
Verdi gegen Ein-Mann-Geldtransporte
Die Verhandlungen über einen Mindestlohn in der Geld- und Wertdienstbranche haben begonnen. Verdi will auch über das Thema Sicherheit sprechen.
Ein-Mann-Logistik als Sicherheitsrisiko
Neben materiellen Fragen will Verdi aber auch das Thema Sicherheit der Beschäftigten in den Mittelpunkt der Verhandlungen stellen. Die Gewerkschaft befürchtet negative Auswirkungen der so genannten Ein-Mann-Logistik.
"Diese offenbar von mehreren großen Unternehmen Branche geplante Umstellung auf andere technische Standards führt zu einem erheblichen Risiko für Leib und Leben der Geldboten, entwertet ihre Tätigkeit und lässt einen dramatischen Arbeitsplatzabbau befürchten", heißt es in einer Presseerklärung der Gewerkschaft.
Geld vom Pizzaboten
"Wer die Ein-Mann-Logistik einführt, kann sich sein Geld auch gleich vom Pizzaboten herum fahren lassen", spottet Petra Gerstenkorn vom Verdi-Bundesvorstand.
Bei der so genannten Ein-Mann-Logistik wird auf den bislang in der Branche üblichen bewaffneten Begleitschutz verzichtet. Stattdessen kommen Koffer oder Kassetten zum Einsatz, die das transportierte Bargeld bei Öffnungs- oder Manipulationsversuchen mit Spezialtinte färben und damit unbrauchbar machen.
Eingesetzt und angeboten wird die Ein-Mann-Logistik bereits von dem Unternehmen All Service Sicherheitsdienste GmbH. Auch der Marktführer Securlog kündigte gegenüber Der Handel an, künftig verstärkt auf diese Transportvariante zu setzen.
"Der Fokus bei der Ein-Mann-Logistik liegt eindeutig auf dem Schutz der transportierten Güter, nicht auf dem Schutz der beteiligten Menschen. Das kann den Geld- und Werttransport künftig im Wortsinn todsicher für die Beteiligten machen", warnt Verdi-Funktionärin Gerstenkorn.
Durch einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag solle eine solche Fehlentwicklung korrigiert werden, so Gerstenkorn.