Die Folgen der Spam-Flut sind bedenklich. Ein Angestellter benötigt im Schnitt täglich sechs Minuten, um die unerwünschten Mails aus dem Postfach zu löschen. Marktforscher von IDC sprechen sogar von 60.000 Euro Produktivitätsverlust, die ein Unternehmen mit 500 E-Mail-Accounts und durchschnittlich vier Spam-Mails pro Account und Tag erleidet.
Selbst E-Mail-Adressen der eigenen Firma können mitunter in Spam-Verdacht geraten, da jede öffentliche E-Mail-Adresse von Spam-Versendern als Absender benutzt werden kann. Das kann dazu führen, dass Geschäftspartner die entsprechenden Adressen sperren und Angebote oder Produktinformationen ihr Ziel nicht mehr erreichen.
Auch das Aussortieren im eigenen Unternehmen kann unerwünschte Folgen haben. Wird eine E-Mail-Vertragsbestätigung auf ein Handschlaggeschäft als Spam aussortiert und gelöscht, kann der Vertrag automatisch als widerspruchslos angenommen werden. Selbst die manuelle Nachsortierung verdächtiger Mails ist fernmelderechtlich bedenklich, weil dadurch unter Umständen das Briefgeheimnis verletzt wird.
"Lange sah man im hohen Spam-Aufkommen ein reines Endverbraucher-Problem. Mittlerweile gefährdet der Massenmail-Versand aber die sinnvolle Nutzung der E-Mail an sich", erklärt Rolf Reinema vom Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT. Ein Workshop des CAST-Forums verrät am 19. Februar in Darmstadt, wie sich klein- und mittelständische Unternehmen vor elektronischem Werbemüll schützen können. (KC)
KONTAKT:
Eco
Internet: www.eco.de>

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge