Metallener Rasierhobel im modernen Bad symbolisiert plastikfreie Rasur von WLDOHO
© Higgsfield / Soul

WLDOHO: Mit plastikfreien Rasierern auf Expansionskurs

Umgerechnet 30 Milliarden Euro werden jährlich weltweit mit Einweg-Plastikrasierern umgesetzt. Beim Blick auf den Produktpreis wird klar: Das sind ganz schön viele Rasierer - und unglaublich viel Müll. Die Gründer des Start-ups WLDOHO aus dem pfälzischen Dudenhofen fanden: Das muss sich ändern. Sie wollen dem guten, alten Rasierhobel zu einer Renaissance verhelfen. Co-Gründer und -CEO Tung Do erklärt das Geschäftsmodell im Interview.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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WLDOHO vertreibt Rasierhobel und Zubehör für die plastikfreie Rasur zu drei Vierteln über den eigenen Webshop und zu einem Viertel über Amazon - mit Erfolg: 7 Millionen Euro Umsatz sind für 2021 eingeplant. Das 2017 gegründete Start-up hat bereits die Internationalisierung im Blick.

Co-Gründer und -CEO Tung Do erklärt das Geschäftsmodell im Interview. Mal ehrlich und ohne Buzzwords: Wie würden Sie Ihren Eltern das Start-up erklären?
Wir verkaufen Rasierer ohne Plastik und ohne teure Ersatzklingen über das Internet. Und ja, wir können davon leben. Auch, weil wir mit unserem 19-köpfigen Team alles selbst steuern: von der Produktentwicklung, dem Design, der Produktion, der Logistik bis hin zur Vermarktung und dem Kundensupport. Oder kurz und knapp ausgedrückt: Wir drücken Knöpfe und verdienen damit Geld.

Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in einem Tweet (280 Zeichen)?
Wir vertreiben ein Produkt, das wir dem Mainstream mit Storytelling zugänglich machen. Es entspricht dem Zeitgeist der Nachhaltigkeit, der gerade von jüngeren Generationen gelebt wird. Da wir ohne Zwischenhändler direkt an den Endkunden verkaufen, arbeiten wir sehr profitabel.

Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Unsere Hauptzielgruppe sind Frauen im jungen Erwachsenenalter unter 25, weil unter ihnen eine große Bereitschaft besteht, Routinen und Gewohnheiten zu ändern, um nachhaltiger zu leben. Darüber hinaus bekommen wir so gut wie jeden Tag Anfragen von Unternehmen, die gerne auf den Nachhaltigkeitstrend aufspringen möchten.

Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Der Markt für unsere Produkte ist denkbar groß. Wir bieten eine nachhaltige, hautschonende und hochwertige Lösung für alle, die sich bereits rasieren oder das in Zukunft tun wollen. Speziell als potenzielle Kunden im Blick haben wir momentan Frauen ab 30. Wir merken, dass das Bewusstsein für Umweltschutz in dieser Gruppe stark zunimmt. Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Erstmalig zu gründen, bedeutet vor allem zu Beginn, dass man auf viele neue Herausforderungen und Hürden stößt. Trotz der Aufgabenvielfalt ist es aber wichtig, den Fokus für die eigene Vision, das übergeordnete Ganze, nicht zu verlieren. Konsequent seinen Plan zu verfolgen, auch über langwierige Prozesse hinweg, ist eine unternehmerische Kunst.
Was insbesondere den E-Commerce angeht, sind Auswahl und Zuschnitt des Produkts, das man verkaufen will, essenziell. Wir haben 2017 mit Business-Taschen und Mappen angefangen und sind ein Jahr später auf die Idee der nachhaltigen Rasierhobel umgeschwenkt, weil wir hier über besonderes Design und beständige Qualität ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Rasierer-Markt bieten können, der noch stark von plastikhaltigen Wegwerf-Artikeln dominiert ist. Außerdem sollte man sich nah an seiner Zielgruppe und deren Problemen orientieren, um auf die bestmöglichen Lösungen zu kommen. Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Da wir nicht aus einem der Start-up-Hotspots wie Berlin, Hamburg oder München kommen, haben wir uns eine persönliche Erfolgsmarke gesetzt, die mit unserem Heimatdorf und Unternehmenssitz Dudenhofen in Verbindung steht. Unser Ziel war es immer, einmal mehr Follower zu haben, als es Einwohner bei uns im Dorf gibt. Seit einiger Zeit haben wir das geschafft und die 6.000 überschritten.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne in fünf Jahren über Ihr Start-up in einer Wirtschaftszeitung lesen?
„Von Dudenhofen aus in die ganze Welt: Wie WLDOHO den Rasierer-Markt revolutioniert hat.“ Binnen der nächsten fünf Jahre wollen wir zu einer Marke heranwachsen, die auch international für nachhaltige Rasierer bekannt ist. Dafür werden wir bald expandieren - erst innerhalb der EU, dann in die USA.

Start-ups ohne Buzzwords

Können auch Sie Ihr Start-up ohne Buzzwords erklären? Sie sind Gründer eines innovativen und spannenden Unternehmens im Umfeld von Handel und FMCG? Dann melden Sie sich bei uns jederzeit unter ulrike.sanz@dfv.de.

Alle bisher vorgestellten Start-ups finden Sie unter etailment-Startups.de.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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