
Zalando, Lieferando, Bewertungen, Rewe, Selbständige, Amazon, Wero, Überweisungen, Social Commerce, Ecanis + Encory
Aktuelle E-Commerce-News zu Zalando, Lieferando, Bewertungen, Rewe, Selbständige, Amazon, Wero, Überweisungen und weiteren Themen des Tages im Überblick.
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Fließende Einkaufserlebnisse – Optimierte Omnichannel-Strategien schaffen Mehrwerte für Kunden und Unternehmen
Mit einer durchdachten Omnichannel-Strategie holen Sie Ihre Kunden dort ab, wo diese einkaufen. Die dafür essenzielle ganzheitliche Sicht auf den Kunden steigert Ihre Wettbewerbsfähigkeit und lässt Sie flexibel auf die Anforderungen und Chancen von heute und morgen reagieren. Lesen Sie hier, wie Sie nahtlose Shopping-Erlebnisse schaffen, die begeistern.
HANDEL NATIONAL
Zalando Erfurt wird bestreikt
Im Erfurter Logistikzentrum von Zalando läuft laut Fashionunited.de der dritte Warnstreik in der zwölfjährigen Geschichte des Standorts. Die Gewerkschaft Verdi fordere die Anerkennung der Flächentarifverträge für den Einzel- und Versandhandel in Mitteldeutschland, die 15 Prozent höhere Löhne sowie bessere Zuschläge und kürzere Arbeitszeiten brächten. Trotz der guten Geschäftsentwicklung des Online-Modehändlers zeige die Zalando-Führung weiterhin keine Verhandlungsbereitschaft.
Lieferando Hamburg wird bestreikt
Die Gewerkschaft NGG bestreikt Lieferando in Hamburg am Freitag und Sonnabend, da sich der Mutterkonzern seit über zwei Jahren weigere, einen Tarifvertrag für 6.000 deutsche Beschäftigte abzuschließen, berichtet NDR.de. Die Gewerkschaft werfe dem Konzern vor, eine „Schattenflotte“ aufzubauen und Liefergeschäft an Sub-Unternehmen auszulagern. Allein in Berlin seien 500 Arbeitsplätze abgebaut worden, gekündigte Mitarbeiter erhielten Angebote zu schlechteren Konditionen. Der Warnstreik markiere den Auftakt bundesweiter Aktionen für 15 Euro Grundlohn plus Zuschläge.
Gericht stoppt 10-Euro-Gutscheine einer Online-Apotheke
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main verbot laut Golem.de einer niederländischen Online-Versandapotheke die Ausgabe von Zehn-Euro-Gutscheinen für die Einlösung von E-Rezepten. Die Richter sahen darin einen Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz, da produktbezogene Werbegaben bei Arzneimitteln grundsätzlich unzulässig seien. Auch ein zweiter Gutschein für rezeptfreie Medikamente in der App verstoße gegen die Vorschriften. Beide Gutscheine förderten den Verbrauch nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel und überträfen den erlaubten Wert „geringwertiger Kleinigkeiten“ von einem Euro erheblich. Die Berufung wurde zurückgewiesen, weitere Rechtsmittel sind ausgeschlossen.
Neue Prüfpflicht macht Bewertungen zur Chefsache
Geschäftsführer müssen persönlich für manipulierte Online-Bewertungen haften, wie der der Bundesgerichtshof entschieden habe, meldet Sterne-Advo.de laut Pressemitteilung. Die seit der „Omnibusrichtlinie“ geltende Prüfpflicht verpflichte Unternehmen, Bewertungen auf Plattformen wie Kununu oder Google auf Echtheit zu kontrollieren. Versäumten Führungskräfte diese Kontrolle, könnten Bußgelder bis 50.000 Euro oder vier Prozent des Konzernumsatzes verhängt werden. Besonders prekär: Unternehmen dürften diese Strafen von ihren Geschäftsführern zurückfordern.
Rewe bietet 2.000 Mal Abholservice
Rewe hat laut Pressemitteilung in einem Markt in Dormagen seinen 2.000. Abholservice eröffnet. Kunden könnten klassisch im Laden einkaufen oder bequem online bestellen und die Einkäufe abholen. Über die Hälfte der 3.800 Rewe-Märkte biete somit den praktischen Service an. Das Unternehmen verzeichne für dieses Angebot ein anhaltendes Wachstum von über 20 Prozent jährlich und prognostiziere für 2025 sechs Mio. Bestellungen. Familien sparten so je Einkauf ein bis zwei Stunden Zeit.
Selbständige blicken weniger pessimistisch in die Zukunft
Das Geschäftsklima bei Selbständigen und Kleinstunternehmen verbesserte sich im Juni erneut, wie der Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt. Dieser kletterte von minus 19,0 auf minus 15,7 Punkte, da die Erwartungen weniger düster ausfielen und die laufenden Geschäfte positiver bewertet würden. Die Unsicherheit bei der Geschäftseinschätzung sank den zweiten Monat in Folge auf 30,5 Prozent. Dienstleister bewerteten erstmals in diesem Jahr ihre aktuelle Lage positiv, besonders in der Reisebranche, bei Kreativen und Unternehmensberatungen. Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber sieht Anzeichen für eine allmähliche Erholung.
