handels. Er hat über 14 Jahre Führungsverantwortung in E-Commerce-Unternehmen, u. a. mit Stationen bei Groupon und Rakuten. Der E-Commerce-Experte bringt eine große Leidenschaft für nachhaltige Wachstumsstrategien und digitale Innovationen mit.
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