
Thalia-Schicksal Hauptthema im Douglas-Aufsichtsrat
Wenig überraschend diskutiert der Aufsichtsrat der Douglas Holding über die Sanierung der Buchhandelstochter Thalia. Doch anders als zuvor vermutet soll der angedachte Börsenrückzug der Gruppe kein Thema sein.
Thomas RehmRedakteurDie Pläne der Familie Kreke
Um die Handelsgruppe ranken sich viele derzeit Gerüchte. Auslöser waren die Planspiele der Familie Kreke, mit Hilfe von Finanzinvestoren genügend Anteile an Douglas zusammenzukaufen, um den Konzern wieder in Privatbesitz zu überführen.
Dies könne zu eine Zerschlagung und den Verkauf einzelner Töchter wie Hussel (Süßwaren), AppelrathCüpper (Mode) oder Thalia (Buch) zur Folge haben, wurde am Finanzmarkt und in der Presse spekuliert. Übrig bleiben würden die ertragsstarken Segmente Parfümerien (Douglas) und Schmuck (Christ).
Restrukturierung von Thalia
Vorstandschef Henning Kreke hatte zuletzt immer wieder betont, Vorrang habe derzeit die Restrukturierung von Thalia. Die Buchhandelsgruppe verliert Kunden an Onlinehändler wie Amazon und kann deswegen ihre Kapitalkosten nicht mehr verdienen.
Das Douglas-Management will nun Filialen verkleinern oder schließen und das eigene Online-Angebot stärken. Welche Folgen das für die Mitarbeiter hat, ist noch nicht bekannt. Ein Personalabbau ist dem Konzernchef zufolge nicht vorgesehen, aber auch nicht ausgeschlossen. In Deutschland beschäftigt Thalia knapp 4.000 Menschen.
Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte angesichts der Gemengelage Klarheit gefordert. Gelegenheit zur Stellungnahme haben Vorstand und Aufsichtsrat kommende Woche. Für 21. März lädt Douglas zur Hauptversammlung nach Essen ein.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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