
Soziale Netzwerke werden überschätzt
Die Sozialen Medien sind kein Wundermittel der Kundenkommunikation: Fast jeder zweite Konsument informiert sich nie in den Online-Netzwerken über Unternehmen.
Bewertungen lesen ja, schreiben nein
Wie die Berater von ServiceRating bereits in einer früheren Studie festgestellt haben, sind relativ wenige Kunden bereit, Bewertungen zu schreiben. Lesen möchte sie aber eine relativ große Gruppe der Nutzer – immerhin geben das 41 Prozent der Befragten an. Das ist dem Beratungsunternehmen zufolge ein Grund, weshalb es wichtig ist, die Nutzer Sozialer Netzwerke zu aktivieren.
Denn fast die Hälfte (45 Prozent) der Social-Media-Nutzer erwartet, Rabatte und Gutscheine auf den Plattformen zu bekommen. Deshalb wäre dies eine Möglichkeit, Nutzer dazu zu bewegen, Social-Media aktiver zu nutzen und Bewertungen und Kommentare zu schreiben. Doch das sollte nicht zu platt sein, denn mit dem aktuellen Angebot solcher Rabatte und Gutscheine sind 38 Prozent der Befragten unzufrieden. Die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen über Social-Media-Seiten zu kaufen, wird nur selten angeboten – aber auch auch nur von 28 Prozent der Nutzer erwartet.
Gutes Kundenservice-Instrument
Als Kundenservice können die Sozialen Netzwerke hingegen erfolgreich sein: Vier von zehn Nutzer erwarten, mit dem Unternehmen direkt über Social-Media Seiten kommunizieren zu können. Doch aktuell fehlen den Kunden qualitativ bessere und schnellere Antworten der Unternehmen (35 Prozent).
"Investiert ein Unternehmen in Social-Media, so muss das Engagement zielgerichtet erfolgen. Es ist weder ein Wundermittel, noch darf das Ziel der Kundenbindung im Wettlauf mit den Wettbewerbern um Reichweite vergessen werden", sagt Kai Riedel, Geschäftsführer bei ServiceRating. "Unternehmen sollten die Social-Media-Plattformen vor allem dazu nutzen, ihre Kunden besser kennen zu lernen und ihnen zu zuhören."
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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