"Tausend Betten auf einen Streich"

"Tausend Betten auf einen Streich"

Die Flüchtlingswelle beschert vielen Möbelhäusern ein Umsatzplus: Die Kommunen brauchen dringend Betten und Matratzen. Und das ist erst der Anfang, glaubt man in der Branche.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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"Kurzfristige Lieferengpässe" bei besonders nachgefragten Produkten seien möglich, teilte der schwedische Möbelriese mit. Derzeit werde zusammen mit Herstellern aus Europa mit Hochdruck daran gearbeitet, das bislang in China gefertigte Bettgestell in jedem der bundesweit 50 Ikea-Läden wieder verfügbar zu machen.

Gelsenkirchen bestellt tausend Betten

Bei der österreichischen Möbelkette XXXL - mit bundesweit 36 Einrichtungshäusern die Nummer zwei im deutschen Möbelhandel - berichtete Sprecher Julian Viering über eine "deutlich erhöhte Nachfrage" nach Bettzeug, Tischen, Stühlen und Schränken. Das Unternehmen sei jedoch in der Lage, auch große Stückzahlen kurzfristig zu liefern.

Gegenwärtig wollten einzelne Kommunen wie etwa die Stadt Gelsenkirchen gleich "tausend Betten auf einen Streich" beziehen, berichtet Thomas Horschler für den Möbel-Discounter Poco. Hintergrund der Engpässe in einzelnen Bereichen wie etwa Betten seien mangelnde Kapazitäten bei einigen Herstellern.

Vor allem Billiganbieter profitieren

Profiteure der gestiegenen Nachfrage seien derzeit wohl vor allem Anbieter von günstigen Möbeln, sagt Thomas Grothkopp vom Möbel-Handelsverband BVDM. Angesichts einer in den vergangenen Jahren eher nicht mehr wachsenden Nachfrage nach Möbeln in Deutschland seien die Lager derzeit ohnehin gut gefüllt. Bei einem jährlichen Gesamtumsatz von rund 30 Milliarden Euro falle der aktuelle Trend ohnehin eher nicht ins Gewicht.

Deutliche Zuwächse erwartet die Branche jedoch bei einem Umzug von Flüchtlingen in die eigene Wohnung. Sobald die Betten in den Zeltstädten ausgedient hätten, könne die Nachfrage zeitverzögert ansteigen, meint etwa Claudia Wieland vom Fachverband der Matratzen-Industrie.

"Ich denke, dass die deutschen Hersteller vielleicht irgendwann partizipieren", sagt auch Ursula Geismann vom Verband der Möbelindustrie VDM. Damit sei jedoch eher im kommenden Jahr zu rechnen.

Angesichts einer ganzen Flut von Sachspenden für Flüchtlinge - wie etwa gebrauchten Möbeln - sei die Situation für den Möbelhandel nur schwer einzuschätzen, meint BVDM-Mann Grothkopp. "Es wird ein Umsatzplus geben. Das kann nur keiner beziffern", sagt er.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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