Amazon: Die verborgenen Kniffe der Empfehlungen

Amazon: Die verborgenen Kniffe der Empfehlungen

Die Amazon-Empfehlungen und der Algorithmus dahinter gelten gemeinhin als ein Killer-Feature des Unternehmens. Auch wenn die Inspirationen aus dem Rechner zuweilen merkwürdige Schwächen aufweisen, und meiner einem gegenwärtig zuweilen meinen eigenen Krimi andienen. Danke, Amazon. Die Grundprinzipien der Berechnung mögen offensichtlich sein, doch Details des Rezepts hütet Amazon so gut wie die Coca-Cola-Formel. Ein wenig gelüftet wurden indes die geheimen Kniffe beim E-Mail-Marketing. Und das ...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die Grundprinzipien der Berechnung mögen offensichtlich sein, doch Details des Rezepts hütet Amazon so gut wie die Coca-Cola-Formel.  Ein wenig gelüftet wurden indes die geheimen Kniffe beim E-Mail-Marketing. Und das ist händische Kunst mit am Werk.

Eigene Einkäufe, Produkte auf dem Wunschzettel, Rezensionen und "Gefällt mir "-Angaben in Korrelation zum Verhalten anderer Kunden, daraus bildet sich - jedenfalls im Groben -  die Fülle der Empfehlungen an allen Stellen des Kaufprozesses. Gewichtungen, Formeln, Extras - das lässt sich der Händler nicht in die Karten schauen.  

Klarer wird das Bild indes jetzt bei den Empfehlungen via E-Mail. Fortune will von einem Amazon-Mitarbeiter wissen, dass diese Empfehlungen zu großen Teilen manuell zusammengestrickt sind. Grundlage bildet dafür umfassendes Datenmaterial, das mit diversen Software-Tools analysiert wird und das Kundenverhalten unter anderem mit Blick auf  Einkäufe und Surf-Verhalten unter die digitale Lupe nimmt.  Das eigentliche Targeting aber werde dann händisch erledigt. 

Natürlich steckt da zunächst nicht nur Raketenwissenschaft hinter. Standards wie Öffnungsraten und Klickrate werden nicht nur bei Amazon in den Fokus genommen. Doch die menschliche Empfehlungsmaschine geht noch einen Schritt weiter.  

Handarbeit für einen besseren ROI

"If an employee is tasked with promoting a movie to purchase like say, Captain America, they may think up similar film titles and make sure customers who have viewed other comic book action films receive an email encouraging them to check out Captain America in the future", schreibt Fortune. 

Obendrein konzentriert sich das E-Mail-Marketing auf die erfolgversprechendsten Produktkategorien. Eignet sich ein Kunde beispielsweise für eine Mail zu Büchern und zu Videospielen, werde ihm lediglich Werbepost zu der Produktkategorie zugesandt, die die besten Erlöse verspricht, will Fortune erfahren haben.  

Das ist nicht nur im Sinne des ROI, sondern verhindert auch, dass der Kunde das Gefühl bekommt, er werde mit Werbemails von Amazon vollgespammt. Damit erhöht sich Akzeptanz und Wahrnehmung der einzelnen Mail. Derartige Empfehlungen sollen sogar noch erfolgreicher funktionieren, als die Kaufinspirationen auf der Website.   

Wie gut oder schlecht indes die Empfehlungen auf der Website sind, das ist auch eine Geschmacksfrage, abhängig vom Käuferumfeld, der Art, wie man Amazon selbst mit Informationen füttert und angesichts des gigantischen Sortiments eh eine Herkules-Aufgabe.  Nutzen werden die Empfehlungen auf alle Fälle. Kaffeesatz-Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent des Umsatzes auf den Empfehlungen beruhen. 

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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