
Steiner Spielwarenfabrik hat Amazon adé gesagt
Der Rückzug erfolgte zwar schon vor Monaten. Doch angesichts der jüngsten Untersuchungen des Bundeskartellamts gibt er den oft allgemein kolportierten Beschwerden einen Namen: Die kleine Steiner Spielwarenfabrik aus dem thüringischen Georgenthal hat sich vom Amazon Marktplatz zurückgezogen. Und fährt nach eigenen Angaben gut damit.
Gesucht: eine neue und fairere Shop-Plattform-Lösung
Diese Entwicklungen habe es für Steiner erforderlich gemacht, nach einer neuen und faireren Shop-Plattform-Lösung zu suchen. Der Plüschtierhersteller aus Thüringen konzentriert sich im B2C-Verkauf nunmehr auf seinen eigenen Online-Shop, der von einem externen Dienstleister betreut werde. Und ist mit dem Erfolg zufrieden. Zwar habe das eigenen Online-Geschäft im ersten Halbjahr 2020 nur 8% zum Umsatz des Unternehmens beigetragen, der überwiegend im B2B-Bereich erwirtschaftet werde. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum habe sich der Online-Umsatz jedoch um 30 Prozent erhöht. 2020 wird erwartet, dass 15% des sechsstelligen Jahresumsatzes im Online-Geschäft erwirtschaftet werden.Für Amazon mögen derartig Geschäfte Peanuts sein, doch sie sind für kleine Unternehmen überlebenswichtig. Es sind Beschwerden wie die von Steiner, die das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen haben: Begründung für die Sperrung einzelner Artikel habe es zunächst keine gegeben, heißt es ain einer Erklärung von Steiner. Erst auf Nachfrage habe Amazon "die Nichteinhaltung von Quoten stornierter / retournierter Bestellungen" genannt, was man bei Steinert nicht habe nachvollziehen können. Auffällig sei gewesen, dass höherpreisige Artikel gesperrt worden seien, "und dann auch noch im Weihnachtsgeschäft", ärgert man sich bei Steiner: "Davon wurden wir durch Amazon auch nicht in Kenntnis gesetzt; wir haben die Sperren durch Rückgänge im Bestellaufkommen registriert", heißt es.
Steiner ist offenbar kein Einzelfall
Schon seit Jahren fühlen sich Dritthändler von Amazon schlecht behandelt, was sich in der Krise noch mehr verstärkt habe, schreibt die Nachrichtenagentur Pressetext. Den Händlern zufolge sei es sehr schwierig, Missverständnisse mit Amazon zu klären. Das Unternehmen gehe nicht wirklich auf Beschwerde-Mails ein und antworte meistens mit Standardfloskeln. Selten werden aber Vorwürfe so konkret benannt wie jetzt von Steiner. Zum Vorwurf der Preistreiberei, der die Untersuchung des Bundeskartellamts ausgelöst hat, teilt ein Amazon-Sprecher mit: „Amazon Verkaufspartner legen ihre eigenen Produktpreise in unserem Store fest. Wir möchten, dass die Kunden mit Vertrauen kaufen, wann immer sie auf Amazon.de einkaufen, und wir haben Richtlinien, die sicherstellen sollen, dass die Verkaufspartner ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten. Unsere Systeme sind so konzipiert, dass sie Maßnahmen gegen Preistreiberei ergreifen. Wenn Verkaufspartner Bedenken haben, ermutigen wir sie, sich an unseren Verkaufspartner-Support zu wenden.“
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Redakteur
1987 Beginn als freier Journalist für regionale Tagesszeitungen, ab 1994 Redakteur bei Horizont, der Fachzeitung für Marketing, Werbung und Medien im Deutschen Fachverlag, ab 1997 Pressereferent der Das Werk GmbH, Frankfurt am Main, später Pressesprecher der Das Werk AG. Ab Juli 2003 selbständig als PR-Berater, Autor und Redakteur tätig, immer wieder auch für Horizont. Von April 2012 bis August 2017 leitender Redakteur des von der dfv Association Services, Frankfurt am Main, herausgegebenen Magazins für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rechtsabteilungen „unternehmensjurist“. Seit September 2017 wieder frei tätig, unter anderem für Packaging 360 Grad, Horizont und etailment.
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