HANDEL INTERNATIONAL
Prime Day-Paradox: Jeder zweite Brite retourniert Schnäppchen
Mehr als die Hälfte der britischen Verbraucher retourniert Prime Day-Einkäufe zitiert Channelx.world eine Studie von Manhattan Associates. Die Untersuchung „Prime Day: Return to Sender“ zeige, dass nach dem Amazon-Event jährlich 78 Mio. Artikel zurückgeschickt würden. Besonders belastend sei, dass lediglich 16 Prozent der Konsumenten über die Hälfte dieser Retouren verursachten. Für Händler entstünden dadurch erhebliche Kosten zwischen 20 und 50 Pfund pro Rückgabe. Fast die Hälfte der Einzelhändler kämpfe außerdem während der Aktionstage mit Versandverzögerungen; 45 Prozent der Kunden mieden nach negativen Retouren-Erfahrungen den Anbieter auf Dauer.
Amazon USA rekrutiert Bürokräfte für Lebensmittellieferungen
Amazon bittet Konzernmitarbeiter während der Prime Day-Vorbereitungen um freiwillige Mithilfe in seinen Lagern, berichtet Theguardian.com. Tausende Büroarbeiter im New Yorker Raum hätten eine Slack-Nachricht erhalten, sich bei Lebensmittellieferungen zu beteiligen: Die Freiwilligen sollten von Dienstag bis Freitag jeweils zwei Stunden in Brooklyn Artikel zusammenstellen und Taschen packen. Ein Sprecher betonte, solche Einsätze seien nicht neu. Amazon Fresh kämpfe seit Jahren mit der Profitabilität – 2023 schloss der Konzern mehrere Standorte und entließ hunderte Mitarbeiter.
Fünf belgische Banken schließen sich Wero an
Fünf belgische Banken schließen sich der „European Payments Initiative“ an und bringen die digitale Wallet-Lösung Wero ab dem ersten Halbjahr 2026 zu ihren Kunden, meldet IT-Finanzmagazin.de. Argenta, Bank Van Breda, Beobank, Crelan und VDK-Bank stärkten damit die Position der Payment-Initiative in Belgien. Die Expansion zeige die wachsende Europa-weite Akzeptanz der Zahlungslösung, die seit Sommer 2024 bereits über 40 Mio. Nutzer verzeichne. Kunden könnten Wero künftig direkt in ihren Banking-Apps für sofortige Konto-zu-Konto-Zahlungen verwenden. Ab der zweiten Jahreshälfte sollen E-Commerce-Zahlungen möglich werden.
EU gegen Überweisungs-Betrug: Neue Namenskontrolle
Ab 9. Oktober führt die EU eine Namenskontrolle bei allen SEPA-Überweisungen ein, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die sogenannte „Verification of Payee“ zwinge Banken dazu, IBAN und Empfängername vor jeder Freigabe abzugleichen. Ein Ampelsystem zeige Zahlenden binnen Sekunden das Prüfergebnis: Grün bei Übereinstimmung, Gelb bei Abweichungen, Rot bei komplettem Fehlschlag. Die neue EU-Verordnung wolle Rechnungsbetrug eindämmen und schaffe klare Haftungsregeln: Bei korrekter Namensübereinstimmung hafte künftig die Bank für Falschüberweisungen, andernfalls bleibe die Verantwortung beim Zahlenden.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Sechs von zehn Online-Händlern werben über soziale Netzwerke
Sechs von zehn deutschen Online-Händlern nutzen mittlerweile soziale Netzwerke für die Bewerbung ihrer Angebote, zeigt eine Bitkom-Studie. Jeder vierte Händler ermögliche bereits Bestellungen über Social-Media-Plattformen; Facebook und Instagram dominieren dabei die Plattformwahl deutlich. Trotzdem sei nur eine Minderheit von 13 Prozent bereit, mit Influencern zu kooperieren. Mehr als die Hälfte der Befragten erwarte, dass soziale Medien bis 2030 unverzichtbare B2B-Marketing-Kanäle werden würden. Trotz dieser Entwicklung sehen sich zwei Drittel der Unternehmen noch als „Digitalisierungs-Nachzügler“, obwohl 87 Prozent die Digitalisierung als Chance begreifen würden.
NACHHALTIGKEIT
Ecanis und Encory bilden nachhaltige Auto-Ersatzteil-Allianz
Der Ersatzteil-Spezialist Ecanis baue laut Pressemitteilung seine Partnerschaft mit dem BMW-Refurbishment-Experten Encory aus, um ressourcenschonend aufgearbeitete Komponenten in OE-Qualität – dem Standard der Erstausrüster – anzubieten. Die Kooperation richte sich primär an unabhängige Werkstätten und verspreche hohe Verfügbarkeit bei reduzierter Umweltbelastung. Ecanis rechne mit seiner E-Commerce-Kompetenz als Beschleuniger des Wachstums. Der Markt für generalüberholte Auto-Ersatzteile im „Independent Aftermarket“ soll bis 2030 von zehn auf 17 Prozent wachsen.
Redakteur
Stefan Becker arbeitet seit Sommer 2022 als Redakteur für „Der Handel“ und Etailment.de, nachdem er zuvor ein gutes Jahr als freier Mitarbeiter dabei war. Der Diplom-Journalist (TU Dortmund) kommt aus dem Lokaljournalismus („Recklinghäuser Zeitung“, Volontariat beim „Solinger Tageblatt“) und verbindet im Deutschen Fachverlag seine Erfahrungen aus dem Verbraucher- (sieben Jahre „Öko-Test“) und dem Fachzeitschriften-Journalismus (sechs Jahre „Touristik-Report“).
Alle Beiträge