
Verbraucher in etwas besserer Stimmung
Das Konsumklima in Deutschland stabilisiert sich laut GfK erstmals. Ebenso verbessern sich die Konjunkturerwartungen der Verbraucher. Trotzdem lasten auf dem privaten Verbrauch Risiken.
Björn BöerChefredakteurAls Grund für diese neue Kauflaune vermuten die Nürnberger Konsumforscher die sinkende Angst der Deutschen vor Arbeitslosigkeit. Abgesehen von saisonbedingten Einflüssen hätte sich die Zahl der registrierten Arbeitslosen zuletzt kaum erhöht.
Kauflaune geht leicht zurück
Diese Einschätzung der Verbraucher werde momentan auch von den deutschen Unternehmen geteilt. Denn der ifo-Geschäftsklimaindex sei im März ebenfalls deutlich gestiegen.
Im März hat auch die Einkommenserwartung der deutschen Verbraucher zugelegt: Mit einem Plus von 1,5 Punkten fällt die Zuwachserwartung jedoch moderat aus. Aktuell weise der Indikator 13,5 Zähler auf. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum sei das eine Verbesserung um 25 Punkte.
Von der optimistischeren Konjunktur- und Einkommensstimmung der Verbraucher könne die Anschaffungsneigung hingegen nicht profitieren: Der Indikator verzeichne im März ein kleines Minus von 0,8 Punkten. Dennoch weise er mit 23,4 Zählern ein vergleichsweise hohes Niveau gegenüber dem Vorjahr (13,9 Punkte) auf.
Privater Konsum keine Konjunkturstütze
Vor allem die höheren Benzinpreise hätten in den vergangenen Wochen bei den Verbrauchern zu einer steigenden Preiserwartung geführt. Dies wirke sich erfahrungsgemäß dämpfend auf die Konsumneigung aus.
Ob das Konsumklima auch in den kommenden Monaten stabil bleibt, hänge von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sein, betont die GfK. Hier müsse allerdings davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr höher sein wird als 2009.
Folglich bleibt die GfK bei ihrer Prognose, dass der privaten Konsum in diesem Jahr keinen wesentlichen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten wird.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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