Die Ursache ist leicht erkannt: Google hat dem digitalen Postfach seiner Nutzer auch hierzulande im Herbst eine neue Optrik verpasst. Mit der Umstellung wurden Nachrichten automatisch in verschiedenen Schubladen aka Tabs sortiert. Ein normales Postfach für persönlichen E-Mails, ein Postfach für Zeug aus den sozialen Netzwerken und ein weiteres beispielsweise für Werbung. In letzterem landet jetzt all meine Post von Airbnb, Zalando, Lodenfrey, Amazon, etc. Das ist natürlich doof, weil mir gerade jetzt all die Weihnachtsschnäppchen entgehen. Denn ehrlich gesagt, vergesse ich immer, da rein zu gucken.
Was tut man als Händler dagegen?
Was kann man sonst noch tun, außer supertolle Werbemails zu formulieren und zu gestalten, auf das die Kunden händeringend und erwartungsvoll jeden Tag in ihr Werbepostfach schauen, wenn sie den Umzug ins Standard-Postfach nicht vollziehen wollen?
Ehrlich gesagt, ist genau dies aber der Königsweg: Noch relevantere und ansprechendere Newsletter kreiieren, die den Kunden motivieren, regelmäßig in sein Werbe-Postfach zu schauen oder ihn geradezu anregen, der Post aus dem Unternehmen eine höhere Priorität einzuräumen.
Andere Optionen:
Nummerieren Sie ihre Newsletter durch. Womöglich wird sich der Kunde wundern, wo denn ihre früheren Mailings geblieben sind, wenn er erst "Nummer 17" wieder wahrnimmt und dann sein Verhalten danach ausrichten.
Kommunizieren Sie über andere Kanäle, dass gerade wieder ein spannender Newsletter mit besonderen Angeboten auf dem Weg zum Kunden ist. Das steigert auch insgesamt das Interesse am Newsletter.
Optimieren Sie ihre mobilen Newsletter. Je nach Nutzungssituation und Endgerät hat es da nämlich bei Gmail keine Tabs. Außerdem lesen sowieso immer mehr Menschen Mails mobil.
Trösten Sie sich: Kunden, die in den Werbe-Ordner schauen, sind womöglich gerade eher in Entdecker- und Shopping-Laune als jene, bei denen das Mailing im Hauptordner gerade so durchrauscht.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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