
US-Bank Goldman Sachs prüft Karstadt-Übernahme
Vor einiger Zeit galt ein amerikanischer Investor als Kandidat für die Übernahme von Karstadt. Nun gibt es einen neuen Bewerber aus den USA: Die Bank Goldman Sachs. Allerdings stellt sie Bedingungen.
Björn BöerChefredakteurDie Bank wolle Karstadt zunächst weitgehend komplett erhalten. Erst später würden nicht rentable Häuser geschlossen und alternativ genutzt. Am Ende stehe der Verkauf oder Börsengang.
Auch ein Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Kaufhof, der bei der Muttergesellschaft Metro auf der Verkaufsliste steht, sei denkbar, hieß es.
Vor einigen Tagen war von amerikanischen Investoren die Rede, die nicht nur die insolvente Karstadt-Kette übernehmen, sondern auch dem Handelskonzern Metro Group deren Kaufhof-Warenhäuser abkaufen wollen.
Frist für Kaufgebote läuft ab
Am Freitag um 17 Uhr endet die Frist, bis zu der Interessenten ihre Kaufangebote für die 120 Karstadt-Warenhäuser mit 25.000 Mitarbeitern bei Görg einreichen können.
Görgs Sprecher Thomas Schulz wollte sich zu Namen von Interessenten nicht äußern. "Das kommentieren wir nicht", sagte er. Zuletzt hatte er erklärt, es gebe sechs Interessenten. Ein Sprecher der Deutschland-Zentrale von Goldman Sachs in Frankfurt wollte den Bericht ebenfalls nicht kommentieren.
Die amerikanische Bank ist indirekt einer der größten Gläubiger sowie der Vermieter von Karstadt. Der Goldman-Fonds Highstreet hatte 2006 die Warenhaus-Immobilien gekauft und an die Kette zurückvermietet.
Die Highstreet-Anteile hat die Bank inzwischen größtenteils an andere Investoren weiter verkauft. Die Anleger müssen wegen der Insolvenz jedoch auf Mieten in Millionenhöhe verzichten.
Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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