
Zalando - Gelbe Karte für Retourenkunden
Schon dumm, wenn Werbung erfolgreich ist: “Schrei vor Glück – oder schick’s zurück” warb Zalando zum Start. Dann kassierte Zalando den zweiten Teil des Slogans wieder ein. Die Retouren wurden zu sehr zum Verlustbringer. Zwar versucht Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter in der FTD die Retourenprobleme zu verniedlichen, doch gegenüber Kunden spricht der Modeversender offenbar eine andere Sprache und ermahnt seine Kunden. Kunden, die vom Markenversprechen aus Sicht von Zalando zu deutlich Gebra...
Zwar versucht Zalando-Geschäftsführer Rubin Ritter in der FTD die Retourenprobleme zu verniedlichen, doch gegenüber Kunden spricht der Modeversender offenbar eine andere Sprache und ermahnt seine Kunden. Kunden, die vom Markenversprechen aus Sicht von Zalando zu deutlich Gebrauch, bekommen die gelbe Karte. In Foren machen sie sich Luft.
Zalando verkompliziert das Bestellverfahren der De-Shopping-Kunden: "Also wollte ich mir heute wieder was bestellen und musste feststellen, dass ich nur noch auf Vorkasse bestellen kann. Ich habe dann beim Kundenservice angerufen und die meinten zu mir ich hätte zu viele Retouren und wäre daher "nicht wirtschaftlich genug" und würde eine Zeitlang vom Rechnungskauf ausgeschlossen werden", schildert ein Kunde das Vorgehen. Kein Einzelfall.
Andere Kunden erhielten zudem offenbar mahnende Mails, dass sie nicht so viele Retouren schicken sollten.
"Das momentane Verhalten von Zalando offenbart, dass die Retourenquote den Verantwortlichen zunehmend ein Dorn im Auge ist. Insbesondere vor dem Hintergrund möglicher Exit-Strategien bzw. Börsenpläne soll das Unternehmen auf Profitabilität getrimmt werden", kommentiert Marc Pöpplow in der e-commerce-Lounge.
Allerdings: Völlig unüblich ist es bei Online-Shops nicht, Kunden mit eher überdurchschnittlichem Umtauschverhalten, Steine in den Weg zu legen. Das margenvernichtende De-Shopping ist schließlich längst zum Volkssport geworden.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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