Heute liefern, was der Kunde morgen bestellt
Mit seinem neuen Service “Yesterday Shipping” wagt sich Amazon auf ein ganz neues Terrain: Heute liefern, was der Kunde morgen erst bestellen wird. Bereits jetzt zeichnet sich schon ab, dass die entsprechende Task-Force in Seattle ganze Arbeit geleistet hat: Das Großvater-Paradoxon, eine bis dato unüberwindbare Barriere scheint endlich gelöst. Jedoch belegt dieses Video, dass der Online-Versender hier vielleicht noch in der Kommunikation nachbessern muss: Während der Kundendienst sich bereits auf der Höhe der Raumzeit befindet, scheint mancher Kunde mit dieser Form des “Express”-Versandes noch überfordert zu sein.
Das Projekt befindet sich jedoch noch in der Betaphase und soll einer breiten Öffentlichkeit erstmals im Rahmen der Vorstellung des Blockbusters Terminator 5 präsentiert werden, der 2014 in die Kinos kommt und für den Amazon als Werbepartner fungiert.
Bis dahin bleibt dem Online-Händler also noch ausreichend Zeit, nicht nur das eigene Service-Personal, sondern auch seine Kunden "an die neue Zeit" zu gewöhnen.
Brancheninsider zeigen sich von der aktuellen Innovationskraft des Unternehmens zwar begeistert, die Anleger reagieren bis dato jedoch vorerst noch verhalten: Auch wenn man heute bereits liefert, was die Kunden morgen erst bestellen werden, wird das die mitunter geringen Margen im Online-Handel nicht unbedingt steigern können…
Redakteur
Karsten Werner ist Logistiker, Projektmanager und Dozent für berufliche Weiterbildung. Er beobachtet seit 2000 die Entwicklungen im E-Commerce. Neben seiner Neugierde an Supply Chains und Best Practices im Onlinehandel, bildeten die Empfehlungssysteme im Web 2.0 später einen weiteren Interessensschwerpunkt. Derzeit liegt sein Themenfokus auf den Geschäftsmodellen und Strategien in den Märkten für digitale Güter. Er schreibt außerdem für Netzwertig.com und twittert unter @KarstenWerner.
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