
Stationäre Händler besser als ihr Ruf
Der traditionelle Modehandel hat online noch viel Nachholbedarf. Aber an so mancher Stelle ist es stationären Händlern schon gelungen, besser als reine Interntverkäufer zu sein, zeigt eine Studie.
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Auch beim Thema Cross-Channel, also der Verzahnung von Online und Offline, haben die traditionellen Händler die Nase vorn: Bei der Möglichkeit, den stationären Einkauf im Webshop vorzubereiten, teilen sie sich den ersten Platz mit den Vertikalisten. Beim umgekehrten Fall – die Onlinebestellung in der Filiale vorzubereiten – liegen sie in der Gunst der Kunden vorn. Hier sei jedoch mit Konkurrenz seitens der Onlinehändler zu rechnen: Viele ehemalige reine Onlinehändler ("Pure Player") eröffneten inzwischen Ladengeschäfte in Innenstädten, um ihren Kunden ebenfalls die Vorteile von Cross-Channel-Services bieten zu können.
Zeit, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, hätten traditionelle Händler dadurch aber nicht, heißt es: Um langfristig im Modemarkt erfolgreich zu sein, sei es notwendig, Kunden eng an sich zu binden und für sie zur ersten Adresse beim Modekauf zu werden. Dafür muss ein starkes Händlerimage aufgebaut und den Kunden in jedem Kanal ein begeisterndes Kauferlebnis geboten werden. Hier sei noch viel Luft nach oben.
Traditionelle Händler sollten bestehende Stärken herausstellen und ausbauen, raten die Berater. Dazu zähle, dass der eigene Onlinevertrieb deutlich sichtbar sei – im Internet wie in den Filialen – und die Cross-Channel-Positionierung geschärft werde. Das könne gelingen, wenn die Händler ihre Filialen modernisieren und digitalisieren. Außerdem sollten Händler die eigenen Prozesse, Strukturen und das Geschäftsmodell in Hinblick auf die Themen Eigenmarken und Vertikalisierung überprüfen, um auch in Zukunft im umkämpften Modemarkt wettbewerbsfähig zu sein.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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